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Mit allen Sinnen sammeln

Eine Wiese voller Echtem Labkraut (Galium verum)

Was für ein schönes Wochenende das war! Ich hatte wieder eine Kräuterwanderung am Samstag mit ganz wundervollen Menschen und gestern war ich alleine im Wald unterwegs. Ich hatte eine Mission – echtes Labkraut sammeln. Nicht für mich, sondern für eine Frau die an Brustkrebs leidet und Unterstützung zur schulmedizinischen Therapie sucht. Hier kann das Labkraut zusätzlich zur konventionellen Therapie wirklich gute Dienste leisten, denn es wirkt stark auf die Lymphe. Doch auch für die Psyche wirkt es erneuernd, Lebensenergie spendend und aufhellend. Eine so tolle Pflanze!

Ich ging also los, an dem Ort wo ich schon eine Weile nicht mehr war. Es war von den ersten Schritten an ein großes Verbundenheitsgefühl und ich war tief erfüllt von Dankbarkeit, diesen wundervollen Platz nach längerer Zeit wieder zu besuchen. Ich äußerte mit dem Ritual der Wertschätzung meine Bitte und fühlte mich gleich sehr geborgen. Bewusst hatte ich die letzten Jahre hier noch nie das gelbe Labkraut entdeckt. Ich ließ mich treiben, ging ein wenig querfeldein und stand unmittelbar vor einem riesengroßem Fleck voller Labkraut.

Auch Heilziest war anzutreffen – einfach schön 🙂

Sammeln mit allen Sinnen – das trifft es wohl am besten. Das ist es auch, was ich in den Kursen und Wanderungen, neben dem Wissen über die Pflanzen, den Menschen mitzugeben versuche. Öffne dich ganz, äußere deine Bitte und lass dich treiben. Vertraue deiner Intuition und benütze all deine Sinne beim Sammeln: Spüren, riechen, hören, sehen, schmecken – all das gehört zur Kräuterkunde dazu, all das macht dich zum Kräuterkundigen.

Ich weiß, es ist nicht immer leicht, sich so tief fallen zu lassen, aber du wirst sehen, dass es von Mal zu Mal besser geht. Und je nach deiner Tagesverfassung wird es dann Momente geben, da bist du eins mit dem Wald, eins mit der Wiese auf der du stehst und die Pflanzen rufen dich an die richtigen Plätze.

Diese Erlebnisse erfüllen mich mit so unendlich tiefer Dankbarkeit. Und ich weiß, dass ich das Richtige mache, das ich meinem Seelenplan folge ❤ Ich möchte euch noch gern ein paar Bilder von der gestrigen Sammelrunde dalassen und wünsch euch einen superschönen Wochenstart 🙂

Die Witwenblume hat Besuch.
Die faszinierenden Blüten der Pastinake.
Der Augentrost blüht auch schon.
Haselnussliebe 🙂
Der Seerosenteich
Wacholderbeeren in unterschiedlichen Reifegraden.
Das Brillenschötchen

Der Steinklee und die betörende Magie der Cumarine

Der betörende Duft des Steinklees kommt von den Cumarinen

Das Foto ist nicht ganz scharf, doch ich finde es so passend, wenn ich versuchen will zu beschreiben, was der Duft der Cumarine in mir auslöst. Wenn ich am Steinklee, am Labkraut oder am Waldmeister rieche, beamt es mich geradewegs kurz in den Himmel. Ich empfinde den Geruch als erfrischend, Lebensenergie spendend, betörend, beruhigend, schmerzlindernd und krampflösend. Er regt mich zum Träumen an und macht mich durch und durch glücklich.

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Die Königskerze / Verbascum

Die Königskerze / Verbascum – die wunderschönen Blüten

„Gehe aufrecht – bleib mutig.“ Das scheint sie zu sagen – die Königskerze. Sie gehört zur Familie der Braunwurzgewächse. Ihre majestätische Ausstrahlung ist wunderschön! Und sie weiß, dass sie etwas besonderes ist: Man erzählte sich, dass sie um ihre Heilkräfte gebeten werden will! Auch ich hatte ein Erlebnis, dass das bestätigt. Ich wollte unlängst ein paar Blüten einer wunderschönen Königskerze mitnehmen und rutschte unmittelbar vor ihr aus. Sofort dachte ich an die Überlieferungen. Ich bin generell der Meinung, man soll sich auf die Pflanzen vorher einstimmen. Wenn ich alleine bin beim Sammeln, liebe ich es ein kleines Lied zu summen oder ein spontan selbstgedichtetes „Gsatzl“ zu sprechen. Da kamen schon lustige Dinge raus: „Liebes Labkraut sei so fein, heile alle Leiden mein. Heile alle meine Lieben mit deinen frischen Trieben…“ usw.. 🙂 Die Blüten blühen immer nur kurz, dann öffnen sich die nächsten. Du brauchst also etwas Geduld beim Sammeln. Trockne die Blüten schnell, denn sie verderben leicht und bewahre sie in einem Schraubglas auf, denn sonst ziehen sie Feuchtigkeit an.

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Das Echte Labkraut / Galium verum und das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Das echte Labkraut / Galium verum
Das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Ich liebe Labkräuter! Der Duft der Cumarine ist so wunderbar. Beide Labkräuter gehören zu der Familie der Rötegewächse. Das besondere Erkennungsmerkmal an ihnen ist die in Quirlen angeordnete Blattstellung rund um den Stängel. Beide Labkräuter haben große Heilwirkung auf unsere Lymphe und Nieren.

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Die Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Matricaria discoidea

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,

verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt,

auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein,

glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist: Er schreit nach Pillen.

Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,

um Gottes Willen!

aus Karl heinrich Waggerl: Das heitere Herbarium
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Giersch Salbe bei Gicht

Der Giersch in voller Blüte

Der Giersch ist wohl das beste, pflanzliche Helferlein bei Gicht. Zur Pflanze hab ich dir hier im April schon einiges erzählt.

Gestern hab ich zum ersten Mal Gierschsalbe gemacht, weil sie momentan in unserer Familie gebraucht wird. Eine Kombination aus frisch gegessenem Giersch und der Salbe die örtlich auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird bringt nun hoffentlich Linderung.

Die Salbe ist flott gerührt – der Giersch wächst nahezu überall. Sei dir beim Sammeln bitte zu 100% sicher, denn der Doldenblütler kann leicht verwechselt werden und das kann fatal sein. Typisch ist die Dreizahl der Blätter und der gekerbte Blattstiel.

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Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Ich wollte schon vor ein paar Tagen über den Holunder schreiben, aber irgendetwas hielt mich noch ab. Gestern war ich mit einer lieben Freundin im Wald und wir hatten ein paar Holunderblüten gesammelt. Er begleitete uns auf dem gesamten Weg. Abends zu Hause machte ich dann ein Hydrolat aus ihm, weil meine Freundin den Duft soooo sehr liebt. Es ist wundervoll geworden und gehört definitiv erwähnt. Jetzt weiß ich, warum es noch gedauert hat mit dem Holunderpost. Denn eines ist klar: Alles hat seine Zeit ❤

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Der Klatschmohn / Papaver rhoeas

Der Klatschmohn / Papaver rhoeas

Er gehört zu meinen absoluten Lieblingspflanzen – der Klatschmohn. Seine leuchtend roten Blüten sind wie das pure Leben und die Zartheit seiner Blütenblätter ist einfach betörend. Er gehört zur Familie der Mohngewächse und ist leicht giftig. Das Alkaloid Rhoeadin wirkt leicht schmerzstillend. Außerdem enthält er Schleimstoffe und ist somit ein guter Begleiter bei Husten. Als beruhigender Abendtee tut er richtig gut in stressigen Zeiten.

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Der Frauenmantel / Alchemilla vulgaris

der Frauenmantel / Alchemilla vulgaris

Der Frauenmantel heißt im Lateinischen Alchemilla. Einst glaubte man, dass die Pflanze zauberkräftig sei. Sie schwitzt Tau an den Blättern aus – dieser Tau gilt als Jungbrunnen, wenn auf die Gesichtshaut aufgetragen. Der Name Frauenmantel bezieht sich möglicherweise auf die Form des Blattes, dass wie ein schützender Mantel wirkt.

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Der Spitzwegerich / Plantago lanceolata

Der Spitzwegerich / Plantago lanceolata

Der Spitzwegerich ist ein wahrer Menschenfreund. Generell die Wegeriche (auch der Breitwegerich) sind uns sehr zugetan. Sie besitzen zahlreiche Heilwirkungen und wachsen nahezu überall. Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Bereits im frühen Frühjahr, lassen sich die ersten Blätter sammeln.

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