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Über die MAgie von Plätzen und die Verbundenheit

Manche Plätze rufen einen. Manche Plätze bedeuten etwas Besonderes in deinem Leben. Manche Plätze sind so fremd und doch so vertraut.

Die letzten zwei Wochen waren sehr turbulent und zugleich wunderschön. Ich hielt die beiden ersten Kräuterwanderungen seit dem Coronalockdown und bin sehr glücklich darüber, dass wieder ein wenig Leben ins Seelenhaus kommt. Ich merke auch, dass ich mehr Zeit für die Dinge und Erledigungen brauche als noch vor ein paar Monaten. Der Lockdown und das Burnout haben mich gelehrt, langsamer zu gehen, gütiger zu mir selbst zu sein und ehrlicher, was meine Grenzen angeht. Das ist megaschön!

Die Sommersonnenwende war diesmal auch eine ganz besondere: Wie jedes Jahr reflektiere ich ganz automatisch über meinen persönlichen Stand der Dinge für das aktuelle Jahr. Wo bin ich, wo wollte ich hin, was darf noch kommen, was darf noch gehen.

Dieses Mal war es sehr tiefgreifend: Ich wurde an einen Platz gerufen, der mich vor 25 Jahren schon besonders berührt hatte.

Eine ehemalige Schulkollegin meldete sich bei mir und wir trafen uns an dem Ort, wo wir als Teenager gefeiert hatten und ich im Teich gebadet hatte, obwohl ich normalerweise sehr große Angst vor dem Wasser habe. Zur Sommersonnenwende durfte ich den Platz wieder sehen und fühlte gleich eine starke Verbundenheit.

Das Vergissmeinnicht begleitet meine Träume

Gestern trafen wir uns wieder und ich erkundete die Umgebung. So magisch – so schön! Eine Stelle im Wald hat es mir besonders angetan: Ein kleiner Bach fließt neben Erlen – umgeben von Vergissmeinnicht. Ich blieb stehen und war wie gebannt. Ich machte ein Foto vom Bach und entdeckte sofort eine Frau in den Steinen. Daneben die Vergissmeinnicht, von denen ich immer wieder träume und die Erle – ein so besonderer Baum.

Die Frau im Bach – siehst du sie auch?

Ich stand eine Weile da und mir kamen Tränen in die Augen. Eine Welle der Heilung und des inneren Friedens durchflutete mich. Dieser Platz hat etwas bewirkt in mir, etwas in die Gänge gebracht. Ich stieg noch runter zum Bach und wusch mein Gesicht mit dem sanften Wasser, bevor ich ein paar Erlenzapfen, ein paar Frauenmantelblüten und ein paar Vergissmeinnicht mitnahm. Eigentlich wollte ich die Blüten trocknen und die Zapfen als eine Art Talisman aufbewahren. Daheim angekommen, waren die Blüten mit den Zapfen komplett verwachsen – es war unmöglich sie voneinander zu trennen. Also setzte ich eine Tinktur an – sie soll mich begleiten.

ein ganz besonderer Platz

Ich las noch über die Bedeutung der Erle. Man sagt es gibt die Erlenfrau – eine Art Schwellenhüterin. Vielleicht war es die Frau die mir augenblicklich in dem Bach begegnete? Diese Tinktur soll mich noch tiefer mit dem Platz und mir selbst verbinden. Ich mache das oft mit neuen Plätzen oder unbekannten Pflanzen um tiefer in ihr Wesen (und meines) eindringen zu können.

die Tinktur 🙂

Was diesmal kommt? Ich bin offen. Ich bin dankbar. Und immer wieder glücklich und voller Ehrfurcht, was das Leben so bringt ❤

Die Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Matricaria discoidea

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,

verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt,

auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein,

glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist: Er schreit nach Pillen.

Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,

um Gottes Willen!

aus Karl heinrich Waggerl: Das heitere Herbarium

Heute stell ich dir einen Neophyten vor. Beim Wort Neophyt schrecken viele zusammen: man denkt sofort an problematische Pflanzen, die schnellstmöglich vernichtet werden müssen. Doch sieht man genauer hin, stellt man fest, dass die meisten der Neophyten nicht invasiv sind, das heißt sie verdrängen unsere Pflanzen nicht sondern bereichern die unzählige Artenvielfalt mit ihren Heilwirkungen und ihrer Schönheit.

Matricaria discoidea

Ich fühle mich sehr hingezogen zu den Neophyten – es ist wohl das Gefühl ein wenig heimatlos zu sein, dass uns verbindet. Die strahlenlose Kamille ist eine wundervolle Pflanze, die ich dir heute ein wenig näher bringen möchte. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist somit auch ein tolles Wundkraut. Doch sie kann mehr, denn vorallem auf der Seelenebene leistet sie tolle Arbeit. Sie lindert alte Verletzungen und geht direkt in Kontakt mit dem inneren Kind. Die Kamille ist nicht umsonst eine der Kinderheilpflanzen! Die strahlenlose Kamille wächst gern an Wegen – sie wächst gut, wenn sie getreten wird, so wie auch der Breitwegerich zum Beispiel. Auch unsere getretene Seele, kann durch sie umarmt und gewiegt werden. Ihr Duft ist betörend: sie riecht tatsächlich nach Ananas!

Auf der körperlichen Ebene, wirkt sie leicht entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Sie ist toll als Abendtee, am besten leicht gesüßt und mit einem Schuss Milch, so kuschelt sie einen richtig ein.

Du kannst aus ihr ein Ölmazerat machen, Salbe für wunde Haut, ein toll duftendes Hydrolat, eine Tinktur und natürlich einen Tee. Ich hab es heuer geschafft, sie aus wild gesammelten Samen, in einem Balkonkästchen zu ziehen und freue mich so sehr darüber!

Matricaria discoidea

Viel Freude beim Entdecken dieser unscheinbaren, kraftvollen Pflanze ❤

Der Klatschmohn / Papaver rhoeas

Der Klatschmohn / Papaver rhoeas

Er gehört zu meinen absoluten Lieblingspflanzen – der Klatschmohn. Seine leuchtend roten Blüten sind wie das pure Leben und die Zartheit seiner Blütenblätter ist einfach betörend. Er gehört zur Familie der Mohngewächse und ist leicht giftig. Das Alkaloid Rhoeadin wirkt leicht schmerzstillend. Außerdem enthält er Schleimstoffe und ist somit ein guter Begleiter bei Husten. Als beruhigender Abendtee tut er richtig gut in stressigen Zeiten.

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Auf der Suche nach Verbündeten

Der Beifuss in Blüte

Ein Gedanke, der mich sehr beschäftigt ist der, der Pflanzenverbündeten. Immer mehr komme ich zu dem Schluss, dass ich nicht sehr viele Pflanzen brauche um mich gut zu fühlen und den Grundstock meiner Gesundheit zu erhalten. Interessant ist auch, dass der Gedanke bei vielen Kräuterkundigen in der Vergangenheit bereits präsent war. Ich merke oft sehr stark, dass es mich zu gewissen Pflanzen hinzieht. Diese Pflanzen lassen etwas in mir anklingen – sie lassen etwas ertönen.

Manche Pflanzen finde ich interessant und bin vom Verstand her fasziniert, was sie doch alles bewirken können. Bei anderen Pflanzen wiederum ist es anders: Ein tiefes Gefühl der Hingabe und Verbundenheit, der Faszination und Liebe erfüllt mich bei ihrem Anblick und ihrem Duft.

Für mich bedeutet das, mich auf den Weg einer langen und spannenden Reise zu begeben – eine Reise auf der Suche nach meinen Verbündeten. Sie begleiten mich ein Leben lang und rücken für mich vieles zurecht.

Wie ist das bei dir? Hast du dir schon einmal darüber Gedanken gemacht? Hast du auch das Gefühl, dass du gewisse Pflanzen hast die fast alles für dich wieder gut machen? Zu welchen Pflanzen fühlst du dich hingezogen?

Das zweiblättrige Schattenblümchen / Maianthemum bifolium

Das Zweiblättrige Schattenblümchen / Maianthemum bifolium

Das Schattenblümchen gehört zur Familie der Maiglöckchengewächse. Es enthält, wie auch die Maiglöckchen, Glykoside die herzwirksam sind – ist also giftig. Interessant ist, dass keinerlei volksheilkundliche Anwendungen bekannt sind, die sich auf das Herz beziehen. Es wurde früher als harntreibendes Mittel verwendet, davon ist aber abzuraten, aufgrund der unbestimmten Giftigkeit.

Die Pflanze wächst gern an schattigen Plätzen im Wald und ist sehr schön anzusehen. Eine unglaubliche Eleganz und Zartheit strahlt sie durch ihre stufenartig angeordneten zwei Blätter und ihr zarten weißen Blüten aus. Viel Freude eim Entdecken 🙂

Star of Bethlehem / der doldige Milchstern und meine Reise zu (mit) den Bachblüten

der doldige Milchstern / Ornithogalum umbellatum

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Schreiben soll. Ich teile hier mit dir zum Teil sehr persönliche Erlebnisse – und doch: es gibt Erfahrungen, die sind so tiefgreifend, dass man das Gefühl hat, wenn man das jetzt schreibt, macht man sich nackt. Doch ich möchte es schreiben, denn nur so kannst vielleicht auch du neue Schritte machen.

Diese wunderschöne Blume ist eine Bachblüte. Ich bin ehrlich, ich weiß nicht sonderlich viel über Bachblüten. Doch wie ich an sie gekommen bin bzw. was sie in mir auslösten, dass will ich dir gerne erzählen. Ich habe in den letzten zwei Jahren 3 Bachblüten genommen: Die erste war Larch (die Lärche), die zweite war Oak (die Eiche) und die dritte war Star of Bethlehem (doldiger Milchstern).

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Ein Zauberhafter Wald und Wiesen Vormittag

Es gibt Momente, wie dieser Vormittag heute, die sind einfach magisch. Wenn ich mit offenem Herzen und wachen Sinnen gehe, dann kann ich in die Magie der Natur eintauchen. Heute war ich an einem Platz, den ich schon lange nicht mehr besucht habe. Ich habe meine Lieblingsplätze, die sich ständig erweitern und ich lasse meistens mein Bauchgefühl entscheiden, wo es mich hinzieht.

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wie es mit den Kursen dieses Jahr weitergeht

Ich habe mir Gedanken gemacht, wie es heuer mit den Kräuterkursen aussehen wird. Die ursprüngliche Variante mit einem Indoorteil in der Kräuterwerkstatt ist ohnehin hinfällig. Der Raum ist zu klein, um sich laut neuer Regeln, mit mehr als einer Person darin aufzuhalten. Doch es sind nicht nur die Regeln, die meine Entscheidungen beeinflussen, auch Bauchgefühl und Vernunft schwingt mit. Ich gehöre zur Risikogruppe und ich denke auch einige der Menschen die einen Kräuterkundekurs besuchen haben gesundheitliche Geschichten zu erzählen. Aus Rücksicht und Weitsicht möchte ich daher keine Risiken eingehen. Der Kurs diesen Sonntag wird natürlich nicht stattfinden und ich werde auch heuer die geplanten Kurse nicht in dieser Form abhalten.

Es kann sein, dass ich im sehr kleinen Rahmen draussen Kräuterspaziergänge machen werde, mehr wird diesen Frühling und Sommer nicht stattfinden. Anfangs hat mich der Gedanke etwas betrübt, doch mittlerweile bin ich sehr dankbar für diese „Pause“. Ich lerne noch soviel dazu und nutze die Zeit um mich noch stärker mit der Natur zu verbinden. Ich lausche den Pflanzen und ihren Geschichten. All diese Erfahrungen, und die Kraft der Stille fließen in meine Projekte ein. Und ich weiss jetzt schon, dass es meine Kurse enorm bereichern wird, diese Zeit haben zu dürfen. Jedes Kräuterjahr ist ein Geschenk an uns, durch das wir lernen und wachsen dürfen. Mit jedem Jahr gehe ich erneuert und bereichert in ein nächstes. Und ich freue mich so sehr, Kurse zu halten mit dem neu gewonnenem Wissen dieses wertvollen Jahres.

Nutze auch du die Zeit, die dir dieses Jahr (hoffentlich) geschenkt wird um zu lauschen und still zu werden. Höre die Stimmen der Natur und die Lieder und Geschichten der Pflanzen und deiner Seele ❤

Weiße Taubnessel – Lamium album

Weiße Taubnessel – Lamium album

Die weiße Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütler und ist eines der besten Frauenkräuter, zusammen mit der Schafgarbe und dem Frauenmantel. Sie kann regulierend bei Problemen im Unterleib wirken und hilft bei gereizten Schleimhäuten die Gesundheit wiederherzustellen. Vor allem die Blüten sind heilkräftig. Sie enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe und Saponine. Letztere machen sie auch als Beigabe in Teemischungen wertvoll, denn Saponine unterstützen die Inhaltsstoffe anderer Pflanzen. In der Wildkräuterküche ist sie ein Geschmackserlebnis, denn sie erinnert stark an Champignons und macht sich super in Kräutersalz und Wildkräutersuppen.

Weiße Taubnessel – Lamium album

Um sie haltbar zu machen, kannst du sie trocknen. Am besten du bindest sie zu einem Bündel und hängst sie kopfüber an einem schattigen und gut belüfteten Ort auf. Später kannst du noch Schafgarbe (in Blüte) und Frauenmantel (ebenfalls erst in Blüte) dazu geben und hast einen tollen Frauentee ❤