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Die reizlindernde Malve und wie du einen Kaltauszug herstellst

Die wilde Malve / Malva sylvestris

Ich wünschte, ich hätte die mildernde Kraft der Malven schon früher für mich und meine Familie entdeckt. Sie ist ein Segen bei allen Zuständen die mit überreizten Schleimhäuten zu tun haben. Sei es der trockene Rachen zu Beginn einer Erkältung, die Schluckbeschwerden bei Rachenentzündungen, trockener Husten, aber auch Gastritis, Reizdarm und diverse andere Leiden im Magen – Darm Trakt die mit Reizungen einhergehen. Auch trockene Heizungsluft am Arbeitsplatz oder zu Hause macht den Schleimhäuten oft zu schaffen. Sind sie ausgetrocknet, können sich Bakterien und Viren leichter ausbreiten. Somit kann der Malven Kaltauszug eine gute Vorbeugungsmaßnahme gegen grippale Infekte in der kühlen Jahreszeit sein.

Die Malve – ihre Schleimstoffe wirken beruhigend auf Schleimhäute

Die Käsepappel, so heißt ein Malvengewächs, wurde mir schon vor Jahren ans Herz gelegt bei Rachenentzündungen. Doch ein sehr wichtiges Detail blieb mir verborgen: der Kaltauszug! Die richtige Zubereitung ist das Um und Auf bei jeder Pflanze. Um die Schleimstoffe, die für die mildernde Wirkung der Malve verantwortlich sind, zu lösen, musst du einen Kaltauszug der Pflanze herstellen. Beim gewöhnlichen Aufbrühen, gehen diese leider größtenteils verloren. Wenn du eine Hustenteemischung hast, wo Malve mit dabei ist, gieße den Tee heiß auf – hier musst du einfach den Kompromiss eingehen um die Wirkstoffe der anderen Kräuter zu bekommen. Bei der Käsepappel werden auch die Blätter verwendet, bei anderen Malvengewächsen in erster Linie die Blüten. Die Schleimstoffe bekommst bei allen Malven. Das getrocknete Kraut kannst du in der Apotheke oder bei deinem Lieblingskräuterhandel besorgen.

Einen Kaltauszug herstellen – das geht ganz einfach: Du nimmst einen Teelöffel vom getrockneten Kraut und gibst ihn in eine Teetasse. Danach gießt du mit kaltem Wasser auf und lässt das Ganze ca. eine viertel Stunde ziehen. Nach Ablauf der Zeit holst du dir ein Teesieb und gießt den Auszug durch das Sieb in einen kleinen Topf. Jetzt kannst du nach belieben etwas Süße dazu geben und den Kaltauszug langsam auf Körpertemperatur erwärmen. Nicht kochen! Nur so warm, dass es dir schmeckt und angenehm zu trinken ist. Fertig 🙂

So funktionieren übrigens alle Kaltauszüge, die du direkt warm trinken möchtest.

Ich wünsch dir viel Freude beim Zubereiten und rasche Linderung ❤

Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter

Du bist sicher schon unzählige Mal an dem Strauch vorbeigelaufen. Die Herzbeere – der gewöhnliche Schneeball / Viburnum opulus – kommt sehr häufig vor. Typisch sind seine ahornähnlichen Blätter. Im Frühling bildet er eine ganz eigenwillige Blütenformation bei der am Rand die Blüten wie im Kranz stehen und die mittleren noch geschlossen scheinen. (Ich kann dir erst nächsten Frühling mit einem Bild dazu dienen 😀 )

Der Strauch ist in all seinen Teilen giftig, mit Ausnahme der gekochten Beeren. Sie sind super als Marmelade oder Sirup verwendbar, sofern dich der etwas eigentümliche Geruch nicht stört. Schmecken tun sie hervorragend. Etwas bitter und sehr frisch, ähnlich wie rote Ribisel.

Sie liefern reichlich Anthocyane, die gefäßschützend und immunstärkend wirken. Andere Namen sind Wasserholler, Leberbeere und Dampfbeere. Möglicherweise wirken die Beeren auch unterstützend bei Lungenleiden, was bei den ersten Erkältungen im Herbst richtig gut tut.

In der Homöopathie wird die giftige Rinde verwendet. Das Mittel Viburnum hat einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Ich erwähne öfter homöopathische Mittel und ihren Bezug zum Körper und möchte hier nochmal deutlich festhalten, dass die passende Mittelfindung immer von einem Homöopathen abgestimmt sein muss! Es reicht nicht sich anhand körperlicher Beschwerden ein Mittel auszusuchen, der ganze Mensch muss zur Betrachtung miteinbezogen werden.

Was ich mit den Herzbeeren mache?

Sirup aus Herzbeeren

Sirup ❤ Mmmmhh!

Viel Spass beim Sammeln der vitaminreichen Beeren 🙂

Komm gut durch den Winter Tee

11 Kräuter ~ Komm gut durch den Winter Tee
Huflattichblüten, Veilchen, Traubenkirschblüten, Wegrauke, Gundelrebe, Brennessel, Spitzwegerich, Brunelle, Quendel, Dost, Salbei

Was für ein Kraftpaket 🙂 Auf diese Mischungen bin ich zu Beginn des Herbstes immer ein wenig stolz, denn sie entstehen im Lauf eines ganzen Kräutersammeljahres! Begonnen mit den Blüten des Huflattichs, die sich im April öffnen bis hin zum Quendel und Dost, die beide im späteren Sommer voller ätherischer Öle strotzen. Ich bereite den Tee mit der Bitte all jene die ihn trinken, vor Krankheiten zu schützen, oder bereits vorhandene Leiden schnell wieder abklingen zu lassen. Ich möchte dir einen kurzen Einblick über die Kräuter in der Teemischung geben:

Huflattich / Tussilago farfara

Du hast ihn sicher schon bei deinen Waldspaziergängen im Frühling entdeckt. Seine blitzgelben Blüten sind wie kleine Sonnen die das Frühjahr einleiten. Der lateinische Name Tussilago sagt schon viel über seine Wirkung aus. (Pertussis / Keuchhusten) Er ist ein tolles Kraut für die Bronchien und die Atemwege und verschafft Erleichterung bei Husten. Du solltest ihn aber immer sehr sparsam verwenden und am Besten nur in Teemischungen, denn er enthält Pyrrolizidinalkaloide die Leberschädigend wirken. Die Menge der Alkaloide ist jedoch für nicht-Schwangere und Lebergesunde in Mischungen vertretbar. Generell sollte man Kräuterheiltees nicht über einen langen Zeitraum anwenden – schließlich sind sie Medizin. Ich verwende am liebsten die Blüten für die Tees, du kannst aber auch die Blätter nehmen.

Wilde Veilchen / Viola

Der nächste Frühblüher der mit seinen violetten Blüten aus dem Waldboden leuchtet. Vielleicht kennst du Veilchen in erster Linie als wirksam bei Hauterkrankungen, sie können jedoch noch viel mehr. Ihre schleimlösende Wirkung ist sehr wohltuend bei Erkältungen und sie erleichtern das Abhusten von zähem Schleim. Ausserdem sind sie eine wunderschöne Schmuckdroge im Tee.

Gewöhnliche Traubenkirsche / Prunus padus

Das Holz des Rosengewächses riecht nach Marzipan. Verantwortlich dafür sind die Blausäureglykoside, die in der Pflanze enthalten sind. Ich habe einige ihrer Blüten in die Teemischung gegeben. Bitte nur in Maßen verzehren, wegen der Blausäure. Die Blüten wirken schlaffördernd, was bei Erkältungen eine Wohltat ist.

Wegrauke / Sisymbrium officinale

Diese Pflanze ist auch unter dem Namen Sängerkraut bekannt weil sie eine wohltuende Wirkung auf gereizte Stimmbänder und den Kehlkopf hat. Sie hat außerdem ätherische Öle und ist leicht schwefelhaltig, somit fördert sie die Ausscheidung von Giftstoffen.

Gundelrebe / Glechoma hederacea

Über diese Pflanze schreib ich definitiv mal einen eigenen Beitrag! So wundervoll ist sie. Ihre Heilkraft ist auf allen Ebenen immens und sie ist sagenumwoben. Ein kurzer Einblick in ihre Heilkraft: Sie ist reich an ätherischen Ölen und beseitigt vieles im Körper was nicht reingehört. Früher sprach man von schlechten Säften: Eiter, Umweltgifte, Bakterien, Viren etc. Sie hat positive Wirkungen auf Leber, Lunge, Magen, Darm, Nieren und Blase und hilft speziell bei Husten wenn auch Bakterien im Spiel sind.

Brennessel / Urtica

Mein liebstes Unkraut! Wolf Dieter Storl erzählte mal, das sie, wenn sie nicht ihre Stacheln hätte, wohl schon längst ausgerottet wäre – so heilkräftig ist sie. Du kennst sie vielleicht zum Entschlacken und das ist wohl auch ihre größte Stärke. Sie befreit den Körper von Giftstoffen jeglicher Art. Vorallem der Darm wird regeneriert und dort sitzt auch unser Immunsystem.

Spitzwegerich / Plantago lanceolata

Das Hustenkraut schlechthin wirkt schleimlösend und wohltuend. Er hat eine stark antibakterielle Wirkung und ist bei bakteriell bedingtem Husten eine große Hilfe. Ausserdem enthält er Kiesesäure und Zink – beide Spurenelemente sind für unsere Zellen sehr wichtig.

Große Brunelle / Prunella grandiflora

Die Brunelle wirkt stark antiviral. Eine tolle Unterstüzung bei Schnupfenviren. Es ist ganz egal ob du die Große oder die Kleine Brunelle verwendest – beide haben die selbe Heilwirkung.

Quendel / Thymus serpyllum

Unser Thymian! Diese Pflanze ist so faszinierend, denn sie ist winzig klein. Bestimmt bist du schon unzählige Male an ihr vorbeigelaufen. Sie wächst gern an trockenen, sonnigen Stellen. Vollgepumpt mit ätherischen Ölen ist sie wohltuend für Lunge und Atemwege. Eine wahre Heilerin.

Gewöhnlicher Dost / Origanum vulgare

Der Dost ist unser Oregano. Du findest ihn im August an Waldwegen und erkennst ihn an seinen helllila Blüten und seinem typischen Oregano Geruch. Er ist wohltuend für die Lunge und regt die Verdauung an.

Salbei / Salvia

Nun kommt das einzige, nicht im Wald gesammelte, Kraut – der Salbei. Er ist voll von ätherischen Ölen und wirkt antiseptisch. Seine reizlindernde Wirkung ist besonders für Hals und Rachen eine Wohltat. Schwangere und Stillende sollten auf Salbei gänzlich verzichten.

Viel Freude beim Zusammenstellen deines Wintertees und komm gut durch die kalte Jahreszeit ❤

Der Huflattich / Tussilago farfara

Berberitzen – Vitamine für den Winter

Gewöhnliche Berberitze / Berberis vulgaris

An meinem Lieblingsplatz im Wald wachsen viele Berberitzensträucher. Das erste Mal so richtig „Kontakt“ mit der Berberitze bekam ich letzten November. Der Strauch hatte kaum noch Beeren und die Blätter waren schon gelb verfärbt. Mit seinen Dornen gab er ein schaurig schönes Motiv ab – als würde er in eine andere Welt entführen wollen.

Zuckerbrot und Peitsche scheint sie in diesem Stadium zu vermitteln. Und tatsächlich ist der Vergleich nicht weit hergeholt: Die Berberitze ist zum einen Teil giftig und der andere Teil heilt und nährt.

Die Berberitze in Blüte im Frühling

Die Beeren der Berberitze findest du momentan sehr häufig an Waldwegen und lichten Stellen im Wald. Du kannst sie sammeln und Marmelade oder Essig daraus machen oder du trocknest sie als Vitaminquelle für den Winter. Im Orient wird Reis mit Berberitzen gekocht und Fleischgerichte werden mit der säuerlichen Note verfeinert. Die Beeren enthalten reichlich Vitamin C und wirken tonisierend und fiebersenkend. In der Volksheilkunde wurde die Wurzelrinde bei Leber und Gallenproblemen verwendet. Allerdings nur die Rinde der Wurzel – denn die Wurzel selber, die Rinde des Strauches und die Blätter enthalten das Alkaloid Berberin. Sie sind also giftig und können zu Atembeschwerden und starker Benommenheit führen.

In der Homöopathie wird das Mittel Berberis aus der Wurzelrinde gewonnen. Es kann bei ausstrahlenden Schmerzen in der Nieren- und Lumbalregion helfen. Das Mittel passt gut zu Menschen die zusätzlich eine gräuliche Gesichtsfarbe haben, stark erschöpft sind und Angst vorm Schlafengehen haben.

Berberitzen

Ich wünsch dir viel Freude beim Sammeln der Berberitzen für den Winter 🙂

Die Berberitze / Berberis vulgaris

Sonnentee

Sonnentee ~
Kanadische Goldrute / Solidago canadensis
Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Bei den Namen für meine Teemischungen geh ich, wie auch bei den Zutaten, oft nach meinem Bauchgefühl. So ist auch diese Mischung entstanden. Es ist mein Lieblingstee im Winter, denn er vertreibt ein wenig die Dunkelheit im Innen wie im Außen.

Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Das Johanniskraut ist unser stärkstes, wildwachsendes Antidepressivum. Das enthaltene Hypericin wirkt nachweislich gegen leichte bis mittelstarke Depressionen. Wunderbar gegen den Winterblues! Wenn du Johanniskraut über längere Zeit einnimmst, sei dir bitte bewusst, dass es eine so stark entgiftende Wirkung auf die Leber hat, dass es Medikamente unwirksam machen kann. (Auch die Pille!) Ausserdem wirkt es antiviral und antibakteriell.

Kanadische Goldrute / Solidago canadensis

Sie wächst Ende August über und über! Wie reichlich die Natur uns beschenkt. Für viele nur ein lästiges Unkraut, ist sie eine der stärksten Heilpflanzen für die Nieren. Sie spült die Harnwege auf sanfte Art und Weise durch und hilft gestressten Nieren sich wieder zu regenerieren. Als Tee hat sie einen blumigen Geschmack der an verträumte Sommertage erinnert. Schau mal vor deiner Haustür nach – im August und September wächst sie vielleicht auch bei dir 🙂

Ein „Goldrutenfeld“ über der Stadt.

Die Zauberkräuter: Die Tollkirsche

Die Tollkirsche / Atropa belladonna

Sie ist die Dritte der drei Schicksalsgöttinen Klotho, Lachesis und Atropos. Die Erste spinnt den Lebensfaden, die Zweite teilt ihn zu und die Dritte schneidet ihn ab. Die Belladonna ist wohl die berühmteste unserer Giftpflanzen. Selbst die, die nicht viel über Pflanzen wissen, kennen sie. Kaum ein Elternteil, dass seine Kinder nicht vor den verlockend glänzenden Beeren warnt – gut so! Bereits zwei bis drei Beeren können für Kinder tödlich sein. Bei Erwachsenen ist ab der doppelten Menge mit ernsthaften Komplikationen zu rechnen. Von euphorischen Zuständen bis hin zur Atemlähmung und dem Tod. Christian Rätsch beschreibt in seiner Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen seine Erfahrungen mit der Tollkirsche. Von Selbstversuchen rate ich dringend ab!

Die „schöne Frau“ hat eine lange Geschichte. Kräuterkundige Frauen benutzten sie, um die rituelle Flugsalbe herzustellen. Cleopatra hat sie verwendet um ihre Pupillen zu erweitern, viel sehen konnte sie dann sicher nicht mehr :-). Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind beim Augenarzt Belladonna Tropfen bekommen habe, der genaue Zusammenhang ist mir aber entfallen. So eine Faszination hat die Pflanze, dass mir das geblieben ist, obwohl ich mich sonst an nicht mehr vieles erinnere. Wenn das Pflanzenreich wie ein Königreich gegliedert wäre, dann wäre die Belladonna die Königin. Bist du schon mal eine Weile vor der Pflanze gestanden? Probiere es mal aus, du beginnst ihre unglaubliche Kraft und Tiefe zu spüren. Sie zieht dich in ihren Bann. Und sie ist eine Meisterin der Tarnung! Es ist mir schon öfter passiert, dass ich einen Belladonnastrauch besuchen wollte und mich genau an den Platz erinnern konnte, doch ich fand ihn nicht mehr. Verschwunden, in Luft aufgelöst… Diese Eigenschaft der Tarnung wird meines Wissens in der Homöopathie nicht erwähnt, das wäre sicher interessant.

Die Blüte der Tollkirsche

Apropos Homöopathie: Die Belladonna in homöopathischer Dosis ist das großartigste Fiebermittel, dass ich kenne! Es ist unglaublich wie schnell sie hilft. Wenn meine beiden Kinder Fieberschübe haben und das Fieber sehr hoch ist, sodass schon Halluzinationen dazu kommen reicht eine einzige Gabe aus um sie wieder sanft in den Schlaf zu schicken. Das Fieber senkt sich, die Halluzinationen verschwinden. Ich persönlich verwende gerne C12 und C30, wenn du noch unsicher bist ob das Mittel für dich ok ist, dann verwende D12 oder D30. Es ist eines der wichtigsten Mittel in meiner homöopathischen Hausapotheke. Auch bei Gehirnhautentzündungen soll die Belladonna homöopathisches Mittel erster Wahl sein.

Ein ganzer Wald voller Belladonna

Sie wächst am liebsten da, wo geholzt wurde – sie bereitet also Neues vor und hilft Verlorenes und Altes loszulassen. Diese Stelle im Wald hab ich im Juni entdeckt ❤

Frauen – Tee / PMS – Tee

Frauen Tee – PMS Tee
Brennessel, Schafgarbe, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Hollerblüten, Rotklee

Die Kräuter in der Teemischung leisten gute Dienste für uns Frauen. Natürlich kann er auch von Männern genossen werden, denn schließlich haben auch Männer weibliche Anteile die gepflegt werden wollen 🙂 Er gleicht hormonelle Disbalancen auf sanfte Art und Weise aus. Solltest du an PMS leiden und Kopfschmerzen haben, misch dir noch zusätzlich Mädesüß mit rein. Die Schafgarbe und das Gänsfingerkraut haben eine stark entkrampfende Wirkung die speziell vor der Menstruation erleichternd wirken können. Das Mädesüß ist reich an Salicylsäure, die wie Aspirin wirkt und leichte Kopfschmerzen beseitigen kann. Der Gib mir Energie Tee ist für die Wechseljahre, dieser Tee ist für Frauen die noch menstruieren. Ich möchte dir kurz die Kräuter in dem Tee vorstellen. Alle Kräuter sind bei mir aus Wildsammlung – du kannst sie natürlich auch in der Apotheke oder im Kräuterhandel beziehen und den Tee das ganze Jahr selber mischen.

Brennessel / Urtica

Die Brennessel ist unser wertvollstes „Unkraut“. Sie leistet so viele gute Dienste mit ihren Wirkstoffen. Sie ist stoffwechselanregend und deshalb sehr bekannt für Frühjahrsentschlackungskuren. Die Brennessel ist reich an Mineralien, vorallem Eisen ist in ihr enthalten. Sie stärkt und gibt Kraft, was für uns Frauen besonders wichtig ist, denn die Anforderunen in der heutigen Zeit an uns sind zum Teil unfassbar hoch. Wir sollen Kinder erziehen, als hätten wir keine Arbeit und arbeiten, als hätten wir keine Kinder. Das natürliche „in sich gehen“ während der Tage ist in der Berufswelt nicht möglich – wir sollten funktionieren bis zum Umfallen.

Schafgarbe / Achillea millefolium

Ich liebe die Schafgarbe! Sie ist ein Geschenk der Natur mit ihren ätherischen Ölen und reichen Inhaltsstoffen. Sie ist voll von Mineralstoffen und Spurenelementen. Ihre Bitterstoffe regen die Verdauung an und sie wirkt stark krampflösend. Du findest sie das ganze Kräuterjahr über auf Wiesen und Waldrändern. Manche Menschen reagieren allergisch auf die Schafgarbe. Ihre Blüten sind meist weiß, können aber auch bis kräftig rosa sein – dann ist sie besonders gesättigt mit ätherischen Ölen.

Frauenmantel / Alchemilla xanthochlora

Der Frauenmantel ist wohl das wichtigste Frauenkraut. Bei Menstruationsbeschwerden können wir von den krampflösenden, stärkenden und schmerzlindernden Eigenschaften des Frauenmantels profitieren. Ausserdem wirkt die Pflanze antiviral und kann Herpes Viren im Zaun halten. Auch bei Juckreiz in der Scheide kann die Pflanze helfen. Sie ist eine wunderbare Unterstützung bei hormonellen Achterbahnfahrten.

Gänsefingerkraut / Potentilla anserina

Das Gänsefingerkraut leuchtet oft silbrig aus dem Waldboden – man spürt schon, dass es sich um einen kleinen Schatz dabei handelt. Es wirkt krampflösend und das ist großartig vor und zu Beginn der Regelblutungen. Solltest du sehr starke Krämpfe haben, kannst du auch einmal versuchen, das Gänsfingerkraut alleine in Milch aufzukochen. Das entzieht dem Kraut die krampflösenden Wirkstoffe am besten.

Hollunder / Sambucus niger

Irgendwie ist der Hollunder mit uns Frauen eins. Der Baum ist der Frau Holle zugeordnet – nicht umsonst ist er sagenumwoben. Ich habe Hollunderblüten für den Tee gesammelt, wieder einmal ganz intuitiv. Der Hollunder hält alles Schlechte von uns fern – das ist gut! Die winzig kleinen Blüten in Sternchenform zaubern Leichtigkeit in den Tee.

Rotklee / Trifolium pratense

Der Rotklee ist ein richtiges Frauenkraut. Selbst die Pharmaindustrie verkauft für gutes Geld Rotkleepräperate als Hormonregulanz für Frauen. Die im Klee enthaltenen Isoflavonoide sind Phytoöstrogene und wirken sanft auf das Hormonsystem. Er ist entzündunshemmend, blutreinigend und wirkt sich positiv auf die Knochendichte aus. Außerdem sehen seine Blüten wunderschön im Tee aus.

optional: Mädesüß / Filipendula ulmaria

Das Mädesüß enthält Salicylsäure, die schmerzstillend wirkt. Wenn du von Kpfschmerzen geplagt bist versuche doch mal, dir einen Tee aus dem blühenden Kraut zuzubereiten. Es duftet und schmeckt wunderbar blumig und frisch.

Der Hollunder in Blüte

Viel Freude beim Ausprobieren ❤

Die Zauberkräuter: Das Bilsenkraut

Sie ist eine der ältesten Giftpflanzen Europas und sie hat viel zu erzählen. Die hoch giftige Pflanze war Zutat der Hexensalben, auch Flugsalben genannt, die zu bestimmten rituellen Anlässen von Kräuterkundigen Frauen verwendet wurden. Die Samen wurden zu berauschenden Zwecken verräuchert. Sie sind besonders giftig – bereits 15 Samen sind für Kinder tödlich. Man verwendete sie auch als Narkosemittel, zusammen mit Schlafmohn. Früher wurde Bier mit dem Bilsenkraut aromatisiert und man darf davon ausgehen, dass der Name Pilsener vom Bilsenkraut her abstammt. Das deutsche Reinheitsgebot war sozusagen das erste Antidrogengesetz Europas.

In der Homöopathie ist das Bilsenkraut unter dem lateinischen Namen Hyoscyamus niger bekannt und ein tolles Mittel bei Neuralgien und krampfartigen Beschwerden sofern auch das psychisch / seelische Bild des Patienten stimmig mit dem Mittel ist.

Die Begegnung mit solchen Pflanzen empfinde ich immer als etwas ganz Besonderes.

Da bei hoch giftigen Pflanzen das Kosten natürlich entfällt, versuche ich anders mit ihr in Kontakt zu treten. Das Fotografieren ist da eine gute Möglichkeit. Ich setze mich auch einfach gern neben die Pflanze und betrachte sie. Keine Fotos, nur blosses Betrachten. Sofern es mir möglich ist greife ich sie an und seh mir ihren Aufbau genauer an. (Das Angreifen ist nicht bei allen Pflanzen okay, der Fingerhut zum Beispiel ist so giftig, dass bereits über die Haut zu viele Alkaloide aufgenommen werden können.) So kann ich mit jeder Pflanze Kontakt aufnehmen, ganz egal wie giftig sie ist, ohne sie zu kosten oder sie zu verarbeiten. Generell finde ich, man muss nicht alles gleich mitnehmen und verarbeiten. Die Pflanzen können so viel Gutes für uns tun nur durch ihr Dasein an Ort und Stelle. Ich finde das wunderschön!

Vielleicht magst du mir von deinen Erfahrungen berichten mit, dir noch fremden oder giftigen Pflanzen, mit denen du auf diese oder eine andere Art und Weise in Kontakt getreten bist. Vielleicht träumst du von ihr. Das empfinde ich immer als eines der größten Geschenke, denn dann weiß ich, die Pflanze hat in mir etwas geheilt .

Viel Spaß beim Entdecken ❤

.. heute im Paradies

Paradiesischer Platz über Innsbruck

Heute war ich oberhalb der Stadt im Wald. Es ist wie im Paradies hier, wild und voller Kräuter. So liebe ich es zu Sammeln und zu Staunen über die reichlichen Geschenke der Natur an dich und mich! 🙂

Mein Kräuterbündel zum Maria Himmelfahrtstag besteht aus Schafgarbe, echtem Labkraut, Beifuß, Gänsefingerkraut, Spitzwegerich, Franzosenkraut und Wasserdost ❤️

Kräuterbündel
Kräuterbündel zu Maria Himmelfahrt

Genießt die Zeit 😊

Dost ist nicht gleich Dost

Oben: Gemeiner Dost / Origanum vulgare Unten: Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Wie lange hat mich das verwirrt mit dem Dost! Meine erste bewusste Begegnung mit dem (Gemeinen) Dost hatte ich letztes Jahr im Wald. Die kleinwüchsige Pflanze lachte mich an und ich machte ein paar Bilder von ihr. Natürlich wollte ich gleich wissen, wie sie heißt. Das Internet spuckte mir Dost aus. Super dacht ich mir, man kann sie essen, sie hat Heilwirkungen und wenn man die Blätter zerreibt und kostet entfaltet sich ein göttlicher Oreganogeschmack und Duft. Doch dann ist da noch so ein (auf den ersten Blick) recht ähnliches Gewächs das zur selben Zeit in Massen blüht. Hmmm…. meine (damals noch sehr laienhaften) Recherchen ergaben Dost. Toll, was denn jetzt? Der große Bruder riecht gar nicht nach Oregano und irgendwie sieht er auch anders aus.

Rätsel gelöst: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Pflanzen die auch verschiedenen Familien angehören! Sie haben nur einen gemeinsamen Namen. Falls dich das auch schon mal verwirrt hat, möchte ich dir jetzt die beiden ein wenig näher vorstellen.

Der gewöhnliche Dost – Origanum vulgare

Du erkennst ihn an seinem wunderbaren Duft, wenn du die Blätter zerreibst. Er wird bis zu 50 cm hoch und die Blätter haben ein eher dunkleres, bläuliches Grün. Er gehört zu der Familie der Lippenblütler und hat somit reichlich Ätherische Öle. Wilder Oregano ist ein tolles Würzkraut für alle mediterranen Gerichte. Aber er kann noch mehr: Bei Husten und Erkältungen kann er dir helfen den festen Schleim zu lösen. Er wirkt auch antiviral und antibakteriell, was bei jeder Erkältung helfen kann. Außerdem wirkt er auch auf das Gemüt. Die Duftstoffe wirken beruhigend und ausgleichend. In stressigen Zeiten genau das richtige 🙂

Am besten sammelst du ihn wenn er in Blüte steht und trocknest ihn in einem Bündel kopfüber. Du kannst ihn dann als Würzkraut, oder als Tee verwenden.

Der Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Der Wasserdost wird bis zu dreimal so groß wie der Gewöhnliche Dost. Andere Namen sind auch Wasserhanf (aufgrund der Blätter) oder Kunigundenkraut. Wenn du seine Blätter zerreibst bleiben sie fast geruchlos. Er gehört zur Familie der Korbblütler und enthält Bitterstoffe und Eupatorin. Letzteres ist verantwortlich für seine stark entzündungshemmende Wirkung. Wasserdost ist perfekt für Erkältungs- und Grippetropfen! Je nachdem was dir sympathischer ist bereitest du am besten einen Kaltauszug aus der Pflanze oder du setzt eine Tinktur an. Kaltauszüge werden in Wasser bereitet – dazu lässt du das frische oder getrocknete Kraut über Nacht in Wasser durchziehen. Danach seihst du es ab – fertig.

Wasserhanf enthält (das liebe Wort) Pyrrolizidinalkaloide. Das bedeutet bei längerer Anwendung kann die Pflanze die Leber schädigen. Generell solltest du keine Heilpflanze dauerhaft oder sehr lange einnehmen – es sind Helfer, Heiler und Medikamente.

Wichtig:

Nachtrag: In Rücksprache mit meiner Kräuterlehrerin sollte der Wasserdost nur homöopathisch eingenommen werden. Die Pyrrolizidinalkaloide sind sehr hoch vertreten in dieser Pflanze, sodass schon wenige Gaben zu einer Leberschädigung führen können!

So, nun genug zur Dostologie 😀 Ich wünsch dir viel Spass beim Sammeln und entdecken ❤