Blütenöle / Kräuteröle – neue Einsichten

Letzten Juli hab ich bereits einen Beitrag zum Thema Blütenöle geschrieben, es war einer der Ersten hier. Und heute möchte ich wieder über das Thema schreiben. Denn weisst du, was das Wunderbarste an der Kräuterkunde ist? Sie ist lebendig, sie ist ständig im Fluss und ich lerne nie nie nie aus. Und die größten Geschenke sind die Einsichten, die kommen, wenn die Seele lauscht und das Herz ruhig ist. Dafür bin ich so dankbar, darum liebe ich die Kräuterkunde so sehr!

So ist mir auch heute etwas bewusst geworden: Ich werde in Zukunft die Öle je nach deren Einsatz unterschiedlich zubereiten. Was ich damit meine, erklär ich dir gern. Zuerst möcht ich dir ein paar Bilder zeigen, von Ölen die ich über die letzten Jahre angesetzt habe.

Ich liebe Blüten- und Kräuteröle. Sie sind sanfte und starke Medizin zugleich. Einige sind wahre Klassiker: das Johanniskrautöl und das Ringelblumenöl zum Beispiel. Die Öle können innerlich (Anmerkung: Das Pestwurzöl enthält Pyrrolizidine und sollte nur äußerlich verwendet werden.) und äußerlich verwendet werden. Sie können auch als Salbengrundlage weiterverarbeitet werden, so kannst du mit etwas Bienenwachs ganz easy eine heilkräftige Salbe rühren.

Als Ölgrundlage eignen sich kaltgepresste Öle. Oft wird Olivenöl verwendet, ich komme allerdings immer mehr davon ab, es zu nehmen. Warum? Ich mag den Geruch nicht und das Öl soll ja wohltuend auf allen Ebenen sein. Ich verwende in letzter Zeit sehr gerne kaltgepresstes Sonnenblumenöl, da ich es sehr gerne mag. Auch Distelöl ist ein tolles Öl für Ansätze.

Beim Ansetzen von reinen Blütenölen ist es gut, wenn du das Schraubglas mit Öl gefüllt schon am Sammelort dabei hast. Manche Blüten, wie zum Beispiel Mohnblüten sind so zart, dass sie einen Transport in einer Stofftasche oder in einem Papiersäckchen nach Hause nicht überleben. Die sammle ich immer direkt von der Pflanze in das Glas. Beim Johanniskraut ist es nicht notwendig das Glas dabei zu haben, es ist sehr robust. Es gibt generell zwei Methoden die Öle ziehen zu lassen: verschlossen oder mit einem Baumwolltuch abgedeckt. Ich verschliesse die Gläser lieber. So kann ich es jeden Tag gut durchschütteln. Beim Tuch, musst du es jeden Tag abnehmen und mit einem Holz- oder Plastiklöffel umrühren. Ganz wichtig ist es, die Blüten und Kräuter an trockenen Tagen zu sammeln, denn feuchtes Pflanzengut schimmelt im Öl sehr schnell. Wenn du ein Wurzelöl ansetzt, reinige die Wurzel mit einer alten Zahnbürste, zerkleinere sie (bei Bedarf) und lass sie ein wenig antrocknen, bevor du sie mit dem Öl übergießt. Wasche die Kräuter und Blüten für Ölansätze nicht! Die Öle kommen zum Ziehen an die Fensterbank, direkt in die Sonne. Nach vier Wochen, ist es fertig und du kannst es in saubere, dunkle Fläschchen füllen. Die Öle halten mindestens sechs Monate, kühl und dunkel gelagert (nicht im Kühlschrank).

Die Erkenntnis, die mir heute kam war zur Herstellung der Öle: Ich werde in Zukunft zwei unterschiedliche Methoden anwenden, je nach Einsatzgebiet des Öls.

Für den Körper / wirkstoffbezogen:

Das Pflanzengut (Blüten, ganzes Kraut oder Wurzel) wird zerkleinert so gut es geht. Sinn ist es, die Zellen der Pflanze möglichst zu öffnen um die darin enthaltenen Wirkstoffe für das Öl verfügbar zu machen. Die zerkleinerten Teile in ein Schraubglas füllen, mit Öl auffüllen und in die Sonne (Fensterbank) stellen. Nach vier Wochen und täglichem Schütteln ist dein Öl fertig.

Für die Psyche / Seelenebene:

Die Blüten, Kräuter oder Wurzeln werden möglichst unversehrt in ein Schraubglas gegeben und mit Öl aufgefüllt. Auch dieses Glas kommt verschlossen für vier Wochen an die Sonne (Fensterbank) und wird jeden Tag geschüttelt. Nach Ablauf der Zeit, ist dein fein schwingendes Öl fertig.

Die Unterschiede:

Wenn du die Pflanzen stark zerkleinerst, kannst du das Maximum an Wirkstoffen aus der Pflanze ziehen. Für körperliche Beschwerden ist das sinnvoll und gut. Die Pflanze ist jedoch mehr, als nur ihr Wirkstoff, sie „schwingt“ in ihrem Sein. Sie ist Struktur und Körper, sie ist beseelt. Wenn du sie so lässt, wie sie gewachsen ist, unzerkleinert und vollständig, dann kann sie durch ihr Wesen, ihre Form, ihre „Figur“ in deinem Körper und deiner Seele, Dinge wieder zurechtrücken, die aus dem Lot gekommen sind. Selbstverständlich hast du auch mit dieser Methode zahlreiche Wirkstoffe in deinem Öl. Allerdings nicht so konzentriert wie beim Zerkleinern, dafür hast du ein gutes Stück Pflanzenseele in deinem Öl.

Ich werde das ab jetzt so handhaben und bin gespannt, wie sich die Öle auf meinen Körper und meine Psyche auswirken werden.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Experimentieren ❤

2 Kommentare zu „Blütenöle / Kräuteröle – neue Einsichten“

  1. Wiedermal ein wunderschöner Beitrag.
    Eine Tinktur die mir sehr wichtig war, habe ich jedes Mal beim Kräutersammeln mitgenommen und in einen kleinen Quellbach gestellt. Ich bin mir sicher den Unterschied habe ich mir nicht nur eingebildet 😊

    Liken

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