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Schütze deine Seele

Die Thuje – der Lebensbaum

Heuer braucht es ganz starke Medizin, denn dieses Jahr verlangt einem wirklich viel ab. Die Thuje ist der Lebensbaum. Ein Kaliber wie sie, ist energetisch momentan genau das Richtige. (Zumindest für mich.)

Begonnen hat das Jahr für mich mit einem Burn Out, das unbehandelt blieb aufgrund der Coronakrise und des Verharmlosens meines ehemaligen Arztes. Ich hab meinen Hintern selbst gerettet, dazu muss ich mich posthum bei Edward Bach bedanken, für sein Geschenk der Bachblüten an die Menschheit und meine unerschütterliche Kraft in den dunkelsten Momenten.

Wir sind seit Mittwoch spät Abends in Quarantäne – meine Tochter wurde (nachdem in ihrer Klasse ein Fall war) positiv getestet. Zum Glück ist sie nicht erkrankt (sie hustet nur ein wenig und schläft schlecht) und mein Sohn und ich sind negativ. Die Sorge und Angst war trotzdem sehr belastend. Ich gehöre ja zur Risikogruppe (Diabetes Typ 1, Sarkoidose) und da macht man sich schon so seine Gedanken.

Ich möchte gerne mit dir teilen, wie ich die Tage verbringe und was mich stärkt und mir Kraft und Licht schenkt. Anmerkung: Die genannten Dinge sollen KEINEN Schutz vor – oder eine Behandlung einer Infektion mit Corona darstellen – nicht, dass das hier falsch verstanden wird 🙂

Ich bin unendlich dankbar für mein Kräuterwissen! Das bin ich ohnehin immer, in solchen Momenten allerdings umsomehr. Es gibt mir das Gefühl, dass ich etwas tun kann, dass ich nicht hilflos dastehe und das Gegebene hinnehmen muss. Ich glaube, dass es auch für meine beiden Kinder Geborgenheit vermittelt, wenn ich mit Tee und Tropfen aus der Hausapotheke antanze.

Ich koche jeden Abend eine Tasse Beifuss Tee. Beifuss ist auf der energetischen Ebene stark reinigend und vertreibt alles Fremde und Schlechte.

Meine Tochter bekommt jeden Tag eine Tasse Thymian – Quendel – Lindenblütentee. Thymian und Quendel sind altbekannte Hustenmittel und die Lindenblüten erweichen und wirken schweißtreibend.

Ich hab Wacholder und Melissenöl in der Duftlampe. Der Wacholder ist eines der energetisch am stärksten reinigenden Pflanzen die wir bei uns haben. Und die Melisse beruhigt.

Ich besprühe den Raum mit Holunderhydrolat. Das reinigt energetisch ebenfalls. Der Holunder war schon immer einer der besten Freunde des Menschen.

Ich gebe uns Vitamin D. Ich weiß, da scheiden sich die Geister – ich persönlich fühle mich wohl damit. (Die Dosis macht das Gift.)

Ich lese und lerne. Nachdem mein Wurzelkurs gestern nicht stattfinden konnte, stürze ich mich ins Lernen. Ich bin kurz davor meinen Abschluss als Kräuterpädagogin (nach Corona im zweiten Anlauf, diesmal über Fernstudium) zu machen und beginne mit der Ausbildung zur Bachblüten Beraterin. (Mein Erlebnis im Mai mit den Blüten war prägend und wegweisend – siehe dazu den Beitrag von dem Star of Bethlehem)

Ich versuche trotz Abstand zu meiner Tochter, ihr viel Liebe und Wärme zu geben – und vorallem ihr zu vermitteln, dass alles gut ist. Manchmal kommt es mir so vor, als wären wir in einem Psychokrieg. Die seelische Komponente ist so riesengroß – auch (oder vorallem) für die Kinder. Meine Tochter war die ersten beiden Tage so tieftraurig. Es braucht so viel Liebe heuer ❤

Ich werde ruhig. Wie so oft merke ich, dass in schwierigen Situationen Kraft entsteht. Diese Kraft ist eine sehr ruhige Kraft.

Vielleicht kann dir dieser Beitrag ein wenig Mut schenken, falls auch du diesen Herbst oder Winter in eine ähnliche Situation kommen solltest. Pass auf dich auf und bleib gesund – im Innen wie im Außen ❤

Lebensbaum Thuje

Das Salomonsiegel / Die vielblütige Weißwurz – Die großen Lehrmeister

Das Salomonsiegel / Polygonatum odoratum

Der Schwarzspecht ist ein Kräutermann,

kennt manches Zauberkraut im Tann,

das im Verborgnen sprießet.

Er hält ob einer Wurzel Wacht,

die alle Schlösser springen macht

und jede Tür erschließet.

Gedicht von Rudolf Baumbach

Das Salomonsiegel ist eine durch und durch mystische Pflanze. Ihre Ausstrahlung ist zauberhaft, geheimnissvoll und stark. Sogar die gebrüder Grimm erwähnen die Pflanze in der Sage „Die Springwurzel“ und auch in anderen Märchen kommt sie vor. Man sagte ihr nach, sie könne alle Türen öffnen. Sie steht auch in enger Verbindung mit dem Specht.

Das Rhizom des Salomonsiegels – auch Siegelwurz genannt.

Betrachtet man die Wurzel genau, sieht man in regelmäßigen Abständen siegelartige Verdickungen. Kein Wunder, dass diese magische Wurzel zur Träumerei anregt!

Für mich ist die Pflanze ein großer Lehrmeister. Dazu möcht ich dir gerne eine Geschichte erzählen:

Letzten Herbst, war ich mit einer Bekannten im Wald zum Wurzelgraben. Sie wollte sich Siegelwurz mitnehmen, um eine Verletzungssalbe zu machen. Wir wurden fündig und sie begann zu graben. Eine, zwei, drei….sieben, acht, neun.. Ich fragte sie, ob sie eine Soldatenkolonie versorgen möchte, denn die Menge die sie grub war unfassbar groß. „Ich brauche das.“ Meinte sie nur darauf. Ich konnte dem nicht ganz folgen, denn mit der gegrabenen Menge konnte sie Salbe für sicherlich 40-50 Menschen herstellen. Das tat mir sehr weh.

Ein paar Wochen später, waren wir erneut unterwegs – allerdings an einem anderen Platz. Ich fragte sie, ob sie denn schon reichlich Tinkturen angesetzt hatte aus den Wurzeln. Sie meinte: „Nein, ich hab den Sack ganz vergessen und konnte ihn nicht mehr finden.“ Wow, so viele Wurzeln und dann noch einfach „vergessen“… Mir war klar, dass dies wohl unsere letzte Runde sein wird. Ich fotografierte ein wenig und merkte, dass sie erneut zu graben begann. Ich fragte sie, was sie mache. Sie sagte: „Ich grabe noch ein Salomonsiegel – ich brauch es ja!“ Ich kam näher und sah, dass sie eine Schwalbenwurz grub! Diese Pflanze ist, vorallem in der Wurzel tödlich giftig und führt zu einer Atemlähmung. Sie erschrak und ließ von der Pflanze ab.

Ich bekam Gänsehaut. Die Pflanze hatte ihr eine Lehre erteilt – ob sie es verstanden hat, weiß ich bis heute nicht (wir haben keinen Kontakt mehr). Mir hat es wieder einmal gezeigt, dass wir respektvoll mit unserer Umwelt umgehen sollen. Es ist nicht in Ordnung, einfach nur zu nehmen, ohne sich auch nur eine Sekunde darüber Gedanken zu machen, ob wir das auch wirklich brauchen.


Es gibt die vielblütige Weißwurz und das Salomonsiegel, welche sich sehr ähnlich sind. Die vielblütige Weißwurz hat mehrere Blüten an einer Stelle und duftet nicht – das Salomonsiegel hat je nur eine Blüte an einer Stelle und verströmt einen wundervoll, süßen Duft.

Die vielblütige Weißwurz / Polygonatum multiflorum

Beide Pflanzen sind in ihren oberirdischen Teilen giftig. Verwendet wird ausschließlich die Wurzel (das Rhizom) beider Pflanzen äußerlich. Sie ist eine großartige Heilerin für alle Sehnen, Bänder, Verknotungen, Verdickungen unter der Haut etc. Am besten machst du dir eine Tinktur daraus und verarbeitest sie weiter zu einer Salbe. Sie kann mit Beinwell gemischt in eine Verletzungs-, Sport-, Sehnensalbe eingearbeitet werden.

Im Herbst leuchten die gelben Blätter, der welkenden Pflanze richtig aus dem Waldboden. Oftmals hängen noch die dunkelblauen, giftigen Beeren an der Pflanze dran.

Das Salomonsiegel im Herbst.

Hast du diese magische Pflanze schon entdeckt? Ich wünsche dir eine zauberhafte Zeit im Oktober. Zwei Vollmonde begleiten uns in diesem Monat und bieten uns einen wunderbar kräftigen Raum um heilkräftige Wurzeln zu sammeln ❤

Über die MAgie von Plätzen und die Verbundenheit

Manche Plätze rufen einen. Manche Plätze bedeuten etwas Besonderes in deinem Leben. Manche Plätze sind so fremd und doch so vertraut.

Die letzten zwei Wochen waren sehr turbulent und zugleich wunderschön. Ich hielt die beiden ersten Kräuterwanderungen seit dem Coronalockdown und bin sehr glücklich darüber, dass wieder ein wenig Leben ins Seelenhaus kommt. Ich merke auch, dass ich mehr Zeit für die Dinge und Erledigungen brauche als noch vor ein paar Monaten. Der Lockdown und das Burnout haben mich gelehrt, langsamer zu gehen, gütiger zu mir selbst zu sein und ehrlicher, was meine Grenzen angeht. Das ist megaschön!

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Auf der Suche nach Verbündeten

Der Beifuss in Blüte

Ein Gedanke, der mich sehr beschäftigt ist der, der Pflanzenverbündeten. Immer mehr komme ich zu dem Schluss, dass ich nicht sehr viele Pflanzen brauche um mich gut zu fühlen und den Grundstock meiner Gesundheit zu erhalten. Interessant ist auch, dass der Gedanke bei vielen Kräuterkundigen in der Vergangenheit bereits präsent war. Ich merke oft sehr stark, dass es mich zu gewissen Pflanzen hinzieht. Diese Pflanzen lassen etwas in mir anklingen – sie lassen etwas ertönen.

Manche Pflanzen finde ich interessant und bin vom Verstand her fasziniert, was sie doch alles bewirken können. Bei anderen Pflanzen wiederum ist es anders: Ein tiefes Gefühl der Hingabe und Verbundenheit, der Faszination und Liebe erfüllt mich bei ihrem Anblick und ihrem Duft.

Für mich bedeutet das, mich auf den Weg einer langen und spannenden Reise zu begeben – eine Reise auf der Suche nach meinen Verbündeten. Sie begleiten mich ein Leben lang und rücken für mich vieles zurecht.

Wie ist das bei dir? Hast du dir schon einmal darüber Gedanken gemacht? Hast du auch das Gefühl, dass du gewisse Pflanzen hast die fast alles für dich wieder gut machen? Zu welchen Pflanzen fühlst du dich hingezogen?

Star of Bethlehem / der doldige Milchstern und meine Reise zu (mit) den Bachblüten

der doldige Milchstern / Ornithogalum umbellatum

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Schreiben soll. Ich teile hier mit dir zum Teil sehr persönliche Erlebnisse – und doch: es gibt Erfahrungen, die sind so tiefgreifend, dass man das Gefühl hat, wenn man das jetzt schreibt, macht man sich nackt. Doch ich möchte es schreiben, denn nur so kannst vielleicht auch du neue Schritte machen.

Diese wunderschöne Blume ist eine Bachblüte. Ich bin ehrlich, ich weiß nicht sonderlich viel über Bachblüten. Doch wie ich an sie gekommen bin bzw. was sie in mir auslösten, dass will ich dir gerne erzählen. Ich habe in den letzten zwei Jahren 3 Bachblüten genommen: Die erste war Larch (die Lärche), die zweite war Oak (die Eiche) und die dritte war Star of Bethlehem (doldiger Milchstern).

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Der Ackerschachtelhalm / die Strukturen im Leben

der Ackerschachtelhalm / Equisetum arvense

Die letzten Tage waren anstregend. Manchmal frage ich mich, wie lange so eine Migräneattacke eigentlich dauern kann. In meinem Fall waren das jetzt vier Tage. Die letzten beiden Tage ohne Triptane waren die Hölle. Ich hab gestern zufällig gelesen, dass Lewis Carroll, der Autor von Alice im Wunderland, die skurrilen Traumwelten von Alice aufgrund seiner starken Migräneanfälle kreiert hat. Ich liebe Alice im Wunderland – sie hat meine Kindheit beflügelt und bunt gemacht. Dann fiel mir etwas ein, an das ich lange nicht mehr gedacht habe: Als Kind, wenn ich im Bett lag, hatte ich oft das Gefühl, dass mein Kopf riesengroß ist und meine Hände so winzig, dass sie nicht mal mehr spürbar sind. Diese Erlebnisse von komplett verrückten Größenverhältnissen meines Körpers hatte ich ständig. Im Nachhinein betrachtet, waren das wohl Vorboten der Migräne, die wenige Jahre später auftauchte…

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wie es mit den Kursen dieses Jahr weitergeht

Ich habe mir Gedanken gemacht, wie es heuer mit den Kräuterkursen aussehen wird. Die ursprüngliche Variante mit einem Indoorteil in der Kräuterwerkstatt ist ohnehin hinfällig. Der Raum ist zu klein, um sich laut neuer Regeln, mit mehr als einer Person darin aufzuhalten. Doch es sind nicht nur die Regeln, die meine Entscheidungen beeinflussen, auch Bauchgefühl und Vernunft schwingt mit. Ich gehöre zur Risikogruppe und ich denke auch einige der Menschen die einen Kräuterkundekurs besuchen haben gesundheitliche Geschichten zu erzählen. Aus Rücksicht und Weitsicht möchte ich daher keine Risiken eingehen. Der Kurs diesen Sonntag wird natürlich nicht stattfinden und ich werde auch heuer die geplanten Kurse nicht in dieser Form abhalten.

Es kann sein, dass ich im sehr kleinen Rahmen draussen Kräuterspaziergänge machen werde, mehr wird diesen Frühling und Sommer nicht stattfinden. Anfangs hat mich der Gedanke etwas betrübt, doch mittlerweile bin ich sehr dankbar für diese „Pause“. Ich lerne noch soviel dazu und nutze die Zeit um mich noch stärker mit der Natur zu verbinden. Ich lausche den Pflanzen und ihren Geschichten. All diese Erfahrungen, und die Kraft der Stille fließen in meine Projekte ein. Und ich weiss jetzt schon, dass es meine Kurse enorm bereichern wird, diese Zeit haben zu dürfen. Jedes Kräuterjahr ist ein Geschenk an uns, durch das wir lernen und wachsen dürfen. Mit jedem Jahr gehe ich erneuert und bereichert in ein nächstes. Und ich freue mich so sehr, Kurse zu halten mit dem neu gewonnenem Wissen dieses wertvollen Jahres.

Nutze auch du die Zeit, die dir dieses Jahr (hoffentlich) geschenkt wird um zu lauschen und still zu werden. Höre die Stimmen der Natur und die Lieder und Geschichten der Pflanzen und deiner Seele ❤

Der Beinwell / Der Meister der unsichtbaren Leiden

Der Beinwell / Symphytum officinale

Was für eine faszinierende Pflanze er doch ist. Ich hatte schon immer einen ganz besonderen Respekt vor ihm – so kraftvoll ist er.

Der Beinwell / Symphytum officinale

Bis jetzt hatte ich jedoch wenig Kontakt zu ihm. Ich mache zwar immer Beinwellsalbe, falls sich in meiner Familie jemand verletzen sollte, habe aber selbst noch keine Anwendung hinter mir. Für Freunde mache ich des öfteren die Salbe und sie sind sehr erfreut, über die wohltuende und schmerzlindernde Wirkung des Beinwells.

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Blütenöle / Kräuteröle – neue Einsichten

Letzten Juli hab ich bereits einen Beitrag zum Thema Blütenöle geschrieben, es war einer der Ersten hier. Und heute möchte ich wieder über das Thema schreiben. Denn weisst du, was das Wunderbarste an der Kräuterkunde ist? Sie ist lebendig, sie ist ständig im Fluss und ich lerne nie nie nie aus. Und die größten Geschenke sind die Einsichten, die kommen, wenn die Seele lauscht und das Herz ruhig ist. Dafür bin ich so dankbar, darum liebe ich die Kräuterkunde so sehr!

So ist mir auch heute etwas bewusst geworden: Ich werde in Zukunft die Öle je nach deren Einsatz unterschiedlich zubereiten. Was ich damit meine, erklär ich dir gern. Zuerst möcht ich dir ein paar Bilder zeigen, von Ölen die ich über die letzten Jahre angesetzt habe.

Ich liebe Blüten- und Kräuteröle. Sie sind sanfte und starke Medizin zugleich. Einige sind wahre Klassiker: das Johanniskrautöl und das Ringelblumenöl zum Beispiel. Die Öle können innerlich (Anmerkung: Das Pestwurzöl enthält Pyrrolizidine und sollte nur äußerlich verwendet werden.) und äußerlich verwendet werden. Sie können auch als Salbengrundlage weiterverarbeitet werden, so kannst du mit etwas Bienenwachs ganz easy eine heilkräftige Salbe rühren.

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