Der Alpensud und das Bauchgefühl

Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich im ständigen Widerspruch zwischen Verstand und Intuition lebe und handle. Schon immer. Viel Verantwortung braucht viel Verstand. Dachte ich zumindest immer… Alles muss planbar sein, alles kontrolliert. Seit Jahren müssen auch meine Kinder nach „Plan“ funktionieren, wieso sollte es anders sein, ich muss es doch auch. In der Früh ist jede Minute kostbar, alle müssen rechtzeitig los, die Jause und mein Essen müssen hergerichtet sein und auf geht’s in den Schul- und Arbeitstag. Wann wir uns wieder sehen? Am späten Nachmittag. Ob ich dann noch Nerven für irgendwas habe? Nein… Doch das ist das „richtige“ Leben, das „normale“ Leben, nachdem sich scheinbar manche in den letzten Wochen, wo alles Kopf steht, sehnen.

Was für eine Illusion.

Dorthin will ich nie wieder zurück! Das darf nie mehr so sein! Ich will es mir und meinen Kindern jetzt sagen: Es wird anders werden, es wird besser werden. Ich will meine innere Stimme nicht mehr unterdrücken, ich will ihre innere Stimme nicht mehr unterdrücken. Sie dürfen Sein und ich darf Sein. Wir sind hier um zu leben wer und was wir wirklich sind und um unserer Stimme Gehör zu verschaffen. Jeder von uns – immer.

Die Intuition, das Bauchgefühl… Es ist nicht so, dass ich gar nicht danach lebe. Doch gab ich bis jetzt dem Gefühl oder der Stimme immer zu verstehen, dass sie nicht immer gehört werden kann. Denn der Verstand war immer zu wichtig – er musste ja immer den Wahnsinn koordinieren… Warum ich jetzt darauf komme, will ich dir erzählen. Als ich letztens Bienenwachs bestellt habe für meine Salben, hab ich etwas entdeckt, das sofort meine Aufmerksamkeit hatte. (Ich mach hier jetzt gerade unbezahlte Werbung – bin so begeistert von dem Produkt 🙂 ) Eine total magisch anmutende Kräuter- und Wurzelmischung, die von einer Tiroler Kräuterfrau wohlüberlegt zusammengestellt wurde. Die Zubereitung geht auf die Kelten zurück. „Gertrude Messner’s Alpensud“ nennt sich die Mischung. Sie wird gekocht, über Nacht stehen gelassen, wieder aufgekocht und dann in Flaschen abgefüllt. Man trinkt dann 1-3mal am Tag ein Stamperl davon. Ich hab den Sud von gestern auf heute zubereitet; erst im Nachhinein wurde mir klar, dass so ein kräftiger Vollmond ist! Wie der Sud wirkt – ich bin gespannt. Mich hat er jedenfalls magisch angezogen.

Ich möchte dir gern die Pflanzen darin ein wenig näher vorstellen:

Meisterwurz / Peucedanum ostruthium (Wurzel)

Die Meisterwurz ist ein Doldenblütler. Sie wächst erst in höheren Lagen. Verwendet wurde hier die Wurzel. Sie enthält Cumarine, Ätherische Öle, Gerbstoffe und vieles mehr. Früher wurde sie als Allheilmittel geschätzt. Sie wirkt schmerzstillend, schweißtreibend, beruhigend und blutdrucksenkend. Sie soll angeblich sogar krebshemmend wirken. Ich liebe die Meisterwurz und kaue immer wieder ein Stückchen der Wurzel zwischendurch. Sie erfrischt den Atem und regt die Verdauung an.

Bibernelle / Pimpinella (Wurzel)

Die Bibernelle gehört auch zu den Doldenblütlern. Auch hier wurde die Wurzel verwendet und die Inhaltsstoffe ähneln denen der Meisterwurz. Sie wirkt schleimlösend, krampflösend, verdauungsfördernd und harntreibend. „Iss Kranewitt und Bibernell, dann stirbst du nit so schnell.“ , sagte man zu Zeiten der Pest. (Kranewitt ist Wacholder) Wir haben es hier also ebenfalls mit einer starken Heilpflanze zutun.

Berberitze / Berberis vulgaris (Wurzel)

Die Berberitzenwurzel ist (denke ich) der heimliche Star in dieser Mischung und wohl auch der Grund, warum mein Bauchgefühl so angesprungen ist. Sie gehört zur Familie der Berberitzengewächse und kommt wild an Waldwegen vor. Die Wurzel enthält unter anderem das Alkaloid Berberin und es wird allgemein vom eigenmächtigen Verwenden abgeraten. Die Dosis macht auch hier das Gift, denn die Wurzel hat, richtig dosiert, sehr viel positive Eigenschaften: Hilfe bei Erschöpfung, Kopfschmerzen, Leberleiden, Gallenleiden, rheumatischen Erkrankungen und Gicht. Doch wie schon gesagt, bitte die Wurzel alleine nicht eigenmächtig verwenden.

Engelwurz / Angelica (Wurzel)

Der nächste Doldenblütler – die Engelwurz. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich die Familie der Doldenblütler ganz wundervoll finde? 🙂 Auch hier wird die Wurzel verwendet. Sie wirkt anregend auf den gesamten Verdauungstrakt und auch auf die Bauchspeicheldrüse. Sie hat entzündungshemmende, antirheumatische und antibakterielle Eigenschaften. In Zeiten der Umstellung (innerlich wie äußerlich) ist sie ein guter Begleiter, sie hilft mit neuen Situationen besser fertig zu werden.

Schafgarbe / Achillea millefolium

Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine starke Heilpflanze. Sie hat reichlich Bitterstoffe und wirkt sich positiv auf die Verdauung und die Leber aus. Sie wirkt außerdem harntreibend, krmpflösend, entzündungshemmend und ist ein tolles Frauenkraut. Es harmonisiert den Zyklus und wirkt sich positiv bei PMS aus. Die Schafgarbe ist ein sehr „menschennahes“ Kräutlein – du findest sie häufig auf Wiesen und Wegrändern.

Linde / Tilia (Blüten)

Lindenblüten sind der Klassiker im Erkältungstee. Sie wirken schweißtreibend, schlaffördernd und beruhigend. Die krampflösende und schleimlösende Wirkung machen sie auch wichtig bei Husten.

Ehrenpreis / Veronica

Der Ehrenpreis gehört zu den Wegerichgewächsen. Früher hatte er großes Ansehen was uns sein Name verrät: Ehrenpreis, Veronica officinalis, Allerweltsheil. Ganz vergessen, ist das kleine, blaue Blümchen heutzutage. Zu Unrecht, denn er wirkt blutreinigend, dadurch verbessert er das Hautbild und es ist gut möglich, dass lang bestehende Hautprobleme sich verbessern.

Dann sind noch drei „Exoten“ in der Mischung:

Mateblätter, Kakaoschalen und Lapachorinde.

Mate wirkt anregend, Kakao wirkt nervenstärkend und Lapacho wirkt schmerzstillend, pilzhemmend und antibakteriell.

Was für eine Mischung! Ich bin echt begeistert, der Geschmack des Absuds ist intensiv und angenehm. Ich freu mich sehr, über diesen intuitiven Kauf und werde berichten, was sich durch die Einnahme so bei mir tut.

Ich hab euch noch Bilder angehängt von der Herstellung gestern Abend und heute Morgen. Habt’s fein ❤

4 Kommentare zu „Der Alpensud und das Bauchgefühl“

  1. Das ist so schön zu lesen ❤️
    Weil ich gerade schwanger bin muss ich auf viele Kräuter die ich so liebe gerade verzichten. Deshalb habe ich (auch nach Intuition) Lindenblüte mit Rooibos und Kakao Schalen gemischt. Das ist zur Zeit mein kleiner Helfer 😊 und zwei davon sehe ich bei der Kräuter Mischung von der du erzählst.
    Bin gespannt wie es bei dir wirkt und was du uns dann darüber erzählst

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  2. Mir fällt noch etwas zu deinem Beitrag ein. Ich hab die Erfahrung gemacht dass Veilchen das Bauchgefühl stärken. Es kommt mir jedenfalls so vor als ob es einem wieder näher zum wahren Selbst führt

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