Es ist, als ob ein geheimer Zauber auf ihnen liegt, den Nachtschattengewächsen. Denken wir hier zuerst an die mächtige dunkle Schönheit der Tollkirsche, oder die Drachen-ähnliche Wildheit des Bilsenkrauts, so gibt es auch ganz zarte, fast unscheinbare Schönheiten, wie den Bittersüßen und den Schwarzen Nachtschatten.
Im Bild unten: Der Bittersüße Nachtschatten

Im Bild unten: Der Schwarze Nachtschatten

Kaum wahrnehmbar, ist ihre Präsenz und ihre Kräfte sind in Vergessenheit geraten. Ich möchte dich gerne ein Stück mitnehmen und dir den Zauber dieser beiden Nachtschattengewächse eröffnen.
Der Bittersüße Nachtschatten
Wir erkennen ihn an seinen dunkelvioletten kleinen Blüten, die den typischen Nachtschattenwuchs zeigen. Seine unreifen Beeren sind eiförmig und verfärben sich von Grün ins Rot in unterschiedlichen Abstufungen. Alpranke wurde er früher genannt und war zusammen mit dem Schwarzen Nachtschatten und anderen ungiftigeren Pflanzen ein Bestandteil von Rauhnachts- und Wetterzauber-Räucherungen. Das Bittersüß ist innerlich stark giftig, besonders die unreifen Beeren. Äußerlich wurde die Pflanze bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Schuppenflechte und starkem Juckreiz eingesetzt.
Im Bild unten: Der Bittersüße Nachtschatten

Der Schwarze Nachtschatten
Der Schwarze Nachtschatten ist sogar im Städtischen Bereich zu finden. Er liebt Straßenecken und Hinterhöfe genauso, wie die Wege des Waldes. Er hat größere Blätter als das Bittersüß und seine Blüten sind weiß. Im Spätsommer reifen seine runden kleinen Beeren von Grün ins Schwarz, die wie winzige Tomaten aussehen. Gilt die Pflanze bei uns in allen Teilen als giftig, so werden die reifen Beeren in Osteuropa zu Marmelade gekocht und die Blätter in Afrika gekocht zubereitet. Man sagt, dass sie besonders dunkle Augen machen sollen. Bei der Zubereitung wird das Kochwasser mehrmals ausgetauscht, damit Reste von Giftstoffen sich ausschwemmen. (Bitte nicht nachmachen!) Aus den Beeren lässt sich wunderschöner Schmuck herstellen. Ein alter Name für den Schwarzen Nachtschatten war Alpkraut.
Im Bild unten: Der Schwarze Nachtschatten

So verschwimmen die Grenzen wieder, zwischen Gift und Gabe. Wie Paracelsus bereits sagte: Alles ist Gift, die Dosis machts!
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