Der Ackerschachtelhalm / die Strukturen im Leben

der Ackerschachtelhalm / Equisetum arvense

Die letzten Tage waren anstregend. Manchmal frage ich mich, wie lange so eine Migräneattacke eigentlich dauern kann. In meinem Fall waren das jetzt vier Tage. Die letzten beiden Tage ohne Triptane waren die Hölle. Ich hab gestern zufällig gelesen, dass Lewis Carroll, der Autor von Alice im Wunderland, die skurrilen Traumwelten von Alice aufgrund seiner starken Migräneanfälle kreiert hat. Ich liebe Alice im Wunderland – sie hat meine Kindheit beflügelt und bunt gemacht. Dann fiel mir etwas ein, an das ich lange nicht mehr gedacht habe: Als Kind, wenn ich im Bett lag, hatte ich oft das Gefühl, dass mein Kopf riesengroß ist und meine Hände so winzig, dass sie nicht mal mehr spürbar sind. Diese Erlebnisse von komplett verrückten Größenverhältnissen meines Körpers hatte ich ständig. Im Nachhinein betrachtet, waren das wohl Vorboten der Migräne, die wenige Jahre später auftauchte…

heute im Wald

Heute war ich jedenfalls nach Tagen des Dumpfseins im Wald und es war ein Traum. Es regnete und war sehr neblig – ich liebe diese Tage. Und was mir immer auffällt, nach diesen Schmerzattacken ist, dass mein Geist und meine Sinne hellwach sind. Und so hab ich heute, neben ein paar wundervollen Bildern, auch Ackerschachtelhalm gesammelt. Es ist wohl eine der wenigen Pflanzen, die ich auch bei Regen sammle. Ich bilde mir ein, dass es bei ihm keinen Unterschied macht, da er geruchlos ist und somit aufgrund des Wetters, keine ätherischen Öle flöten gehen. Geplant war das nicht, doch er gab mir heute ein so gutes Gefühl. Das Gefühl von Sicherheit und Struktur im Leben, wenn sich alles beginnt aufzulösen. In meinen Augen gibt kaum eine andere Pflanze, die so sehr Halt und Sicherheit vermitteln kann wie der Ackerschachtelhalm.

die Sporen des jungen Ackerschachtelhalms

Er ist auch ein gutes Nierenmittel und die Nieren stehen auch für die Balance und die Geborgenheit in unserem Leben. Er enthält massig Kieselsäure und unterstützt das Bindegewebe, Haut und Knochen. Der Ackerschachtelhalm gehört zur Familie der Schachtelhalmgewächse. Beim Sammeln solltest du dich gut auskennen, denn der giftige Sumpfschachtelhalm sieht ihm sehr ähnlich.

Sind die ersten Seitenglieder länger als das Mittelglied, ist es Ackerschachtelhalm.

Das sicherste und einfachste Erkennungsmerkmal ist die Länge des ersten Seitengliedes. Ist es länger als das Mittelglied, ist es Ackerschachtelhalm. (Siehe Foto) Ist es kürzer, lass ihn bitte stehen, denn dann ist es der giftige Sumpfschachtelhalm. Auch wenn du dir nicht zu 100% sicher bist, oder der Standort sehr feucht ist, lasse ihn besser stehen.

Wichtig beim Ackerschachtelhalm ist auch die richtige Zubereitung, damit du in den vollen Genuss seiner Kräfte kommst. Da gibt es generell zwei Methoden: Zum einen das Auskochen der Pflanze. Du solltest ihn ca. 20 Minuten lang kochen, dann ein wenig ziehen lassen und den Absud trinken. Zum anderen, kannst du ihn trocknen und zu Pulver vermahlen und ihn so einnehmen. Ich bevorzuge die Kochmethode 🙂 Ein anderer Name für den Ackerschachtelhalm ist auch Zinnkraut. Früher reinigte man die Zinntöpfe mit den Halmen. Auch zur Möbelpolitur wurde er verwendet. Er ist übrigens ein wahrer Dinosaurier, denn schon zu deren Lebzeiten gab es Schachtelhalme; damals hatten sie eine Größe von unglaublichen 30 Metern und einen Stamm Durchmesser von bis zu einem Meter! Was für eine besondere Pflanze ❤

6 Kommentare zu „Der Ackerschachtelhalm / die Strukturen im Leben“

  1. Danke für das Portrait dieser besonderen Pflanze. Früher waren sie so groß wie du als Kind dachtest, dass dein Kopf groß wäre. Ich habe aus Ackerschachtelhalm einen Ansatz gemacht für die Tomaten, damit sie keine Braunfäule bekommen. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag, liebe Grüße Susanne

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  2. Hallo, ich bin neu hier auf deinem Blog. Allein das Lesen über der Ackerschachtelhalm hat mich neugierig gemacht. Bislang wurde er mir nur als „Unkraut“das schwer entfernbar ist, vorgestellt ( von meiner Mutter). Deine Größenunterschied von Kopf und Händen teile ich mit dir, allerdings waren das schon immer die Vorboten einer undefinierbare Übelkeit mit Erbrechen. Später mit 13 bekam ich auch Migräne. Mittlerweile( ich bin jetzt 63) hat sich das etwas gelegt. Also die Attacken kommen im Frühjahr und im Herbst. Ich werde dir folgen, um weitere Neuigkeiten und viel Interessantes zu erfahren. Danke! Liebe Grüße von Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      danke dir ganz herzlich für deinen Kommentar. Unglaublich, dass das noch wer kennt mit den Größen Unterschieden, ich hab darüber tatsächlich bis gestern noch nie nachgedacht. Ich freu mich sehr, dass die Anfälle bei dir weniger geworden sind. Das macht mir Hoffnung 💗. Alles Liebe und ein schönes Wochenende wünsche ich dir ☀️

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