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Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter

Du bist sicher schon unzählige Mal an dem Strauch vorbeigelaufen. Die Herzbeere – der gewöhnliche Schneeball / Viburnum opulus – kommt sehr häufig vor. Typisch sind seine ahornähnlichen Blätter. Im Frühling bildet er eine ganz eigenwillige Blütenformation bei der am Rand die Blüten wie im Kranz stehen und die mittleren noch geschlossen scheinen. (Ich kann dir erst nächsten Frühling mit einem Bild dazu dienen 😀 )

Der Strauch ist in all seinen Teilen giftig, mit Ausnahme der gekochten Beeren. Sie sind super als Marmelade oder Sirup verwendbar, sofern dich der etwas eigentümliche Geruch nicht stört. Schmecken tun sie hervorragend. Etwas bitter und sehr frisch, ähnlich wie rote Ribisel.

Sie liefern reichlich Anthocyane, die gefäßschützend und immunstärkend wirken. Andere Namen sind Wasserholler, Leberbeere und Dampfbeere. Möglicherweise wirken die Beeren auch unterstützend bei Lungenleiden, was bei den ersten Erkältungen im Herbst richtig gut tut.

In der Homöopathie wird die giftige Rinde verwendet. Das Mittel Viburnum hat einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Ich erwähne öfter homöopathische Mittel und ihren Bezug zum Körper und möchte hier nochmal deutlich festhalten, dass die passende Mittelfindung immer von einem Homöopathen abgestimmt sein muss! Es reicht nicht sich anhand körperlicher Beschwerden ein Mittel auszusuchen, der ganze Mensch muss zur Betrachtung miteinbezogen werden.

Was ich mit den Herzbeeren mache?

Sirup aus Herzbeeren

Sirup ❤ Mmmmhh!

Viel Spass beim Sammeln der vitaminreichen Beeren 🙂

Die Zauberkräuter: Die Tollkirsche

Die Tollkirsche / Atropa belladonna

Sie ist die Dritte der drei Schicksalsgöttinen Klotho, Lachesis und Atropos. Die Erste spinnt den Lebensfaden, die Zweite teilt ihn zu und die Dritte schneidet ihn ab. Die Belladonna ist wohl die berühmteste unserer Giftpflanzen. Selbst die, die nicht viel über Pflanzen wissen, kennen sie. Kaum ein Elternteil, dass seine Kinder nicht vor den verlockend glänzenden Beeren warnt – gut so! Bereits zwei bis drei Beeren können für Kinder tödlich sein. Bei Erwachsenen ist ab der doppelten Menge mit ernsthaften Komplikationen zu rechnen. Von euphorischen Zuständen bis hin zur Atemlähmung und dem Tod. Christian Rätsch beschreibt in seiner Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen seine Erfahrungen mit der Tollkirsche. Von Selbstversuchen rate ich dringend ab!

Die „schöne Frau“ hat eine lange Geschichte. Kräuterkundige Frauen benutzten sie, um die rituelle Flugsalbe herzustellen. Cleopatra hat sie verwendet um ihre Pupillen zu erweitern, viel sehen konnte sie dann sicher nicht mehr :-). Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind beim Augenarzt Belladonna Tropfen bekommen habe, der genaue Zusammenhang ist mir aber entfallen. So eine Faszination hat die Pflanze, dass mir das geblieben ist, obwohl ich mich sonst an nicht mehr vieles erinnere. Wenn das Pflanzenreich wie ein Königreich gegliedert wäre, dann wäre die Belladonna die Königin. Bist du schon mal eine Weile vor der Pflanze gestanden? Probiere es mal aus, du beginnst ihre unglaubliche Kraft und Tiefe zu spüren. Sie zieht dich in ihren Bann. Und sie ist eine Meisterin der Tarnung! Es ist mir schon öfter passiert, dass ich einen Belladonnastrauch besuchen wollte und mich genau an den Platz erinnern konnte, doch ich fand ihn nicht mehr. Verschwunden, in Luft aufgelöst… Diese Eigenschaft der Tarnung wird meines Wissens in der Homöopathie nicht erwähnt, das wäre sicher interessant.

Die Blüte der Tollkirsche

Apropos Homöopathie: Die Belladonna in homöopathischer Dosis ist das großartigste Fiebermittel, dass ich kenne! Es ist unglaublich wie schnell sie hilft. Wenn meine beiden Kinder Fieberschübe haben und das Fieber sehr hoch ist, sodass schon Halluzinationen dazu kommen reicht eine einzige Gabe aus um sie wieder sanft in den Schlaf zu schicken. Das Fieber senkt sich, die Halluzinationen verschwinden. Ich persönlich verwende gerne C12 und C30, wenn du noch unsicher bist ob das Mittel für dich ok ist, dann verwende D12 oder D30. Es ist eines der wichtigsten Mittel in meiner homöopathischen Hausapotheke. Auch bei Gehirnhautentzündungen soll die Belladonna homöopathisches Mittel erster Wahl sein.

Ein ganzer Wald voller Belladonna

Sie wächst am liebsten da, wo geholzt wurde – sie bereitet also Neues vor und hilft Verlorenes und Altes loszulassen. Diese Stelle im Wald hab ich im Juni entdeckt ❤