Harzsalbe selber machen

Fichtenharz
Fichtenharz

Mein Verhältnis zu Nadelbäumen war nicht immer das beste. Schroff, rau und unbunt – so hab ich sie lange Zeit empfunden. Letzten Winter sollte sich das ändern.

Fichten in meinem Lieblingswald
Fichten in meinem Lieblingswald

Ich bin fast jede Woche in meinem Lieblingswald spazieren gegangen. Ein Fleckchen Erde, das größtenteils von Fichten, Kiefern und ein paar Lärchen besiedelt ist. Im Sommer gehen sie fast unter, die nadeligen Giganten, so groß ist die (Heil)Pflanzenwelt und Blütenpracht an diesem Ort. Doch im Winter ist es anders. Nur sie sind da, mächtig und stolz begrüßen sie dich im Wald.

So kam es, dass ich das erste Mal so richtig Zugang zu den Nadelbäumen bekam. Sie trösteten mich über den verlorenen Sommer hinweg. Sie leuchten, wenn sonst nichts mehr leuchtet. Sie erzählen Geschichten von längst vergangenen Zeiten.

Wie geht es dir mit Nadelbäumen? Hast du einen Bezug zu ihnen?

frisch gesammeltes Fichtenharz
frisch gesammeltes Fichtenharz

Ihr Harz – ihr Blut – ist ein riesengroßes Geschenk an dich und mich. Räucherst du gerne? Der Duft der heimischen Harze ist wunderbar! Die Wirkung beim Räuchern von Fichtenharz würde ich als klärend, reinigend, erdend und beflügelnd zugleich beschreiben. Wenn du Harz sammelst, pass bitte auf, dem Baum nicht zuviel davon wegzunehmen. Er verschließt damit seine Wunden. Das Harz sollte möglichst hart sein, dann ist es nicht mehr frisch und der Baum kann es leichter entbehren. Sammle nur kleine Mengen – bereits ein daumennagelgroßes Stück reicht um eine Räucherung zu machen oder eine Salbe herzustellen.

Hast du schon einmal von Harzsalben gehört?

Kiefernharz, Fichtenharz, Zirbenharz, Weihrauch… Harzsalben lassen sich aus vielen Harzen herstellen. Die Salbe wirkt wie eine Zugsalbe, nur viel sanfter. Bei Neuralgien und rheumatischen Beschwerden – wenn Wärme als angenehm empfunden wird – kann sie Linderung verschaffen. Vielleicht probierst du bei der nächsten Erkältung die Harzsalbe auf der Brust aus – sie wird dir guttun 🙂

Für eine Dose Harzsalbe brauchst du:

  • 50ml Sonnenblumenöl (naturbelassen)
  • 1 daumennagelgroßes Stück Harz (ca 1g)
  • 5g Bienenwachs
  • 1 Trichter mit breiter und kurzer Öffnung nach unten*
  • 1 Dose
  • 1 Sieb

Bring in einem Topf etwas Wasser zum kochen. Gieße das Öl in eine Schüssel und gib das Harz dazu. (Am besten zerkleinerst du das Harz vorher im Mörser, dann löst es sich schneller auf.) Erwärme das Öl-Harz-Gemisch im Wasserbad, bis das Harz aufgelöst ist. Filtere dann durch ein Sieb in eine zweite Schüssel. Das gefilterte Öl-Harz-Gemisch wird zusammen mit dem Bienenwachs wieder erwärmt. Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, kannst du die Salbe mit einem Trichter in die Dose einfüllen.

Fertig! Hab viel Freude mit der Salbe ❤

*Anmerkung zum Trichter: Ich hab einen gängigen Plastiktrichter abgesägt, so ist er perfekt zum Abfüllen von Salben. Wenn der Weg zu lang ist stockt die Salbe sonst im Trichter.

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