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Garten Eden ~ Sommer flashback

Paradies

Dieser Platz ist so wundervoll. Heute erinnerte ich mich plötzlich an den Tag im August, als ich Kräuter für den Winter sammeln wollte. Ich wanderte im Wald in Mils eine unbekannte Abzweigung entlang und kam an die wohl schönste Sackgasse der Welt ❤ .

Der Platz war voller Magie und Ruhe. Ich setzte mich auf die Bank und betrachtete die üppig sprießende Natur um mich herum. Johanniskraut, Schafgarbe, Goldrute, Dost …. es war wie im Paradies!

Heute bin ich gerade so dankbar für diesen wunderbaren Moment, für die Gabe mit Pflanzen in engen Kontakt zu treten und Kräuterkunde weitergeben zu dürfen ❤

Der Wald weiß alles

Kennst du das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen? Du zerbrichst dir den Kopf, sorgst dich unendlich und fühlst dich, als ob du den Boden unter den Füßen verlierst?

Geh in den Wald. Gehe alleine, gehe ziellos und gehe mit der Bitte um Antwort und Hilfe.

Du glaubst gar nicht, wie oft mir der Wald schon geholfen hat. Denn er hat immer eine Antwort und Trost. Warum ich jetzt darauf komme? Klar, du hast es dir schon gedacht – natürlich betrifft es mich gerade selber sehr stark. Ich hatte unlängst ein wundervolles Erlebnis. Bei mir sortiert sich (wieder einmal) alles neu. Ich habe es selber so gewollt, bin endlich raus aus meiner Komfortzone und trotzdem – es fühlt sich an als würde jemand meine Glaskugelwelt kräftig durchschütteln. Neue Wege machen mir manchmal Angst und ich fühle mich dann wie ein Seiltänzer ohne Netz.

Ich ging also mit der Bitte um Sicherheit, Geborgenheit, Antworten und Hilfe in den Wald. Nach einer Weile, eines mir bekannten Weges, beschloss ich einen mir unbekannten Weg zu gehen. „Wie in meinem Leben „, dachte ich bei mir… Es war eiskalt und ich genoss die frische Luft. Ein wenig später kam ich zu einer Stelle die voll von Farn war. Seine kupferfarbenen Blätter waren mit Frost überzogen und sahen aus wie aus Zuckerguss. Ich zückte meine Kamera und machte ein paar Bilder, versunken in der Schönheit des Farns. Als ich aufblickte, kamen die ersten Sonnenstrahlen durch und erleuchteten den Weg vor mir. Wie wunderbar! Mir wurde sofort klar, dass wenn ich im Moment lebe, alles gut ist! Ich ging vertrauensvoll und behütet weiter. Plötzlich kam ich an eine markante Stelle: Eine Fichte die sich Halt an einem bemoosten Stein verschafft. Ich erschrak- mir wurde plötzlich klar, dass ich vor vielen Jahren schon an dieser Stelle im Wald war! Ich hatte es total vergessen… In diesem Moment wurde mir vieles bewusst, die Wege im Leben, die sich so fremd und neu anfühlen, bin ich auf irgendeine Art und Weise schon einmal gegangen. Ich habe es nur vergessen, verdrängt oder verloren. Ein warmer Schauer durchflutete mich und mit einem Mal waren all die Sorgen und Ängste weg.

Erlebnisse wie dieses hatte ich schon so viele und ich möchte dir wirklich ans Herz legen: Wenn du Sorgen hast, geh in den Wald. Du wirst dir selbst – deiner Seele – begegnen, nackt, ungeschminkt und wahrhaftig. Nichts ist glückseliger ❤

Die vergessene Seele – Teil 2

Ich möchte mit diesem Beitrag an Teil 1 anknüpfen, weil ich glaube, dass sich heutzutage immer mehr Menschen schwer tun, die Tore zur Seele zu öffnen. Im Wald geht es viel leichter, er lädt uns förmlich dazu ein uns fallen zu lassen und loszulassen. Doch es funktioniert nicht für Jeden auf Anhieb. Es gibt ein paar Dinge im Außen, die du tun kannst, um empfänglicher zu werden für die Klänge deiner Seele

  1. Das Räuchern – der Zugang zu unseren Wurzeln
Das Räuchern mit Kohle öffnet den Zugang zu unseren Wurzeln

Räuchern ist wundervoll. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Räucherstoffen zu arbeiten, ich lege dir ganz bewusst das Räuchern in einer Schale, mit Räuchersand und Kohle nahe. Warum? Einige arbeiten mit ätherischen Ölen und Diffusoren. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Auszug einer Pflanze – das heißt, es ist nicht die ganze Pflanze als solches. Da wir heutzutage schon in vielen Bereichen sehr beschnitten sind, ist es für die Seele hilfreich möglichst auf „Ganzes“ Wert zu legen. Diffusoren die ätherische Öle verdampfen, beduften und transformieren deinen Raum auch, aber es fehlt etwas. Das Feuer! Das Knistern und Zischen der Kohle und Räucherstoffe weckt tief in uns unsere Wurzeln. Im Gehirn werden Areale aktiviert die wir heutzutage nicht mehr sooft benötigen. Nichts gegen ätherische Öle – sie sind wundervoll, wenn es darum geht ganz gezielt Bereiche in uns zu heilen oder zu aktivieren. Aber hier geht es um unseren Urgrund – und der öffnet sich leichter mit der archaischen Kraft des Feuers und der ganzen Pflanze. Welche Räucherstoffe du wählst liegt ganz bei dir. Manche kannst du selber sammeln, wie Harze, Beifuß, Rainfarn oder Wacholder. Du kannst sie aber auch kaufen und dich durchschnüffeln, um so deine ersten Schritte mit Räucherwerk zu machen. Weihrauch und Beifuß zum Beispiel, öffnen unsere Sinne sehr stark.

2. Regional und saisonal Essen – verbinde dich dort, wo du bist

Regionales und saisonales Essen verwurzelt und verbindet dich mit dir selbst.

Avocados sind ja so hip! Und Chia Samen, Mango Lassi, Ananas im Smoothie, Kokosöl von Kopf bis Fuß und Algen als Supplemente… die Liste könnte ich lange fortsetzen. Doch macht das wirklich Sinn? Du bist, was du isst – ein vielbekannter Spruch – und ich glaube schon, dass er seine Berechtigung hat. Mag sein, dass diese Art der Kost gesund ist und deinen Geist sehr weit in alle Richtungen öffnet, doch wo willst du hin? Zu dir selbst – richtig. Und der einfachere Weg dorthin führt über eine größtenteils vegetarische, regionale und saisonale Kost. Ich habe schon viele Ernährungsformen probiert und bin felsenfest davon überzeugt, dass dies nicht nur die ökologisch sinnvollste, sondern auch die wohltuendste Form der Ernährung ist. Und sie lässt dich bei dir bleiben, so kannst du mühelos damit beginnen tiefer zu graben. Fleisch und Alkohol binden uns sehr stark an unseren Körper und an die Materie. Wenn du deine Seele erkunden willst, versuche möglichst oft auf Beides zu verzichten.

3. Esse ab und zu was „Wildes“

Geschenke aus dem Wald sind ein Genuss für den Gaumen und die Seele.

An dieser Stelle möchte ich gerne Wolf Dieter Storl zitieren: „Wer nie was Wildes isst, wird selbst zur Großstadtpflanze.“ Wie Recht er hat! Das Schöne dabei ist, dass du nicht gezwungener Maßen im Wald leben musst. Denn hier kommt es nicht auf die Menge an. So eine kleine Walderdbeere kann deine Sinne für lange Zeit öffnen. Ich liebe es ein wenig in der Natur zu naschen. Hier eine Beere, dort ein vertrautes Kraut, da ein kleines Harzkügelchen… Lass den Wald in deine Sinne 🙂

4. Lausche den Klängen der Natur

Das Plätschern des Wassers berührt tief und hilft Unwichtiges loszulassen.

Das Rauschen vom Bach, das zwitschern der Vögel, das Zischen der Bäume und Gräser im Wind… Die Klänge sind wichtig für unseren Körper und unsere Seele. Man hat herausgefunden, dass Pflanzen nicht so gut wachsen, wenn das Surren der Insekten fehlt. Wie geht es dann erst uns Menschen? Gehe sooft wie möglich in die Natur und hör zu. Deine Lieblingsmusik kannst du zu Hause hören, im Wald warten andere Klänge auf dich. Wenn du öfter mal lauscht, wirst du merken, dass viele Tiere im Wald mit dir Kontakt aufnehmen wollen. Ihre Laute machen dich aufmerksam auf eine Heilpflanze, einen besonderen Pilz, einen Strauch voller Beeren oder eine ganz besondere Lichtstimmung. Die Klänge beruhigen den Geist, sodass es leichter ist, wieder zu sich selbst finden zu können.

5. Sei verspielt!

Die Samen vom Springkraut verbreiten sich in einer kleinen Explosion.

Hast du dein „Spielen“ verloren? Mir gings fast so und ich glaube ich war damit nicht alleine. Unsere moderne Welt erlaubt keinen „Spielraum“ für solche Dinge. Und überhaupt, muss ja alles „Sinn“ machen. Bitte lass dir nie dein Spielen nehmen! Hüpfe durch die Wiese, tanze durch den Wald, bau dir Instrumente aus Stöcken und Luftschlösser in deinem Kopf, klemm dir Samen auf die Nase, lass das Springkraut explodieren! Hab einfach Spaß! Wir sind hier um zu lachen, zu lieben und uns zu erfreuen, an den Schönheiten und Verrücktheiten der Natur ❤

Ich wünsch dir alles Liebe auf deinem Seelenweg! Vielleicht möchtest du mir von deinen Erfahrungen berichten, oder du hast ein ganz spezielles Ritual um dich zu verbinden und deiner Seele Flügel zu geben? Erzähl es mir ❤

Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

Die vergessene Seele

Den Körper zu nähren ist selbstverständlich. Wenn du erkältet bist, trinkst du Tee. Wenn du Schmerzen hast, versuchst du dich zu schonen und die Schmerzen zu lindern. Wir leben in einer Zeit, in der es so stark um dieses Körperbewusstsein geht. Doch es ist kein Echtes. Fitnessstudios, Detox Diäten, Superfoods, Morgenroutinen und clean eating… all das soll uns dem Körperbewusstsein näher bringen. Aber da fehlt etwas, was Riesengroßes: die Seele. Ja auch sie will genährt sein und zwar voll und ganz. Sie will manchmal auf Reisen gehen, sie will träumen, sie will wachen und sie will schlafen. Sie braucht Süßes und Saures. Wieviel Zeit verbringst du mit deiner Seelenpflege? Wie oft gönnst du ihr auf Reisen zu gehen?

Früher war es normal, dass die Menschen zu Jahreskreisfesten und bestimmten Ritualen bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nahmen um die Seele auf Reisen zu schicken. Die Menschen waren mündig und sie wussten, was sie taten und in welchem Rahmen sie die Seele auf Reisen schickten. Wir sind komplett entmündigt, entwurzelt und enthoben. Heutzutage fällt es schwer, sich diese Pausen der Seelenreise auf welche Art auch immer zu gönnen. Wir sind in starren Strukturen gefangen, wider jeglicher Natur, entrissen von natürlichen Zyklen um unsere Seele zu nähren.

Die beste Möglichkeit um wieder Fuss zu fassen in wahren Zyklen und Begebenheiten ist für mich der Wald. Wir sind ein Teil von ihm und er wartet nur darauf es uns wieder spüren zu lassen. Ich liebe es alleine in den Wald zu gehen. Es gibt Momente, da zieht es mich hinein „in“ den Wald. Da gibt es dann nichts mehr im Außen oder im Innen was ablenkt, stört oder gehört werden will. Die Grenzen verschwimmen zwischen mir und der Natur. Ich bin Eins mit ihr und sie ist Eins mit mir. In diesen seltenen Momenten darf meine Seele auf Reisen gehen. Sie nimmt Kontakt auf zu den Seelen des Waldes und ich atme in seinem Rhytmus.

Tief berührt und dankbar, verlasse ich nach solchen Momenten den Wald und fühle mich erneuert, erleichtert und befreit. Diese Momente sind so kostbar. Wie ist das bei dir? Wie geht deine Seele auf Reisen? Wie nährst du sie und lässt sie träumen?

übers Wurzeln Graben

Zeit zum Wurzeln graben…

Die Zeit zum Wurzeln graben ist da. Bevor ich ein wenig zu den Pflanzen erzähle, möchte ich dir die Bedeutung dieser Zeit näher bringen.

Nüsse knacken, Wurzeln graben… der Herbst bringt uns eine der wertvollsten Zeitqualitäten des Jahres! Die Nüsse zu knacken bedeutet auch bei sich selbst unter die Schale zu schauen. Was ist in mir? Was will „ent-deckt“ werden? An welchen Problemen hänge ich schon länger? Das Aufbrechen geht leichter zu dieser Zeit. Brich auf in deine wahre Richtung und knacke deine Nüsse. Auch das Wurzeln graben, dass in der Pflanzenheilkunde traditionell zu dieser Zeit im Jahr stattfindet, hat einen tieferen Sinn. Suche nach deinen Wurzeln, steig hinab in deine Seele und finde heraus, wonach sie verlangt. Mögliche Fragestellungen zu dieser Zeit sind: Wo bin ich zu Hause? Was gibt mir Kraft und Halt? Wo will ich mich ausbreiten? Was saugt und schmarotzt an mir? Befreie und verwurzle dich an den richtigen Stellen.

Die Engelwurz / Angelica

Warum werden die Wurzeln im Herbst gegraben?

Im Herbst ziehen die Pflanzen ihre Energie vom oberirdischen Blattgrün zurück in die Erde. Daher gehen die Wirkstoffe der Pflanzen wieder in die Wurzel und sie kann so ihre Dienste am besten für uns tun. Wenn das Pflanzengrün beginnt sich leicht ins Gelbe zu färben, ist die optimale Zeit gekommen.

Das Salomonsiegel verfärbt Anfang Oktober – perfekte Zeit zum Graben der Wurzel!

Ich grabe die Wurzeln meistens mit den beiden abgeworfenen Geweihstangen die du im Bild ganz oben siehst. Sie haben für mich eine ganz persönliche Bedeutung: ich habe sie von einer Kräuterfrau geschenkt bekommen und sie sind mir stark ans Herz gewachsen. Du kannst Wurzeln natürlich auch mit einem Kräutermesser oder einer Schaufel graben. Oft liest man, man soll kein Eisen verwenden, denn das vertreibt die guten Pflanzengeister. Bilde dir einfach deine eigene Meinung 🙂 . Ich bin draufgekommen, wenn eine Pflanze ihre Wurzel nicht hergeben möchte, dann hab ich keine Chance sie auszugraben, ganz egal mit welchem Werkzeug. Ich empfinde das Graben generell total „aufwühlend“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der Moment des herausziehens der Wurzel ist wie eine kleine Geburt. Ich lege dann automatisch meine Hand für eine Weile auf die offene Stelle in der Erde, bedanke mich und verschließe die Stelle in Gedanken. Bitte grabe vorsichtig und nur die Menge die du benötigst, denn im Boden leben eine Menge Organismen, Würmer und viele Insekten! Am besten du machst dich vorher schlau wie die Wurzel verläuft. Eine Pfahlwurzel geht höchstwahrscheinlich gerade in die Erde rein und ein Rhizom wandert seitlich unter der Erde. So kannst du mit Hilfe deiner Hände den Verlauf der Wurzel am besten bestimmen und sie graben.

Ich habe heuer Engelwurz, Blutwurz und eine Bibernelle gegraben. Engelwurz und Bibernelle können bei Diabetes Typ 1, von dem ich ja seit 17 Jahren betroffen bin, unterstützend auf den Stoffwechsel wirken. Die Engelwurz wird im Herbst des ersten Jahres gegraben, bevor sie im zweiten Jahr blüht. Ich habe aus einem Teil der Wurzel eine Tinktur angesetzt und den anderen Teil getrocknet. Bei Bedarf kaue ich dann ein Stückchen 🙂 Es gibt so wundervolle Anwendungsbereiche für Wurzeln. Für eine Verletzungssalbe sind die Wurzeln vom Beinwell und vom Salomonsiegel die erste Wahl, der Wiesenbärenklau gilt als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel.

Ich wünsche dir eine schöne Wurzel und Nussknackerzeit ❤

Die Zauberkräuter: Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz / Agaricus muscarius

Der Fliegenpilz

Es wächst bei uns ein schöner Pilz-
Der schenkt so bunte Träume.
Er steht im Sommer und im Herbst
Oft unter Birkenbäume.

Er leuchtet rot-ist weiß getupft
Und einfach wunderschön.
Im Licht der Sonne ist er dann
Fantastisch anzuseh `n.

Wenn man die dünne Haut entfernt,
Von seinem roten Hut
Und eine viertel Stunde kocht-
Dann schmort,schmeckt er sehr gut.

Wenn man ihn trocknet ,wie er ist,
Und später dann verzehrt,
Werden die Sinne im Gehirn
Geheimnisvoll verwirrt.

Man hat sich in vergang `ner Zeit
Von ihm sogar ernährt;
in vielen Ländern wird er noch
Geschätzt und ist begehrt.

Doch Vorsicht! er hat etwas Gift,
Das hat man längst entdeckt,
Doch wenn man ihn korrekt serviert,
Er ausgezeichnet schmeckt.

Gedicht von Ewald Patz

Was empfindest du, wenn du einen Fliegenpilz siehst? Spürst du auch seine unbändige, verspielte Magie? Kein anderes Waldwesen ist so stark mit Magie, Geschichten und der Anderswelt verbunden wie der Fliegenpilz. Ich glaube der Fliegenpilz war der wichtigste unbewusste Begleiter meiner Kindheit. Meine Lieblingsgeschichte war Alice im Wunderland und der Fliegenpilz hat mich dorthin getragen. Ob du es glaubst oder nicht, als Kind hab ich leider sehr wenig Zeit im Wald verbracht. Ein typisches Stadtkind, dessen Naturerlebnisse sich auf verwilderte Spielplatzbüsche und den „Hof“ reduzierten. Aber da war der Fliegenpilz und seine Faszination. Jetzt als Erwachsener, wird mir erst klar, dass er mich damals schon in den Wald getragen hat.

Die Magie der Fliegenpilze

Ich hab mich unlängst ein wenig genauer mit den bunten Waldgesellen beschäftigt. Es ist unglaublich wieviele Völker ihn genutzt haben, zum Teil als Nahrungsmittel und natürlich als bewusstseinserweiternde Quelle. Auch hier gilt wieder: keine Selbstversuche! Der Fliegenpilz enthält in seiner roten Haut stark wirksames Gift.

Seine vielen Namen sind Rabenbrot, Krötenpilz, Fliegenteufel, Krötenstuhl, Narrenschwamm, Krötenbrot,… Er heisst deshalb Fliegenpilz, weil man früher Fliegen mit ihm vergiftet hat. Interessant ist auch seine Verbindung zur Kröte. Du hast sicherlich schonmal die typischen Zeichnungen der Kröte unter oder auf dem Pilz gesehen. Die Kröte symbolisiert das Urweibliche, die Urmutter Erde – Gaia. Sie wird aber auch mit Hexen und der Anderswelt assoziiert und wartet nur darauf uns „vom Weg abzubringen“. So gesehen öffnet die Auseinandersetzung mit dem Fliegenpilz auf seelischer Ebene das Tor zu uns selbst, denn das „tief in den Wald gehen“ ist nichts anderes als seine eigene Seele wieder zu entdecken. Auch mit den Zwergen steht er stark in Verbindung, so wird auch das im Pilzhut gesammelte Regenwasser Zwergenwein genannt. Die Zwerge sind die Hüter der Schätze des Waldes. Sind wir klein wie sie, können wir in verborgene Bereiche vordringen.

Ein Männlein steht im Walde…

Heute wird der Fliegenpilz in der Homöopathie genutzt. Das Mittel Agaricus muscarius wird für Nervenleiden verwendet. Es hat einen großen Bezug zur spinalen Achse und kann bei gewissen Formen von Zuckungen, Krämpfen und unkrontrollierten Bewegungen erleichternd wirken.

Ich wünsche dir viel Spaß, beim Betrachten der wundervollen Waldwesen und beim Abtauchen in deine eigene Seelenwelt ❤

Die Haselnuss und das Altern

Der Haselstrauch / Corylus avellana

Komischer Titel, oder nicht? Ich hatte keine Ahnung wie die Beiden zusammen gehören. Also das Altern und die Haselnuss. Als ich Kräutersammeln war fiel mir auf einmal dieser Haselstrauch (eigentlich schon ein Baum) besonders auf. Seine noch grünen Früchte leuchteten einladend raus und seine Blätter erzählten schon von vielen Tagen Arbeit. So kam es, dass ich stark über das Altern nachdenken musste. Dieser Strauch hat so viel Würde ausgestrahlt. Und es wird nicht lange dauern, da lässt er sein Blätterkleid komplett los.

Warum tun sich so viele Menschen so schwer mit dem Loslassen der Jugend? Wenn doch jede Phase in Würde so viele Schönheiten und Früchte mit sich bringt?

Die Haselnuss

Ich hab mich anschließend genauer mit der Haselnuss auseinandergesetzt. Jede Pflanze hat eine Botschaft, ein Thema das sie in dir ansprechen möchte. Für die Menschen in früheren Zeiten war es selbstverständlich mit Blumen etwas auszudrücken.

Sag es durch die Blume..

Den Spruch kennst du bestimmt, aber was bedeutet er eigentlich?

Zurück zur Haselnuss: Der Strauch wollte mir etwas zum Thema Altern mitteilen. Und das ist genau sein Bereich, denn in der Pflanzenmythologie steht er für Regeneration, Jugend und Erotik. Bei den Kelten waren Haselzweige eine Grabbeigabe, als Symbol der Unsterblichkeit.

Es ist ein riesengroßes Geschenk das die Natur macht. Sie lässt uns Menschen an ihrer unendlichen Weisheit teilhaben. Schau, spüre und hör mal ganz genau hin. Bestimmt hast auch du schonmal Kontakt mit einer Pflanzenseele gehabt, die dir etwas wichtiges sagen wollte ❤

Harzsalbe selber machen

Fichtenharz
Fichtenharz

Mein Verhältnis zu Nadelbäumen war nicht immer das beste. Schroff, rau und unbunt – so hab ich sie lange Zeit empfunden. Letzten Winter sollte sich das ändern.

Fichten in meinem Lieblingswald
Fichten in meinem Lieblingswald

Ich bin fast jede Woche in meinem Lieblingswald spazieren gegangen. Ein Fleckchen Erde, das größtenteils von Fichten, Kiefern und ein paar Lärchen besiedelt ist. Im Sommer gehen sie fast unter, die nadeligen Giganten, so groß ist die (Heil)Pflanzenwelt und Blütenpracht an diesem Ort. Doch im Winter ist es anders. Nur sie sind da, mächtig und stolz begrüßen sie dich im Wald.

So kam es, dass ich das erste Mal so richtig Zugang zu den Nadelbäumen bekam. Sie trösteten mich über den verlorenen Sommer hinweg. Sie leuchten, wenn sonst nichts mehr leuchtet. Sie erzählen Geschichten von längst vergangenen Zeiten.

Wie geht es dir mit Nadelbäumen? Hast du einen Bezug zu ihnen?

frisch gesammeltes Fichtenharz
frisch gesammeltes Fichtenharz

Ihr Harz – ihr Blut – ist ein riesengroßes Geschenk an dich und mich. Räucherst du gerne? Der Duft der heimischen Harze ist wunderbar! Die Wirkung beim Räuchern von Fichtenharz würde ich als klärend, reinigend, erdend und beflügelnd zugleich beschreiben. Wenn du Harz sammelst, pass bitte auf, dem Baum nicht zuviel davon wegzunehmen. Er verschließt damit seine Wunden. Das Harz sollte möglichst hart sein, dann ist es nicht mehr frisch und der Baum kann es leichter entbehren. Sammle nur kleine Mengen – bereits ein daumennagelgroßes Stück reicht um eine Räucherung zu machen oder eine Salbe herzustellen.

Hast du schon einmal von Harzsalben gehört?

Kiefernharz, Fichtenharz, Zirbenharz, Weihrauch… Harzsalben lassen sich aus vielen Harzen herstellen. Die Salbe wirkt wie eine Zugsalbe, nur viel sanfter. Bei Neuralgien und rheumatischen Beschwerden – wenn Wärme als angenehm empfunden wird – kann sie Linderung verschaffen. Vielleicht probierst du bei der nächsten Erkältung die Harzsalbe auf der Brust aus – sie wird dir guttun 🙂

Für eine Dose Harzsalbe brauchst du:

  • 50ml Sonnenblumenöl (naturbelassen)
  • 1 daumennagelgroßes Stück Harz (ca 1g)
  • 5g Bienenwachs
  • 1 Trichter mit breiter und kurzer Öffnung nach unten*
  • 1 Dose
  • 1 Sieb

Bring in einem Topf etwas Wasser zum kochen. Gieße das Öl in eine Schüssel und gib das Harz dazu. (Am besten zerkleinerst du das Harz vorher im Mörser, dann löst es sich schneller auf.) Erwärme das Öl-Harz-Gemisch im Wasserbad, bis das Harz aufgelöst ist. Filtere dann durch ein Sieb in eine zweite Schüssel. Das gefilterte Öl-Harz-Gemisch wird zusammen mit dem Bienenwachs wieder erwärmt. Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, kannst du die Salbe mit einem Trichter in die Dose einfüllen.

Fertig! Hab viel Freude mit der Salbe ❤

*Anmerkung zum Trichter: Ich hab einen gängigen Plastiktrichter abgesägt, so ist er perfekt zum Abfüllen von Salben. Wenn der Weg zu lang ist stockt die Salbe sonst im Trichter.

auf der Wendeltreppe – oder: Das Leben verläuft in Zyklen

Es ist wie in der Natur und du und ich sind ein Teil davon. Alles Alte kommt wieder, nur anders, besser, neu und es bringt aus der Tiefe des bereits vorhandenen Wissens neue Erkenntnisse mit. Diese Vorgänge kannst du bewusst zulassen. Sie sind unglaublich stark und mächtig. Sie verbinden dich als Menschen mit Erde und Himmel so wie auch die Pflanzen eine Verbindung zwischen Himmel und Erde sind.

Die Spirale des Farns
Die Spirale des Farns

Das Leben verläuft in Zyklen und es ist als würdest du von oben auf dich herabblicken. Du gehst eine Wendeltreppe hoch und kommst so immer wieder an den selben Punkten vorbei. Nur eine Ebene höher als vorher. Mit den bereits gesammelten Erfahrungen bist du in der Lage Neues aus Altem zu erschaffen.

Du kennst das vielleicht: Plötzlich brennt ein altes Interesse, das du vor Jahren hattest wieder in dir oder es zieht dich an Plätze die du eine Ewigkeit nicht mehr besucht hast. All diese Dinge sind keine Sentimentalität! Du bist wieder an diesem Punkt, aber du bist weiter. Nimm all deine Erfahrungen und Empfindungen und begehe neue, alte Wege 🙂

Warum ich dir das erzähle?

Meine alte Kamera gab letztes Jahr im September den Geist auf. Sie löste nicht mehr aus, scheinbar war der Verschluss defekt. Ich war tief betrübt denn, obwohl meine zweite Kamera ein wesentlich hochwertigeres Modell war, hing an ihr mein ganzes Herz. Sie war mit mir verbunden, sie sah was ich sah. Das letzte Bild das sie machte war von Eibennadeln:

Eibe
Das vermeintlich letzte Foto meiner alten Kamera

Die Eibe, der Totenbaum, Lebensbaum, Wächter der Welten.. wie dramatisch. Ich stand eine Weile vor der Eibe mit der Kamera in der Hand und begann zu realisieren, dass sie ausgedient hatte. Tränen kamen mir in die Augen.

Zehn Monate später:

Gestern Abend dachte ich plötzlich ganz stark an meine alte Kamera und hatte das dringende Bedürfnis sie zu testen. Ich holte also Speicherkarte und Objektiv und schaltete sie ein. Keine Regung – klar der Akku hat sich über die Monate völlig entladen. Nachdem ich den Akku etwa 15 Minuten geladen hatte wollte ich es wissen und schaltete sie erneut ein. Alles leuchtet, wie gehabt, das war im September auch noch so. Ich fokussiere und drücke auf den Auslöser – sie macht wieder Bilder ❤

Danke

Weihrauch
Kunterbunter Weihrauch

PS: Ich habe in den letzten Tagen sehr viel mit Harzen gearbeitet. Mit Weihrauch und Kiefernharz geräuchert, eine Harzsalbe aus Fichtenharz gemacht und ab und zu ein winziges Kügelchen von den Harzen eingenommen. Harze sind auf der seelischen Ebene dafür bekannt Klarheit zu schaffen. Ich denke das war ganz wichtig für mich um diese Vorgänge zu verstehen.

Ich wünsch dir alles Liebe in deinen eigenen Zyklen ❤