Zum Stein der Weisen mit dem Bingelkraut

Das Wald-Bingelkraut ist eine zauberhafte Pflanze, die du im April in unseren Wäldern entdecken kannst. Allein ihre Erscheinung hat etwas Magisches! Sie bildet feine gelbgrüne Blüten aus und schwingt mit ihren Blättern sanft im Wind. Der Namensteil „bingeln“ bedeutet übrigens schwingen – einleuchtend, wenn man die Pflanze ein wenig in ihrer natürlichen Umgebung betrachtet. Die Pflanze ist in allen Teilen giftig und darf nicht angewendet werden!
Beim Trocknen verfärbt sich die gesamte Pflanze mitsamt ihrer Wurzel tiefblau. Dieses Mysterium gab den Alchemisten Grund zur Annahme, dass sie für die Herstellung des „Steins der Weisen“ hilfreich sein kann. Ihr lateinischer Name Mercurialis bezieht sich zum einen auf die Verbindung zum hochgiftigen Quecksilber und zum anderen auf den Planeten Merkur. Merkursignaturen im Pflanzenreich sind veränderlich, beweglich und häufig bläulich. Außerdem wurde die Pflanze mit dem Bestimmen des Geschlechts des ungeborenen Kindes in Verbindung gebracht. (Die Pflanze ist zweihäusig – es gibt männliche und weibliche Pflanzen)
Wie ich das Bingelkraut wahrnehme

Für mich ist das Bingelkraut eine Zwergenpflanze. Wenn ich im Wald einen Fleck voller Bingelkraut entdecke, spüre ich Zwerge werkeln, eifrig, stur und unerschütterlich. Es ist, als ob man in einen Bereich eintritt, wo man so nicht ganz erwünscht ist. „Störe uns nicht bei unserer Arbeit!“ ist die Botschaft, die ich schmunzelnd entgegen nehme. Eine zauberhafte Pflanze, die in andere Welten entführt beim Betrachten.
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