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Die Schafgarbe / Achillea millefolium

Die Schafgarbe / Achillea millefolium kann auch rosa blühen

Sie ist heuer eine der wichtigsten Begleiterinnen für mich – die Schafgarbe. Es ist so schön zu lauschen, welche Pflanzen für einen wichtig sind. Letztes Jahr war es der Mohn, vorletztes Jahr die Disteln und heuer ist es die Schafgarbe, die meine Verbündete ist.

Die Blüten der Schafgarbe

„Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib.“

Ein altes Sprichwort erklärt viel über ihre Heilwirkungen. Sie ist eines der wichtigsten Frauenkräuter. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und wird vom ungeschulten Auge oft mit Doldenblütlern verwechselt. Das kann fatal sein – sammle sie daher nur, wenn du dir zu 100% sicher bist! (Wie alle anderen Pflanzen auch.) Ihre Blüten sind meist weiß, können aber auch rosa sein. Wenn du eine in rosa findest, dann freu dich – sie ist besonders gesättigt mit ätherischen Ölen und heilkräftig. Das Azulen – das ätherische Öl der Schafgarbe ist blau, wie das der Kamille. Es ist für viele ihrer Heilwirkungen verantwortlich. Aber auch die Gerbstoffe sind erwähnenswert. Sie kann bei Wunden, Durchfall und Blutungen helfen. Auf die Menstruation hat sie eine ausgleichende Wirkung und wirkt stark krampflösend. In der Schwangerschaft musst du aber auf sie verzichten. Auch bei Kopfschmerzen kann sie hilfreich sein.

Sie wirkt außerdem entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, blutreinigend, zusammenziehend und antiseptisch. Ich hatte heuer ein tolles Erlebnis: Ich fing an Schafgarbentee zu trinken, weil meine Nebenhöhlen seit Wochen nicht frei waren. Ich wollte mir ihre antibakterielle Wirkung zu Nutzen machen. Seit letztem Sommer hab ich starkes Zahnfleischbluten, dass sich nicht einmal durch die Blutwurz bändigen ließ. Nach ein paar Tagen war das Zahnfleischbluten komplett verschwunden! Die Nebenhöhlen besserten sich auch 🙂 Ihre blutstillende Wirkung ist großartig. Das Bluten kam auch nicht wieder, ich hatte wirklich Monate lang damit zu kämpfen.

Die Blätter der Schafgarbe sehen aus wie eine Augenbraue.

„Augenbraue der Venus“ wird sie auch genannt, weil ihr zart gefiederten Blätter an eine Augenbraue erinnern. Das ist auch ein gutes Sammelmerkmal. Wenn du sie kostest, wird dir ihr bitterer Geschmack sofort auffallen. Sie ist sehr gesund für den Magen – Darmtrakt und regt Leber und Galle an. Eine Bitterkur mit Schafgarbentee weckt die Lebensgeister! Am besten trocknest du sie für Tee im Ganzen.

Viel Freude mit ihr ❤

Die Blätter der Schafgarbe im Frühling vor der Blüte eignen sich auch als Salatbeigabe.

Die Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Matricaria discoidea

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,

verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt,

auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein,

glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist: Er schreit nach Pillen.

Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,

um Gottes Willen!

aus Karl heinrich Waggerl: Das heitere Herbarium

Heute stell ich dir einen Neophyten vor. Beim Wort Neophyt schrecken viele zusammen: man denkt sofort an problematische Pflanzen, die schnellstmöglich vernichtet werden müssen. Doch sieht man genauer hin, stellt man fest, dass die meisten der Neophyten nicht invasiv sind, das heißt sie verdrängen unsere Pflanzen nicht sondern bereichern die unzählige Artenvielfalt mit ihren Heilwirkungen und ihrer Schönheit.

Matricaria discoidea

Ich fühle mich sehr hingezogen zu den Neophyten – es ist wohl das Gefühl ein wenig heimatlos zu sein, dass uns verbindet. Die strahlenlose Kamille ist eine wundervolle Pflanze, die ich dir heute ein wenig näher bringen möchte. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist somit auch ein tolles Wundkraut. Doch sie kann mehr, denn vorallem auf der Seelenebene leistet sie tolle Arbeit. Sie lindert alte Verletzungen und geht direkt in Kontakt mit dem inneren Kind. Die Kamille ist nicht umsonst eine der Kinderheilpflanzen! Die strahlenlose Kamille wächst gern an Wegen – sie wächst gut, wenn sie getreten wird, so wie auch der Breitwegerich zum Beispiel. Auch unsere getretene Seele, kann durch sie umarmt und gewiegt werden. Ihr Duft ist betörend: sie riecht tatsächlich nach Ananas!

Auf der körperlichen Ebene, wirkt sie leicht entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Sie ist toll als Abendtee, am besten leicht gesüßt und mit einem Schuss Milch, so kuschelt sie einen richtig ein.

Du kannst aus ihr ein Ölmazerat machen, Salbe für wunde Haut, ein toll duftendes Hydrolat, eine Tinktur und natürlich einen Tee. Ich hab es heuer geschafft, sie aus wild gesammelten Samen, in einem Balkonkästchen zu ziehen und freue mich so sehr darüber!

Matricaria discoidea

Viel Freude beim Entdecken dieser unscheinbaren, kraftvollen Pflanze ❤

Die Disteln und die Wut

Die Kratzdistel / Cirsium

Du fragst dich jetzt vielleicht, was Disteln mit Wut zutun haben? Ich erkläre es gleich und erzähl dir auch, wie ich darauf gekommen bin. Eines vorweg: Ich liebe Disteln! Sie gehören definitiv zu meinen Pflanzenverbündeten. Ihre Vielfalt ist atemberaubend und jede einzelne ist auf ihre ganz eigene Art wunderschön.

Die Silberdistel / Carlina acaulis

Die Distel, allen voran die Mariendistel ist ein bewährtes Lebermittel. Die Mariendistel vermag sogar Leberzellen zu regenerieren – das ist großartig. Auch als Gegengift bei Pflanzenvergiftungen kann sie in extrem hohen Dosen helfen. Leberprobleme sind weit verbreitet und dafür muss man keinen Alkohol trinken: Medikamente, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Diabetes, das alles sind Faktoren, die die Leber belasten. Ich erinnere mich noch genau, als ich mit 21 Jahren Diabetes Typ1 bekam und mir gesagt wurde: Sie haben auch eine Fettleber. Ich dachte, wie? Ich hatte damals nur mehr 41 Kilo bei einer Größe von 170cm und ernährte mich normal. Die unglaublich hohen Zuckerwerte (an die 1000 mg/dl) hatten mich fast getötet und sie haben auch meine Leber geschädigt. Leider hatte ich zu dieser Zeit noch keinen Zugang zur Kräutermedizin und von den Ärzten kamen außer Anweisungen und Vorschriften nichts.

Die Mariendistel / Silybum marianum

Erst Jahre später entdeckte ich die Mariendistel. Ich mache alle zwei Jahre einen kurze Kur mit ihr, um meine Leber zu stärken und zu regenerieren, denn als Diabetiker, macht die Leber nach wie vor einiges mit mit mir. Auch der jahrzehntelange Schmerzmittelkonsum aufgrund der Migräne hinterlässt freilich seine Spuren. Nach ein paar Tagen mit der Distel, verringert sich bereits der Insulinbedarf. Es ist unglaublich, wie sehr die Leber bei Diabetes (Typ1+Typ2) mitbeteiligt ist. Darüber wird kaum gesprochen. In all den Jahren hat mir gegenüber kein Arzt jemals das Thema in Verbindung gebracht!

Die Gänsedistel / Sonchus

Disteln wirken entzündungshemmend, entwässernd, haben zahlreiche Vitamine und Spurenelemente. Ihr Hauptanwendungsgebiet ist jedoch die Leber. Das Organ steht in unserem Körper für das Thema Wut. Unterdrückte Wut macht die Leber krank. Auch die Galle hängt eng mit der Leber in Verbindung und auch hier kann die Distel helfen.

„Mir geht die Galle über!“ – ist ein bekannter Spruch, der aussagt, dass man sich unfassbar ärgert und wütend ist. Aufgestaute Wut und runtergeschluckter Ärger macht krank. Meist liegt die Ursache jedoch viel tiefer: Wut ist nicht gelebte Trauer. Verletzungen, die nicht gesehen und geheilt werden durften, verwandeln sich in Wut. Diese Wut zerfrisst einen innerlich und das tragische ist: man merkt meistens gar nichts davon. Weil man brav und angepasst sein muss, weil man stark sein muss, mein man ja nicht (schon gar nicht als Frau) wütend sein darf und seine Meinung äußern darf. Schluss damit!

Die jungen Blätter einer Kratzdistel

Rühr mich nicht an – ich bin wütend! Das scheint sie zu sagen, die wundervolle Distel. Letztes Wochenende, hatt ich stark mit Wut zu kämpfen. Ich wurde sehr respektlos behandelt. Ich ließ mir das nicht gefallen – das tue ich schon lange nicht mehr. Trotzdem rissen Wunden auf. Ich war Samstag und Sonntag im Wald unterwegs und mich haben die Disteln so sehr angesprochen, wie schon lange nicht mehr. Gestern hab ich sogar das erste Mal eine Mariendistel gefunden – sie ist eine so wunderschöne Pflanze und gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr alle Disteln mit dem Thema Wut in Verbindung stehen. Viele Menschen mögen keine Disteln – viele Menschen wollen sich auch nicht mit ihrer unterdrückten Wut (Trauer) auseinandersetzen.

Ich wünsche dir einen guten Wochenstart. Vielleicht spürst auch du Befreiung, wenn du dich mal näher mit Disteln beschäftigst. Falls du eine Kur mit der Mariendistel machen möchtest, greif bitte auf ein Apothekenpräparat zurück, denn sie sind sehr selten in der Natur und es wäre schade, sie zu pfücken ❤

Der Löwenzahn / Taraxacum ruderalia

Der Löwenzahn / Taraxacum ruderalia

Wie selbstverständlich er doch für uns ist – der Löwenzahn. So weitverbreitet, so wenig beachtet, ist er einer unserer stärksten Heilpflanzen. Es gibt ca. 500 verschiedene Arten von Löwenzahn! Er gehört zur Familie der Korbblütler und ist sehr wertvoll für uns Menschen, die ganze Pflanze findet Verwendung in der Kräuterkunde. Zu den Inhaltsstoffen gehören zahlreiche Vitamine, Kieselsäure, Magnesium, Kalzium, Eisen, Inulin, Bitterstoffe u.v.m. Er ist eine wichtige Entschlackungspflanze und bietet sich toll für Frühjahrskuren an. Der Löwenzahn wirkt sich positiv auf Leber, Galle, Nieren und Lymphe aus. Er reinigt das Zwischenzellgewebe und lindert allergische Symptome. Die Wurzel kann geröstet als Kaffeeersatz verwendet werden. Sie enthält viel Inulin und ist somit bei Diabetes ein gutes Wildgemüse. Außerdem wird der Wurzel nachgesagt, bei Brustkrebs als Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie sehr hilfreich zu sein.

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Die Pestwurz – Petasites hybridus

Die Pestwurz – Petasites hybridus
Die Pestwurz – Petasites hybridus

Du kennst das kleine Alien sicherlich und hast dich vielleicht schon mal gefragt was oder wer es denn ist. Es ist die Pestwurz und sie gehört zur Familie der Korbblütler. Ihren Namen hat sie aus früheren Zeiten, wo sie noch viel verwendet wurde. Man sagte ihr nach sogar bei der Pest zu helfen. Doch heutzutage ist die Magie rund um sie entzaubert. Sie enthält nämlich Pyrrolizidinalkaloide welche die Leber schädigen können und es wird vom Sammeln abgeraten. In der Apotheke sind zahlreiche Pestwurz Präparate gegen Migräne erhältlich. Die dort eingesetzten Pflanzen sind eigene Züchtungen in denen das Alkaloid nicht vorhanden ist. Die Wurzel und die jungen Blätter wirken krampflösend, schmerzstillend und beruhigend. Auch eine antidepressive Wirkung wird der Pestwurz nachgesagt. Die jungen Blätter ähneln denen des Huflattichs, die ausgewachsenen Blätter der Pestwurz im Hochsommer können bis zu einem Meter Durchmesser erreichen! Was für eine bezaubernde Pflanze 🙂