Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Ich wollte schon vor ein paar Tagen über den Holunder schreiben, aber irgendetwas hielt mich noch ab. Gestern war ich mit einer lieben Freundin im Wald und wir hatten ein paar Holunderblüten gesammelt. Er begleitete uns auf dem gesamten Weg. Abends zu Hause machte ich dann ein Hydrolat aus ihm, weil meine Freundin den Duft soooo sehr liebt. Es ist wundervoll geworden und gehört definitiv erwähnt. Jetzt weiß ich, warum es noch gedauert hat mit dem Holunderpost. Denn eines ist klar: Alles hat seine Zeit ❤

Der Holunder ist eine so besondere Pflanze. Einer der wichtigsten für uns Menschen möchte ich fast meinen. Es gilt als Unheil bringend, den Holunder zu schneiden. Hast du einen in deinem Garten? Gratuliere dir! Erfreue dich an ihm, denn er ist eine Hausapotheke.

Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Der schwarze Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Er ist als schwach giftig eingestuft, was einige Menschen verwundert. Ich finde die scharfe Trennung zwischen guten und bösen Pflanzen sehr befremdlich – denn alles ist Gift, es liegt an der Dosis. Beim Holunder bezieht sich das in erster Linie auf die Rinde und die tiefroten Beeren, die in rohem Zustand nicht bekömmlich sind. Gekocht allerdings, geben sie ein kraftvolles Grippemittel ab. Im Spätsommer ist es super, einen Saft aus den Beeren zu machen und ihn Löffelweise einzunehmen. Das stärkt das Immunsystem. Auch eine Marmelade kombiniert mit Zwetschke (Pflaume) ist supergut und eine lange haltbare Quelle für deine Gesundheit. (In Österreich nennt man das dann Hollerröster.) Auch die Holundersuppe ist ein altes, traditionelles Mittel um den Körper für die dunkle Zeit zu stärken.

die strahlenden Holunderblüten

Aus den Blüten lassen sich allerlei gute Sachen zaubern. Sie wirken schweißtreibend und sind am Beginn einer Erkrankung sehr wertvoll um die Erreger rauszuschwitzen. Am besten zwei Tassen abends vor dem Schalfengehen trinken und in der Nacht gut anziehen und warm einwickeln. Auf diese Weise hab ich schon mehrere Erkältungen verabschiedet noch bevor sie richtig da waren. Sehr beliebt ist der Hollersaft, für den jeder so sein eigenes Rezept hat. Sei nicht entmutigt, wenn die dein Ansatz verschimmelt – mir ist das die letzten beiden Jahre auch passiert. Heuer ist er mir gelungen – und mega gut geworden. Die Blüten werden (wie alle anderen Kräuter auch) an trockenen Tagen gesammelt. Bitte sammle sparsam – gerade beim Holunder (ähnlich wie beim Bärlauch) finden oft richtige Raubzüge statt. Das ist nicht okay! Gesammelt wird, was man braucht und nicht mehr. Es würde sonst wohl keine Beeren mehr geben, denn dafür braucht es nun mal die Blüten.

Hollersirup Ansatz

Auch die Knospen werden in der Gemmotherapie verwendet. Die Bereiche umfassen vorallem Grippe und grippeähnliche Erkrankungen, Erkrankungen der Nebenhöhlen und der Lunge.

Die Knospen des schwarzen Holunders im Februar

Interessant ist auch die Verwendung aus der Volksheilkunde der Rinde, bzw des Basts hinter der Rinde. Er wirkt abführend und brechreizerzeugend zugleich. Und da kommts: Schabt man ihn nach oben ab, wirkt er brechreizerzeugend, schabt man ihn nach unten wirkt er abführend. Zahlreiche Berichte belegen das, was man mit dem wissenschaftlichen Verstand nicht nachvollziehen kann. Es gibt eben mehr zwischen Himmel und Erde, als wir begreifen können. Und der Holunder zeigt es uns sehr deutlich.

Dieser magische Baum gehört der Holle – der Muttergöttin. Sie verbindet Leben und Tod und sie heilt. Man ging früher zum Holler mit einem roten Band, um es anzubinden und die Krankheit auf den Holler zu übertragen. Der Holunder schickt sie direkt in die Unterwelt, wo die Krankheitsgeister in den Kessel der Holle plumpsen und dort verenden. Solche Überlieferungen sind zahlreich.

Der Schwarze Holunder im Winter

„Der Holler schickt dich auf Reisen, die Brennnesseln bringen dich wieder zurück.“

Ich empfinde den Holunder als einen kraftvollen Begleiter. Oft ist er von Brennnesseln „bewacht“ – sie scheinen in wunderbarer Symbiose zu leben. Ganz besonders in diesem, so schwierigem Jahr ist der Holler so präsent. Er weiß, dass die Menschen ihn jetzt so sehr brauchen.

Wie ich dir anfangs erzählt habe, hab ich gestern ein Hydrolat aus seinen Blüten hergestellt. Es umarmt einen, schenkt Hoffnung, Licht und Geborgenheit. Es entspannt die Nerven und bringt die Gedanken zur Ruhe. Hier kommen noch Bilder zur Herstellung – die genaue Erklärung findest du hier.

Ich wünsch dir viel Freude beim Kennenlernen dieses magischen Gewächses. Bleib gesund ❤

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