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Der Huflattich – Tussilago farfara

Der Huflattich – Tussilago farfara

Heute stelle ich dir eine kleine Frühlingssonne vor: den Huflattich. Er gehört zu den ersten Blümchen, die nach dem Winter im Wald hervorblitzen. Wie kleine Sonnen erhellen die Blüten die Sinne. Ist er verblüht bildet sich das hufeisenförmige Blatt. Er wächst sehr gern auf Ruderalflächen. Der Huflattich gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine altbekannte Zutat in Hustentees. Sein lateinischer Name verrät schon viel über seine Heilkraft – tussis ist der Husten. Vor einigen Jahren ist er aus Mischungen verschwunden aufgrund der in ihm enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide. Daher wird im Allgemeinen davon abgeraten, ihn wild zu sammeln und zu verwenden. Die Alkaloidmenge ist jedoch eher gering im Vergleich zu anderen Pflanzen, daher lässt es sich meistens vertreten, ihn kurz bei akuter Bronchitis anzuwenden. Am besten nur in Mischungen und nur solange, bis eine Besserung der Beschwerden eintritt. Für eine Teemischung kannst du die Blüten samt Stengel und auch das später kommende Blatt verwenden. Bitte sammle nicht zuviel, den erstens braucht man nur sehr wenig und zweitens ist er mancherorts schon eine Seltenheit geworden.

Der Huflattich – Tussilago farfara

Eine Idee für eine Hustenteemischung:

Huflattich (Blüten und/oder Blätter), Lungenkraut, Eibischwurzel (oder Malvenblüten), Thymian (oder Quendel), Melisse.

Alles zu gleichen Teilen mischen und genießen 🙂

Das Johanniskraut – Hypericum perforatum – Der Seelentröster

Das Johanniskraut – Hypericum perforatum

Du wirst dich vielleicht wundern, warum ich dir jetzt das Johanniskraut vorstelle, obwohl es noch lange nicht Blütezeit hat. Seine Zeit kommt erst im Hochsommer, wenn die gleißende Sonne die stärksten Heilkräuter mit ihrer Kraft beschenkt.

Das Johanniskraut rettet momentan mein Seelenleben. Jeden Abend trinke ich ein oder zwei Tassen und spüre dabei, wie es mich erhält, mich tröstet und mir innerlich wieder Licht schenkt. Es sind schwierige Zeiten, vielen von uns geht es momentan richtig schlecht. Ausgangssperren, Familienstreit, Existenzängste, Ängste um die Gesundheit, etc…

Mutter Natur hat uns dieses wundervolle Kraut geschenkt, für die dunkelsten Zeiten. Greif zu und probiere es an deinem Körper und deiner Seele aus. Du wirst sehen, es tut so gut. Das Schöne ist, dass du es in jeder Apotheke als getrocknetes Kraut bekommst. Nimm einfach mit drei Fingern ein wenig vom Kraut, gib es in eine Tasse und übergieße es mit kochendem Wasser. Lass es ca. 10 Minuten ziehen. Wenn du magst, süße dir den etwas herb schmeckenden Tee. Schließe die Augen und träume den Traum dieser Pflanze.

Das Johanniskraut – Hypericum perforatum

Das echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, gehört zur Familie der Hartheugewächse. Zu den Inhaltsstoffen zählen Gerbstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide und das Hypericin. Bei der Einnahme ist einiges zu beachten: Wenn du schwanger bist, nimm lieber kein Johanniskraut. Wenn du sonnenbadest, trink vorher keinen Johanniskrauttee, denn es kann zu starken Sonnenbränden kommen. Wenn du Medikamente wie zum Beispiel die Pille nimmst, sei dir bitte dessen bewusst, dass das Johanniskraut so stark entgiftend wirkt, dass es die genommenen Medikamente unwirksam machen kann!

Die Wirkung des Krautes ist entgiftend, antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend, antidepressiv und blutreinigend. Speziell in schwierigen Zeiten, wenn große psychische Belastungen auftreten, ist es ein kraftvoller Tröster. Es bringt wieder Licht in unsere Zellen, lässt uns träumen und schenkt neuen Mut. Hildegard von Bingen nannte es „die Arnika der Seele“. Du kannst es getrocknet als Tee trinken, aus frischen Blüten kannst du ein Öl (Rotöl) oder eine Tinktur ansetzen. Das Öl tut gut bei Wunden, als Narbenpflege und auch tropfenweise zum Einnehmen als konzentriertes, antivirales Mittel in der Erkältungszeit.

Viele Mythen und Erzählungen ranken sich um das Johanniskraut. Der Beiname perforatum bezieht sich auf die – wie gelöchert aussehenden – Blüten. Tatsächlich sind es die Öldrüsen, in denen das wertvolle rote Öl gespeichert ist. Man erzählte sich der Teufel hätte es mit einer Nadel durchlöchert, weil er so wütend auf die starken Heilkräfte der Pflanze gewesen sei. Das Johanniskraut gehört auch zu den klassischen Mittsommerkräutern, darüber erzähle ich dir aber erst später ein wenig.

Das Johanniskraut – Hypericum perforatum

Genieße die Kraft dieser Pflanze, vielleicht leuchtet sie dir wie ein kleines Licht in dieser Zeit. Alles Liebe ❤

Das Lungenkraut – Pulmonaria officinalis

Das Lungenkraut – Pulmonaria officinalis

Das Lungenkraut gehört zur Familie der Raublattgewächse. Es ist ein altbekanntes Mittel bei Husten und anderen Lungenproblemen und wird gerne in Teemischungen verwendet. Der lateinische Beiname officinalis verrät uns, dass es sich um eine starke Heilpflanze handelt. Das Lungenkraut ist reich an Kieselsäure, besitzt auch Schleimstoffe und Saponine. Saponine haben die Eigenschaft, Wirkstoffe anderer Pflanzen zu verstärken, das macht das Lungenkraut umso wertvoller in Mischungen. Es enthält allerdings kleine Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden und sollte daher nur kurz und in geringen Mengen angewendet werden. Ein paar Blätter als Beigabe im Frühlingswildkräutersalat stärken das Lungengewebe.

Das Lungenkraut – Pulmonaria officinalis

Einer der volkstümlichen Namen der Pflanze ist Hänsel und Gretel. Man ging davon aus, dass die roten Blüten weiblich und die blauen Blüten die männlichen sind. Es ist jedoch so, dass der dunkle Farbstoff, das Anthocyan für die Verfärbung von rot auf blau zuständig ist. Die Volksheilkunde setzte das Lungenkraut schon lange bei Lungenleiden ein. Man verglich laut Signaturenlehre die gefleckten Blätter mit der erkrankten Lunge. Ich denke gerade jetzt, wo der Coronavirus wütet, ist das Lungenkraut ein guter Begleiter. Bitte nicht falsch verstehen, das heißt nicht, dass es bei der Lungenkrankheit Covid hilft! Aber es ist unumstritten, dass es das Lungengewebe stärkt und das kann momentan nicht schaden. Außerdem finde ich, symbolisiert es durch die unterschiedlichen Blütenfarben Zusammenhalt, Liebe und Zweisamkeit. Und das brauchen wir jetzt alle ganz dringend ❤

Die Brennnessel – Urtica dioica

Die Brennnessel – Urtica dioica

Die Brennnessel gehört zu den Brennnesselgewächsen. Sie ist ein richtiges Kraftpacket und ein beliebtes Wildkraut in Suppen, Salaten, Pesto und Smoothies. In ihr sind viele wertvolle Stoffe enthalten, wie zum Beispiel: Magnesium, Kalium, Eisen, Silicium, Karotinoide, Kieselsäure und Vitamin B. Die Nesseln lassen sich einfach außer Kraft setzen: durch mixen, durch blanchieren oder durch ein Nudelholz. Beim Sammeln sollten empfindliche Menschen Handschuhe tragen, ansonsten reicht es zu beachten, die Pflanze von unten her anzugreifen. Als Heilkraut wirkt sie harntreibend, stoffwechselanregend, blutdrucksenkend, blutreinigend, schleimlösend und durchfallhemmend. Es wird ihr nachgesagt bei leichten Darmblutungen hilfreich zu sein. Die Wurzel ist gut für die Prostata und die Samen wirken aphrodisierend.

Eine tolle Pflanze, die du auch im städtischen Raum finden kannst. Für einige Menschen, mich eingenommen, ist das Sammeln von Wildpflanzen momentan fast unmöglich. Durch die bestehenden Ausgangssperren in Innsbruck/Tirol wegen dem Corona Virus, ist das Wandern in Wald und Wiese nicht mehr erlaubt. Pflanzen wie die Brennnessel, kommen auch in Städten vor – achte nur darauf, sie wirklich sehr gut zu waschen und sammle sie nur dann, wenn sie nicht direkt an einer Hundemeile wächst 🙂

Auf bessere Zeiten – alles Liebe!

Das Buschwindröschen – Anemone nemorosa

Buschwindröschen – Anemone nemorosa
Buschwindröschen – Anemone nemorosa

Eines der ersten Blümchen die im Frühling die Tore im Wald öffnen, ist das Buschwindröschen. Es gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse und ist eine Anemone. Typisch für Anemonen sind die drei gleichen Hochblätter. (anemos = Wind). Es ist eine Giftpflanze – bereits 30 frische Pflanzen sind tödlich. Früher verwendete man den Frischsaft der Pflanze als blasenziehendes Mittel. Man glaubte, dort wo Buschwindröschen wachsen gibt es keine bösen Geister. Heutzutage wird es nur mehr in der Homöopathie eingesetzt bei zu starker Menstruation und Schlaflosigkeit. Viel Freude beim Entdecken dieser Schönheit wünsch ich dir ❤

Das Wechselblättrige Milzkraut – Chrysosplenium alternifolium

Das Wechselblättrige Milzkraut – Chrysosplenium alternifolium
Das Wechselblättrige Milzkraut – Chrysosplenium alternifolium

Ein bemerkenswertes, kleines Pflänzchen ist das Milzkraut. Total in Vergessenheit geraten und wenig beachtet. Es gehört zur Familie der Steinbrechgewächse. Das Milzkraut besitzt eine unglaubliche Leuchtkraft und hat (zumindest auf mich) eine magische Anziehung. Es wächst bevorzugt in schattigen, feuchteren Plätzen im Mischwald. Früher wurde es im Sinne der Signaturenlehre bei Erkrankungen derMilz verwendet, doch heute ist es gänzlich aus der Heilkräuterkunde verschwunden. Es ist in geringen Mengen aufgrund der Bitterkeit essbar – kleine Teile eignen sich gut für Salate, oder als Topping für Kartoffel- und Gemüsesuppen. Viel freude beim Entdecken dieser wundersamen, kleinen Pflanze.

Die Vogelmiere – Stellaria media

Die Vogelmiere – Stellaria media
Typisches Erkennungsmerkmal: Der dünne Faden im Stengel

Die Vogelmiere gehört zur Familie der Nelkengewächse. Für viele ist sie ein lästiges Unkraut doch zu Unrecht, denn sie ist sehr gesund und bietet uns viele wertvolle Inhaltsstoffe. Mittlerweile hat sie bei vielen Menschen einen festen Platz in der Frühjahrskur, denn sie ist voller Vitamine und Mineralstoffe und hat eine Menge Chlorophyll. Sie wirkt kühlend und nimmt das Hitzegefühl bei Entzündungen. Sie wirkt antiviral, entzündungshemmend und harntreibend. Man sollte sie am besten frisch essen, da sie getrocknet an Inhaltsstoffen verliert. Man kann aus ihr einen Öl Ansatz herstellen, der sich dunkel gelagert ca. ein halbes Jahr hält. Typisches Erkennungsmerkmal ist der dünne Faden im Stengel und die einseitige Behaarung am Stengel. Wenn sie blüht bildet sie winzig kleine weiße Blüten, die wie Sternchen aussehen. Der Geschmack der frischen Pflanze erinnert an jungen Mais. Du kannst sie in Salaten, in Aufstrichen oder in Smoothies verwenden.

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Gesundheit ❤

Der Bärlauch – Allium ursinum / sicher erkennen

Der Bärlauch – Allium ursinum

Der Bärlauch gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eine der wertvollsten Frühlingspflanzen. Er hat zahlreiche Inhaltsstoffe die sich positiv auf unseren Körper auswirken. Jod, Eisen, Vitamin C und das Allicin, das für den Knoblauchgeschmack verantwortlich ist. Der Bärlauch ist ein beliebtes Wildkraut, dass zu zahlreichen Speisen verarbeitet wird: Bärlauchpesto, Bärlauchnudeln, Bärlauchknödel, Bärlauchsuppe, Bärlauchsalz etc. Doch auch als Heilpflanze hat er einiges zu bieten: Er wirkt cholesterinsenkend, blutdrucksenkend, antisklerotisch (das bedeutet: er wirkt Arterienverkalkungen entgegen), antibiotisch und sorgt für eine gute Darmflora. Eine Tinktur aus Bärlauch hilft dem Körper außerdem eingelagertes Quecksilber auszuleiten. Beim Sammeln von Bärlauch ist das genaue Bestimmen unumgänglich! Verwechslungsgefahr besteht mit dem hochgiftigen Maiglöckchen und der tödlich giftigen Herbstzeitlose.

Ich möchte euch gern zeigen, worauf ihr achten müsst beim Sammeln. Wenn ihr euch nicht 100% sicher seid, lasst die Pflanze lieber stehen!

Verwechslungsgefahr: Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose

Unterscheidungsmerkmale:

  • Beim Bärlauch hat jedes Blatt einen Stängel. Die Blattoberseite ist glänzend, die Unterseite matt. Jedes Blatt hat eine markante Mittelrippe, welche beim umbiegen knackt. Er verströmt starken Knoblauchgeruch.
  • Beim Maiglöckchen sind die Blätter zu zweit. Es hat ebenfalls eine Mittelrippe. Die Blattoberseite ist matt und die Unterseite glänzend, also umgekehrt wie beim Bärlauch. Es treibt auch erst ein wenig später aus.
  • Die Herbstzeitlose hat drei ineinander gedrehte Blätter. Die Mittelrippe fehlt. Achtung: Bereits kleine Mengen sind tödlich giftig!

Ich hoffe, ich kann euch damit weiterhelfen 🙂 Solltet ihr momentan angesichts der Ausgangssperren nicht in den Wald kommen, gibt es einen kleinen Trost: im gut sortierten Supermarkt wird auch des öfteren Bärlauch angeboten, dann könnt ihr aus ihm auch so was Feines zaubern ❤

Am liebsten mach ich Bärlauchpesto!

Du brauchst:

Bärlauch, Sonnenblumenkerne, Salz, Pfeffer, ein kaltgepresstes Öl deiner Wahl;

Alles zusammen im Mixer zerkleinern und in ein Schraubglas füllen. Bedecke das Pest im Glas immer mit einer kleinen Ölschicht, dann hält es im Kühlschrank mindestens eine Woche. Das Pesto passt zu Nudeln, Salaten, auf’s Brot, zu Kartoffeln…usw

Viel Spaß!

Die Pestwurz – Petasites hybridus

Die Pestwurz – Petasites hybridus
Die Pestwurz – Petasites hybridus

Du kennst das kleine Alien sicherlich und hast dich vielleicht schon mal gefragt was oder wer es denn ist. Es ist die Pestwurz und sie gehört zur Familie der Korbblütler. Ihren Namen hat sie aus früheren Zeiten, wo sie noch viel verwendet wurde. Man sagte ihr nach sogar bei der Pest zu helfen. Doch heutzutage ist die Magie rund um sie entzaubert. Sie enthält nämlich Pyrrolizidinalkaloide welche die Leber schädigen können und es wird vom Sammeln abgeraten. In der Apotheke sind zahlreiche Pestwurz Präparate gegen Migräne erhältlich. Die dort eingesetzten Pflanzen sind eigene Züchtungen in denen das Alkaloid nicht vorhanden ist. Die Wurzel und die jungen Blätter wirken krampflösend, schmerzstillend und beruhigend. Auch eine antidepressive Wirkung wird der Pestwurz nachgesagt. Die jungen Blätter ähneln denen des Huflattichs, die ausgewachsenen Blätter der Pestwurz im Hochsommer können bis zu einem Meter Durchmesser erreichen! Was für eine bezaubernde Pflanze 🙂

Bitteres Schaumkraut – Bachkresse

Bitteres Schaumkraut / Cardamine amara
Bitteres Schaumkraut / Cardamine amara

Die erste Pflanze, die ich dir genauer vorstellen möchte ist die Bachkresse. Der botanische Name lautet Bitteres Schaumkraut. Es gehört zur Familie der Kreuzblütler und wie alle Kreuzblütler hat auch das bittere Schaumkraut reichlich Senfölglykoside. Sie wirken antibiotisch, verdauungsfördernd und desinfizierend. Das bittere Schaumkraut regt die Bauchspeicheldrüse an und ist deshalb bei Diabetes sehr empfehlenswert. Verwechslung mit der echten Brunnenkresse leicht möglich, aber nicht tragisch. (Die Staubgefäße sind bei bitterem Schaumkraut lila, bei der Brunnenkresse gelb.) Es ist ein tolles Kraut für Salate, Aufstriche und zum Verfeinern von Kräutergerichten. Du findest es an feuchten Stellen im lichten Wald und in Wiesen.