Das (Migräne) Monster

Es ist Wintersonnenwende. Um genau zu sein 04 Uhr 30 und ich bin wach. Ich sitze am Pc und schreibe diesen Beitrag. Kein Wunder, wenn ich mir meine letzten beiden Tage näher betrachte. Ich habe vorgestern komplett im Bett verbracht. Nein, kein Leisureday, auch keine Grippe. Das Monster war wieder da. Ich habe keine anderen Worte mehr für die Migräne. Sie, es oder er ist ein Monster. Punkt. Die Heftigkeit der letzten Attacke war grausam. Ich bin wirklich ein lebensfroher Mensch, aber in diesen Momenten wünsch ich mir dann nur, das ES aus ist. Dabei hatte ich einen tollen November, komplett schmerzfrei ging ich durch den Monat. Doch die letzten beiden Wochen waren die Hölle. Von 14 Tagen, waren 7 mit Schmerzen gefüllt. Einer davon so heftig, dass ich dachte, jetzt ist es aus. Aber warum schreib ich dir das? Ich will nicht jammern, ich möchte dir Mut machen. Mich begleitet diese Last seit ca. 25 Jahren und ich habe immer wieder Phasen, in denen es sehr gut läuft. Und ich bin ständig am Suchen und Ausprobieren, was helfen könnte. Ich hab mir, wie du dir sicherlich denken kannst, zahlreiche Gedanken zu dem Thema gemacht und möchte dich uneingeschränkt daran teilhaben lassen. Vielleicht ist ja etwas dabei, dass dir hilft. Das wäre schön ❤

Eines vorweg: bitte lass deine Migräne von einem Neurologen abklären, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Und besprich bitte die hier erwähnten Kuren, Nahrungsergänzungsmittel etc erst mit deinem Arzt, bevor du damit startest. Du sollst dir ja Gutes tun und nicht schaden 🙂

Bestimmte Phasen an denen ES schlechter ist:

Kennst du das auch? Da läuft es lange schmerzfrei und plötzlich kommt eine Welle des Schmerzes auf dich zu. Du fragst dich warum und kommst zu keiner Antwort. Mir ist aufgefallen, dass bevorstehende Entspannungsphasen eine Einladung für die Migräne sind. Der Körper ist dabei runterzufahren und loszulassen. Also quasi bereit, den Schmerzmodus anzunehmen. Oft kommt die Migräne am Wochenende, zu Beginn des Urlaubs, oder an Freitagen… Was kann man dagegen tun? Ein möglicher Ansatz wäre dir öfter Entspannungsphasen einzubauen. Ja ich weiß, das ist nicht leicht. Vielleicht reichen schon kleine Dinge. Zum Beispiel 10-20 Minuten am Morgen, die nur dir gehören. Füll sie mit Yoga, Medidation, Körperpflege, einem Spaziergang oder einfach nur guten Gedanken. Je öfter du dir Entspannungsphasen gönnst, desto weniger einladend ist die große Entspannung.

Lebe all deine Facetten:

Das ist vielleicht der wichtigste und am schwierigsten zu verwirklichende Punkt. L(i)ebe dich, so wie du bist. Je weiter du dich von dem, was du sein möchtest und wirklich bist entfernst, je mehr du Teile in dir totschweigst, desto mehr fühlt sich das Monster eingeladen. Wir alle haben helle und dunkle Seiten. Was für ein Prozess das zu akzeptieren! Ich brauchte lange dafür und bin sicher noch nicht durch mit dem Thema. Die Gesellschaft, in der wir leben, erlaubt es nicht „dunkle“ Seiten zu haben und auszuleben. Immer frisch, immer gutgelaunt und positiv sollen wir sein. Fleißig, brav, sportlich. Kindisch sein, wilder Sex, Alkohol, Drogen, Fleischkonsum, Andersdenken, was auch immer… all diese Dinge sind ja so böse. Also verdrängst du sie in die letzten Ecken und lebst nur mehr dein sauberes, helles Ich. Doch verdrängen ist nicht gut. Diese ungelebten Emotionen sind wie Gift und sie beschwören definitiv auch Schmerzen hervor, denn sie wollen ihren Platz haben, gehört und gelebt werden. Du merkst es vielleicht auch daran, dass du merkwürdige Tag- oder Dämmerträume während einer Attacke hast. Ein Indiz dafür, deine „ungeliebten“ Seiten an dir zu betrachten, lieben und pflegen zu lernen.

Nimm Kontakt auf, mit dem Monster:

Echt jetzt? Ja, echt jetzt. Ich hab mich schon öfters mit dem Monster unterhalten und gefragt, was es denn von mir will. Das gelingt nicht immer, je nach Schmerzintensität ist es manchmal nicht möglich. Es kann Erleichterung bringen, dich bewusst mit dem Schmerz auseinander zu setzen. Singe ihn, male ihn, trommle ihn… Probier es mal aus.

Bitterstoffe:

Eine Kur mit Bitterstoffen kann Wunder wirken. Bitterstoffe sind für unseren Körper so wichtig. Das Problem an unserer modernen Ernährungsweise ist, dass Bitterstoffe fast gänzlich fehlen. Sie sind für zahlreiche Funktionen im Körper zuständig und leisten großartiges für den Darm. Besorg dir am Besten ein Heidelberger Bitterpulver. Es besteht aus 7 Bitterkräutern und ist von unterschiedlichen Herstellern zu haben. Eine Messerspitze am Morgen reicht für den Anfang. Du wirst merken, dass nach geraumer Zeit, das Pulver nicht mehr so bitter schmeckt. Wenn es gar nicht mehr bitter schmeckt, kannst du deine Kur beenden.

Magnesium:

Magnesium ist bei Migräne ein Muss. Die Schmerzattacken kosten viel Kraft, da ist Magnesium ein großer Helfer. Ich nehme es seit über 20 Jahren oral ein. Trotzdem sind meine Werte immer an der Untergrenze. Ich hab gehört, dass Magnesium sich über die Haut besser aufnehmen lässt. In Form von Bädern oder einem Magnesiumöl. Ich will das testen, du vielleicht auch?

Serotonin / 5-Htp:

Bevor du mit der Einnahme von 5-Htp beginnst, sprich bitte mit deinem Arzt. Wichtig ist auch, dass du keine Triptane nehmen kannst, wenn du 5-Htp supplementierst, da es zu einem Serotonin Syndrom kommen kann! 5-Hydroxytryptophan wird im Körper zu Serotonin umgewandelt. Viele Migränebetroffene haben einen zu niedrigen Serotoninspiegel. Dies wiederum begünstigt die Schmerzempfänglichkeit. 5-Htp wirkt außerdem antidepressiv und ist eine Wohltat, wenn dunkle Wolken die Überhand nehmen. Dein Seelenzustand hat auch viel mit deiner Schmerzempfänglichkeit zutun. Wenn du dich dazu entschließt mit 5-Htp zu starten, nimm am Besten einen B Vitamin Komplex dazu. 5-Htp braucht B Vitamine um vollständig arbeiten zu können.

Schwarzkümmelöl:

Ägyptisches Schwarzkümmelöl ist ein jahrtausendaltes Heilmittel. Es hat viele gute Eigenschaften, es wirkt antiviral, antibakteriell, entgiftend, stoffwechselanregend und antiallergisch. Eine Kur mit dem Öl kann deinen Körper auf Vordermann bringen. Sei gefasst, dass es zu Beginn der Kur zu vermehrten Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit etc kommen kann. Das kann bei fast jeder Kur passieren. Es sind Entgiftungszeichen deines Körpers und das ist ganz normal. Wenn es zu heftigen Reaktionen kommt, egal bei welcher Kur, kontaktiere bitte einen Arzt und brich die Kur gegebenenfalls ab. Jeder Körper ist anders, jeder hat andere Schmerzgrenzen und zeigt andere Reaktionen.

Mutterkraut:

Das Mutterkraut gehört zu der Familie der Korbblütler (bei Allergie gegen Korbblütler also nicht einnehmbar!). Eine mehrwöchige Kur kann zur Besserung und Reduzierung der Migräneattacken führen. Du bekommst das Mutterkraut als Pulver in Kapseln in der Apotheke.

Pestwurz:

Der nächste Korbblütler ist die Pestwurz. Sie wächst bei uns zuhauf, doch bitte nimm nur Präperate aus der Apotheke. Sie enthält größere Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden die sich in der Leber anreichern und sie schädigen. Die in Apotheken verwendeten Präperate sind frei von dem Alkaloid. Sie wirkt krampflösend und antiallergisch. Einige Menschen berichten von Verbesserungen durch die Einnahme der Pestwurz. Ich selbst hab noch keine Kur mit ihr gemacht. Ich merke gerade, ich sollte das machen 🙂

CBD-Öl:

Es gibt Berichte, dass CBD-Öl bei Migräneattacken Erleichterung verschafft. Probier es aus, ob es dir hilft. Mir nimmt es leider keine Schmerzen, doch es hilft gegen ein anderes großes Monster – das Stressmonster, darum schätze ich es sehr als Begleiter in schwierigen Zeiten. Auch das entspannt und reduziert die Anfälligkeit im Gesamten.

Bärwurz – Birnhonig – Kur

Diese Kur ist uralt. Hildegard von Bingen wandte sie unter anderem bei starken Kopfschmerzen an. Ich habe vor ca. drei Wochen mit der Kur erstmalig gestartet. Ich bin gespannt! Die fertige Kräutermischung bekommst du als Pulver im Reformhaus. Der Birnhonig ist leicht zuzubereiten. Die Kur wirkt zudem stark entgiftend, es kann also sein, das mehrere Probleme dadurch gelöst werden. Beim ersten Mal solltest du die Kur 8-12 Wochen machen. Danach reicht einmal jährlich 3-4 Wochen.

Osteopathie:

Diese alternative Heilmethode kann vieles verbessern. Durch aktivieren spezieller Druckpunkte werden Organe aktiviert und Disbalancen ausgeglichen. Die Methode hat einen Einfluss auf den gesamten Körper, Muskeln, Bindegewebe, Blutkreislauf, etc… Mach dich mal schlau bei deinem Arzt. Soweit ich weiß, übernehmen Krankenkassen einen Teil der Behandlung.

Akupunktur:

Dies war die erste Heilmethode, die ich vor ca. 20 Jahren ausprobierte. Die Akupunktur verhalf mir zu einer langen schmerzfreien Zeit, sie ist also definitiv einen Versuch wert. Auch hier gilt: mach dich schlau bei deinem Arzt.

Psychotherapie:

Ja, auch das ist ein möglicher Anhaltspunkt. Migräne kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Manchmal sitzen Dinge so tief, dass der Zugang versperrt bleibt. Hier kann auch eine Gesprächstherapie helfen. Ob du dich für einen klassischen Psychologen oder einen Energetiker entscheidest, bleibt ganz dir überlassen 🙂

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Inputs geben. Glaub mir, ich wünsch mir von Herzen, dass dieses Leid ein Ende nimmt. Dieses Monster soll verschwinden. Für immer.

Ich wünsch dir eine wundervolle Wintersonnenwende, schöne Feiertage und einen wunderbaren Start in die Rauhnächte. Zu dieser Zeit im Jahr, sind die Schleier zwischen den Welten dünn und wir haben die Chance sehr tief in uns zu gehen, um so Dinge zu sehen und zu reparieren, die uns sonst verborgen bleiben. ❤

Die Pestwurz / Petasites

2 Kommentare zu „Das (Migräne) Monster“

  1. Meine Erfahrungen mit Migräne …… es ist so schlecht wie es mir geht wie da wo ich will ….
    Ich hab auch manchmal schlimme Migräne .
    Ein Termin ein Plan ein Vorhaben klappt nicht . Deshalb die Migräne /Blockade. Das ist das „Absolute Nein“ was wir selbst irgendwo zu etwas sagen und und auch etwas abgesagt wird für den Zeitpunkt / Zeitraum,
    Beispielgeschichten…Unsere Gesundheit zustand Körper führt uns.
    Die Geschichte an der mir das bewusst wurde aber erst 20 Jahre später…
    ich hatte ein Termin bei Kunden zum Haare schneiden ( ich früher Friseurhausbesuche gemacht)und zum Termin hin gings mir immer elender . Ich quälte mich und dachte ich muss dahin die rechnen ja damit das ich komme und ich brauchte ja auch das Geld . Aber der Körper schaltete much komplett flach mir gings so verkratzt weil icv so ein Kampf führte das ich den Termin unbedingt erfüllen
    muss. Es ging einfach nicht bis ich endlich aufgab und den Termin absagte und einen anderen Termin vereinbarte. Danach sah ich aus meinem Dachfenster das in der Richtung war in die hätte fahren müssen . Es war gruselig was für eine Schwarze Wand da aufgezogen war . Es war nicht nur eln kleines Gewitter sondern es war ein großes Unwetter in Mannheim und Vororte mit Hagel und Übersschwemmungen , Keller standen unter Wasser usw…
    Wie schlimm es wird wusste icv ha da noch nicht. Das hat mir dann erst meine Mutter erzählt die auch dort in der Nähe des Termins wohnte. Wie auch immer erst als ich das aufgab weil es mir so verkratzt ging absagte fing der Zustand an besser zuwerden . Das hab ich aber such erst kapiert warum es besser wurde weil ich ja nun wusste dort ist übles Unwetter und es somit dorthin zufahren erledigt hatte.
    ——
    Das zweite Beispiel hatte ich als ich mein Alten Fernseher abholen lassen wollen und abgemeldet beim Elektroschrott Termin. Zum Termin hin gings mir immer schlechter schwächet gleich kam ausser Migräne nich ischias dazu . Also das ich völlig unbeweglich bin das Teil aus der Wohnung vors Haus zu schaffen . Solange ich kämpfte wieder mit mir bis ich endlich aufgab und den Termin verschob und hoffte das es dann klappt. Es ergaben sich zwei Situationen dazu als ich dann mit einer Nachbarin unsere Geräte rauschafften vors Haus . Sie sagte mir das dee Fahrstuhl kaputt war und wir die Geräte gar runter hätten bringen können ohne den Fahrstuhl. Außerdem hatte ich nich ein Termin auf dem Amt der auch wieder verschoben wurde. Beides hatte ich gleich zeitig aus dem Briefkasten weil vorher konnte ich mich ja kaum bewegen. …
    Vielleicht hilft das ein bissl das Sichtfeld zu den Migräne Anfällen zu öffnen. Wenn man da drin steckt
    will msn nur das es aufhört . Man kann nicht erkennen was synchron eigentlich dazu abläuft was mit einem selbst zutun hat .
    Alles Gute Conny 🕊

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    1. Liebe Conny,
      vielen Dank für deine Geschichten zum Thema Migräne. Du hast so recht, es passieren so viele Dinge parallel und von vielem wissen wir nichts. Auch ich denke, dass die Anfälle manchmal eine Art Schutzmechanismus darstellen. Wenn wir das alles nur sehen und verstehen könnten, dann wären wir in der Lage anders zu reagieren und so viel Leid zu ersparen. Es ist und bleibt ein Lernprozess… Ich danke dir und schicke liebe Grüße aus Innsbruck ❤

      Gefällt 1 Person

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