Die Legende von den vier Räubern

Als die Pest Anfang des 18. Jahrhunderts Europas Städte fest im Griff hatte und die Kirchenglocken Tag und Nacht läuteten, lebten vier Männer vom Diebesgut der Pesttoten. Sie schlichen durch die verlassenen Gassen, öffneten Türen zu den Häusern der Toten, durchwühlten ihr Hab und Gut und verschwanden wieder – ohne, dass die tödliche Krankheit ihnen etwas anhaben konnte. Das Misstrauen wuchs, bis die Stadtwachen die Männer schließlich stellten. Vor Gericht standen sie nun beschuldigt, doch was die Richter am meisten verwirrte, war ihre Unversehrtheit: Wer in den Häusern der Pestopfer wütete, sollte krank werden – und sie waren es nicht.
So boten die vier Räuber dem Richter einen Handel an: Sie würden das Geheimnis ihres Schutzes offenbaren, wenn man ihnen dafür das Leben schenkte. Man willigte ein und so erzählten sie von einem Rezept, welches ihnen ein alte Frau gegeben hatte: Ein Essig mit starken Heilkräutern. Damit tränkten sie Tücher, rieben sich ein und inhalierten die schützenden Dämpfe.
Ob der Essig tatsächlich gegen die Pest geholfen hat – man weiß es nicht. Übrig bleibt ein kraftvolles Sinnbild über Schutzpraktiken der Menschen gegen Krankheit und Tod.
Vier Räuber Essig

Die verwendeten Kräuter variieren je nach Quelle. Ich habe mich für die entschieden, die meinem Empfinden nach am stimmigsten sind.
Zutaten:
- Thymian
- Weinraute
- Engelwurz
- Rosmarin
- Nelken
- Lavendel
- Salbei
Vermenge die getrockneten Kräuter und gib sie in eine Flasche. Gieße nun mit Essig auf und lass deinen Ansatz für 10 – 14 Tage im Dunkeln stehen. Seihe ab und fülle ihn in eine Flasche. Dunkel aufbewahren.
Wichtig! Nicht in der Schwangerschaft und bei kleinen Kindern anwenden!
In der Grippezeit morgens einen El Essig in einem Glas Wasser verdünnt einnehmen.

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