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Sonnentee

Sonnentee ~
Kanadische Goldrute / Solidago canadensis
Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Bei den Namen für meine Teemischungen geh ich, wie auch bei den Zutaten, oft nach meinem Bauchgefühl. So ist auch diese Mischung entstanden. Es ist mein Lieblingstee im Winter, denn er vertreibt ein wenig die Dunkelheit im Innen wie im Außen.

Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Das Johanniskraut ist unser stärkstes, wildwachsendes Antidepressivum. Das enthaltene Hypericin wirkt nachweislich gegen leichte bis mittelstarke Depressionen. Wunderbar gegen den Winterblues! Wenn du Johanniskraut über längere Zeit einnimmst, sei dir bitte bewusst, dass es eine so stark entgiftende Wirkung auf die Leber hat, dass es Medikamente unwirksam machen kann. (Auch die Pille!) Ausserdem wirkt es antiviral und antibakteriell.

Kanadische Goldrute / Solidago canadensis

Sie wächst Ende August über und über! Wie reichlich die Natur uns beschenkt. Für viele nur ein lästiges Unkraut, ist sie eine der stärksten Heilpflanzen für die Nieren. Sie spült die Harnwege auf sanfte Art und Weise durch und hilft gestressten Nieren sich wieder zu regenerieren. Als Tee hat sie einen blumigen Geschmack der an verträumte Sommertage erinnert. Schau mal vor deiner Haustür nach – im August und September wächst sie vielleicht auch bei dir 🙂

Ein „Goldrutenfeld“ über der Stadt.

Frauen – Tee / PMS – Tee

Frauen Tee – PMS Tee
Brennessel, Schafgarbe, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Hollerblüten, Rotklee

Die Kräuter in der Teemischung leisten gute Dienste für uns Frauen. Natürlich kann er auch von Männern genossen werden, denn schließlich haben auch Männer weibliche Anteile die gepflegt werden wollen 🙂 Er gleicht hormonelle Disbalancen auf sanfte Art und Weise aus. Solltest du an PMS leiden und Kopfschmerzen haben, misch dir noch zusätzlich Mädesüß mit rein. Die Schafgarbe und das Gänsfingerkraut haben eine stark entkrampfende Wirkung die speziell vor der Menstruation erleichternd wirken können. Das Mädesüß ist reich an Salicylsäure, die wie Aspirin wirkt und leichte Kopfschmerzen beseitigen kann. Der Gib mir Energie Tee ist für die Wechseljahre, dieser Tee ist für Frauen die noch menstruieren. Ich möchte dir kurz die Kräuter in dem Tee vorstellen. Alle Kräuter sind bei mir aus Wildsammlung – du kannst sie natürlich auch in der Apotheke oder im Kräuterhandel beziehen und den Tee das ganze Jahr selber mischen.

Brennessel / Urtica

Die Brennessel ist unser wertvollstes „Unkraut“. Sie leistet so viele gute Dienste mit ihren Wirkstoffen. Sie ist stoffwechselanregend und deshalb sehr bekannt für Frühjahrsentschlackungskuren. Die Brennessel ist reich an Mineralien, vorallem Eisen ist in ihr enthalten. Sie stärkt und gibt Kraft, was für uns Frauen besonders wichtig ist, denn die Anforderunen in der heutigen Zeit an uns sind zum Teil unfassbar hoch. Wir sollen Kinder erziehen, als hätten wir keine Arbeit und arbeiten, als hätten wir keine Kinder. Das natürliche „in sich gehen“ während der Tage ist in der Berufswelt nicht möglich – wir sollten funktionieren bis zum Umfallen.

Schafgarbe / Achillea millefolium

Ich liebe die Schafgarbe! Sie ist ein Geschenk der Natur mit ihren ätherischen Ölen und reichen Inhaltsstoffen. Sie ist voll von Mineralstoffen und Spurenelementen. Ihre Bitterstoffe regen die Verdauung an und sie wirkt stark krampflösend. Du findest sie das ganze Kräuterjahr über auf Wiesen und Waldrändern. Manche Menschen reagieren allergisch auf die Schafgarbe. Ihre Blüten sind meist weiß, können aber auch bis kräftig rosa sein – dann ist sie besonders gesättigt mit ätherischen Ölen.

Frauenmantel / Alchemilla xanthochlora

Der Frauenmantel ist wohl das wichtigste Frauenkraut. Bei Menstruationsbeschwerden können wir von den krampflösenden, stärkenden und schmerzlindernden Eigenschaften des Frauenmantels profitieren. Ausserdem wirkt die Pflanze antiviral und kann Herpes Viren im Zaun halten. Auch bei Juckreiz in der Scheide kann die Pflanze helfen. Sie ist eine wunderbare Unterstützung bei hormonellen Achterbahnfahrten.

Gänsefingerkraut / Potentilla anserina

Das Gänsefingerkraut leuchtet oft silbrig aus dem Waldboden – man spürt schon, dass es sich um einen kleinen Schatz dabei handelt. Es wirkt krampflösend und das ist großartig vor und zu Beginn der Regelblutungen. Solltest du sehr starke Krämpfe haben, kannst du auch einmal versuchen, das Gänsfingerkraut alleine in Milch aufzukochen. Das entzieht dem Kraut die krampflösenden Wirkstoffe am besten.

Hollunder / Sambucus niger

Irgendwie ist der Hollunder mit uns Frauen eins. Der Baum ist der Frau Holle zugeordnet – nicht umsonst ist er sagenumwoben. Ich habe Hollunderblüten für den Tee gesammelt, wieder einmal ganz intuitiv. Der Hollunder hält alles Schlechte von uns fern – das ist gut! Die winzig kleinen Blüten in Sternchenform zaubern Leichtigkeit in den Tee.

Rotklee / Trifolium pratense

Der Rotklee ist ein richtiges Frauenkraut. Selbst die Pharmaindustrie verkauft für gutes Geld Rotkleepräperate als Hormonregulanz für Frauen. Die im Klee enthaltenen Isoflavonoide sind Phytoöstrogene und wirken sanft auf das Hormonsystem. Er ist entzündunshemmend, blutreinigend und wirkt sich positiv auf die Knochendichte aus. Außerdem sehen seine Blüten wunderschön im Tee aus.

optional: Mädesüß / Filipendula ulmaria

Das Mädesüß enthält Salicylsäure, die schmerzstillend wirkt. Wenn du von Kpfschmerzen geplagt bist versuche doch mal, dir einen Tee aus dem blühenden Kraut zuzubereiten. Es duftet und schmeckt wunderbar blumig und frisch.

Der Hollunder in Blüte

Viel Freude beim Ausprobieren ❤

Dost ist nicht gleich Dost

Oben: Gemeiner Dost / Origanum vulgare Unten: Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Wie lange hat mich das verwirrt mit dem Dost! Meine erste bewusste Begegnung mit dem (Gemeinen) Dost hatte ich letztes Jahr im Wald. Die kleinwüchsige Pflanze lachte mich an und ich machte ein paar Bilder von ihr. Natürlich wollte ich gleich wissen, wie sie heißt. Das Internet spuckte mir Dost aus. Super dacht ich mir, man kann sie essen, sie hat Heilwirkungen und wenn man die Blätter zerreibt und kostet entfaltet sich ein göttlicher Oreganogeschmack und Duft. Doch dann ist da noch so ein (auf den ersten Blick) recht ähnliches Gewächs das zur selben Zeit in Massen blüht. Hmmm…. meine (damals noch sehr laienhaften) Recherchen ergaben Dost. Toll, was denn jetzt? Der große Bruder riecht gar nicht nach Oregano und irgendwie sieht er auch anders aus.

Rätsel gelöst: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Pflanzen die auch verschiedenen Familien angehören! Sie haben nur einen gemeinsamen Namen. Falls dich das auch schon mal verwirrt hat, möchte ich dir jetzt die beiden ein wenig näher vorstellen.

Der gewöhnliche Dost – Origanum vulgare

Du erkennst ihn an seinem wunderbaren Duft, wenn du die Blätter zerreibst. Er wird bis zu 50 cm hoch und die Blätter haben ein eher dunkleres, bläuliches Grün. Er gehört zu der Familie der Lippenblütler und hat somit reichlich Ätherische Öle. Wilder Oregano ist ein tolles Würzkraut für alle mediterranen Gerichte. Aber er kann noch mehr: Bei Husten und Erkältungen kann er dir helfen den festen Schleim zu lösen. Er wirkt auch antiviral und antibakteriell, was bei jeder Erkältung helfen kann. Außerdem wirkt er auch auf das Gemüt. Die Duftstoffe wirken beruhigend und ausgleichend. In stressigen Zeiten genau das richtige 🙂

Am besten sammelst du ihn wenn er in Blüte steht und trocknest ihn in einem Bündel kopfüber. Du kannst ihn dann als Würzkraut, oder als Tee verwenden.

Der Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Der Wasserdost wird bis zu dreimal so groß wie der Gewöhnliche Dost. Andere Namen sind auch Wasserhanf (aufgrund der Blätter) oder Kunigundenkraut. Wenn du seine Blätter zerreibst bleiben sie fast geruchlos. Er gehört zur Familie der Korbblütler und enthält Bitterstoffe und Eupatorin. Letzteres ist verantwortlich für seine stark entzündungshemmende Wirkung. Wasserdost ist perfekt für Erkältungs- und Grippetropfen! Je nachdem was dir sympathischer ist bereitest du am besten einen Kaltauszug aus der Pflanze oder du setzt eine Tinktur an. Kaltauszüge werden in Wasser bereitet – dazu lässt du das frische oder getrocknete Kraut über Nacht in Wasser durchziehen. Danach seihst du es ab – fertig.

Wasserhanf enthält (das liebe Wort) Pyrrolizidinalkaloide. Das bedeutet bei längerer Anwendung kann die Pflanze die Leber schädigen. Generell solltest du keine Heilpflanze dauerhaft oder sehr lange einnehmen – es sind Helfer, Heiler und Medikamente.

Wichtig:

Nachtrag: In Rücksprache mit meiner Kräuterlehrerin sollte der Wasserdost nur homöopathisch eingenommen werden. Die Pyrrolizidinalkaloide sind sehr hoch vertreten in dieser Pflanze, sodass schon wenige Gaben zu einer Leberschädigung führen können!

So, nun genug zur Dostologie 😀 Ich wünsch dir viel Spass beim Sammeln und entdecken ❤