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Der Wald weiß alles

Kennst du das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen? Du zerbrichst dir den Kopf, sorgst dich unendlich und fühlst dich, als ob du den Boden unter den Füßen verlierst?

Geh in den Wald. Gehe alleine, gehe ziellos und gehe mit der Bitte um Antwort und Hilfe.

Du glaubst gar nicht, wie oft mir der Wald schon geholfen hat. Denn er hat immer eine Antwort und Trost. Warum ich jetzt darauf komme? Klar, du hast es dir schon gedacht – natürlich betrifft es mich gerade selber sehr stark. Ich hatte unlängst ein wundervolles Erlebnis. Bei mir sortiert sich (wieder einmal) alles neu. Ich habe es selber so gewollt, bin endlich raus aus meiner Komfortzone und trotzdem – es fühlt sich an als würde jemand meine Glaskugelwelt kräftig durchschütteln. Neue Wege machen mir manchmal Angst und ich fühle mich dann wie ein Seiltänzer ohne Netz.

Ich ging also mit der Bitte um Sicherheit, Geborgenheit, Antworten und Hilfe in den Wald. Nach einer Weile, eines mir bekannten Weges, beschloss ich einen mir unbekannten Weg zu gehen. „Wie in meinem Leben „, dachte ich bei mir… Es war eiskalt und ich genoss die frische Luft. Ein wenig später kam ich zu einer Stelle die voll von Farn war. Seine kupferfarbenen Blätter waren mit Frost überzogen und sahen aus wie aus Zuckerguss. Ich zückte meine Kamera und machte ein paar Bilder, versunken in der Schönheit des Farns. Als ich aufblickte, kamen die ersten Sonnenstrahlen durch und erleuchteten den Weg vor mir. Wie wunderbar! Mir wurde sofort klar, dass wenn ich im Moment lebe, alles gut ist! Ich ging vertrauensvoll und behütet weiter. Plötzlich kam ich an eine markante Stelle: Eine Fichte die sich Halt an einem bemoosten Stein verschafft. Ich erschrak- mir wurde plötzlich klar, dass ich vor vielen Jahren schon an dieser Stelle im Wald war! Ich hatte es total vergessen… In diesem Moment wurde mir vieles bewusst, die Wege im Leben, die sich so fremd und neu anfühlen, bin ich auf irgendeine Art und Weise schon einmal gegangen. Ich habe es nur vergessen, verdrängt oder verloren. Ein warmer Schauer durchflutete mich und mit einem Mal waren all die Sorgen und Ängste weg.

Erlebnisse wie dieses hatte ich schon so viele und ich möchte dir wirklich ans Herz legen: Wenn du Sorgen hast, geh in den Wald. Du wirst dir selbst – deiner Seele – begegnen, nackt, ungeschminkt und wahrhaftig. Nichts ist glückseliger ❤

Dost ist nicht gleich Dost

Oben: Gemeiner Dost / Origanum vulgare Unten: Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Wie lange hat mich das verwirrt mit dem Dost! Meine erste bewusste Begegnung mit dem (Gemeinen) Dost hatte ich letztes Jahr im Wald. Die kleinwüchsige Pflanze lachte mich an und ich machte ein paar Bilder von ihr. Natürlich wollte ich gleich wissen, wie sie heißt. Das Internet spuckte mir Dost aus. Super dacht ich mir, man kann sie essen, sie hat Heilwirkungen und wenn man die Blätter zerreibt und kostet entfaltet sich ein göttlicher Oreganogeschmack und Duft. Doch dann ist da noch so ein (auf den ersten Blick) recht ähnliches Gewächs das zur selben Zeit in Massen blüht. Hmmm…. meine (damals noch sehr laienhaften) Recherchen ergaben Dost. Toll, was denn jetzt? Der große Bruder riecht gar nicht nach Oregano und irgendwie sieht er auch anders aus.

Rätsel gelöst: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Pflanzen die auch verschiedenen Familien angehören! Sie haben nur einen gemeinsamen Namen. Falls dich das auch schon mal verwirrt hat, möchte ich dir jetzt die beiden ein wenig näher vorstellen.

Der gewöhnliche Dost – Origanum vulgare

Du erkennst ihn an seinem wunderbaren Duft, wenn du die Blätter zerreibst. Er wird bis zu 50 cm hoch und die Blätter haben ein eher dunkleres, bläuliches Grün. Er gehört zu der Familie der Lippenblütler und hat somit reichlich Ätherische Öle. Wilder Oregano ist ein tolles Würzkraut für alle mediterranen Gerichte. Aber er kann noch mehr: Bei Husten und Erkältungen kann er dir helfen den festen Schleim zu lösen. Er wirkt auch antiviral und antibakteriell, was bei jeder Erkältung helfen kann. Außerdem wirkt er auch auf das Gemüt. Die Duftstoffe wirken beruhigend und ausgleichend. In stressigen Zeiten genau das richtige 🙂

Am besten sammelst du ihn wenn er in Blüte steht und trocknest ihn in einem Bündel kopfüber. Du kannst ihn dann als Würzkraut, oder als Tee verwenden.

Der Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Der Wasserdost wird bis zu dreimal so groß wie der Gewöhnliche Dost. Andere Namen sind auch Wasserhanf (aufgrund der Blätter) oder Kunigundenkraut. Wenn du seine Blätter zerreibst bleiben sie fast geruchlos. Er gehört zur Familie der Korbblütler und enthält Bitterstoffe und Eupatorin. Letzteres ist verantwortlich für seine stark entzündungshemmende Wirkung. Wasserdost ist perfekt für Erkältungs- und Grippetropfen! Je nachdem was dir sympathischer ist bereitest du am besten einen Kaltauszug aus der Pflanze oder du setzt eine Tinktur an. Kaltauszüge werden in Wasser bereitet – dazu lässt du das frische oder getrocknete Kraut über Nacht in Wasser durchziehen. Danach seihst du es ab – fertig.

Wasserhanf enthält (das liebe Wort) Pyrrolizidinalkaloide. Das bedeutet bei längerer Anwendung kann die Pflanze die Leber schädigen. Generell solltest du keine Heilpflanze dauerhaft oder sehr lange einnehmen – es sind Helfer, Heiler und Medikamente.

Wichtig:

Nachtrag: In Rücksprache mit meiner Kräuterlehrerin sollte der Wasserdost nur homöopathisch eingenommen werden. Die Pyrrolizidinalkaloide sind sehr hoch vertreten in dieser Pflanze, sodass schon wenige Gaben zu einer Leberschädigung führen können!

So, nun genug zur Dostologie 😀 Ich wünsch dir viel Spass beim Sammeln und entdecken ❤

auf der Wendeltreppe – oder: Das Leben verläuft in Zyklen

Es ist wie in der Natur und du und ich sind ein Teil davon. Alles Alte kommt wieder, nur anders, besser, neu und es bringt aus der Tiefe des bereits vorhandenen Wissens neue Erkenntnisse mit. Diese Vorgänge kannst du bewusst zulassen. Sie sind unglaublich stark und mächtig. Sie verbinden dich als Menschen mit Erde und Himmel so wie auch die Pflanzen eine Verbindung zwischen Himmel und Erde sind.

Die Spirale des Farns
Die Spirale des Farns

Das Leben verläuft in Zyklen und es ist als würdest du von oben auf dich herabblicken. Du gehst eine Wendeltreppe hoch und kommst so immer wieder an den selben Punkten vorbei. Nur eine Ebene höher als vorher. Mit den bereits gesammelten Erfahrungen bist du in der Lage Neues aus Altem zu erschaffen.

Du kennst das vielleicht: Plötzlich brennt ein altes Interesse, das du vor Jahren hattest wieder in dir oder es zieht dich an Plätze die du eine Ewigkeit nicht mehr besucht hast. All diese Dinge sind keine Sentimentalität! Du bist wieder an diesem Punkt, aber du bist weiter. Nimm all deine Erfahrungen und Empfindungen und begehe neue, alte Wege 🙂

Warum ich dir das erzähle?

Meine alte Kamera gab letztes Jahr im September den Geist auf. Sie löste nicht mehr aus, scheinbar war der Verschluss defekt. Ich war tief betrübt denn, obwohl meine zweite Kamera ein wesentlich hochwertigeres Modell war, hing an ihr mein ganzes Herz. Sie war mit mir verbunden, sie sah was ich sah. Das letzte Bild das sie machte war von Eibennadeln:

Eibe
Das vermeintlich letzte Foto meiner alten Kamera

Die Eibe, der Totenbaum, Lebensbaum, Wächter der Welten.. wie dramatisch. Ich stand eine Weile vor der Eibe mit der Kamera in der Hand und begann zu realisieren, dass sie ausgedient hatte. Tränen kamen mir in die Augen.

Zehn Monate später:

Gestern Abend dachte ich plötzlich ganz stark an meine alte Kamera und hatte das dringende Bedürfnis sie zu testen. Ich holte also Speicherkarte und Objektiv und schaltete sie ein. Keine Regung – klar der Akku hat sich über die Monate völlig entladen. Nachdem ich den Akku etwa 15 Minuten geladen hatte wollte ich es wissen und schaltete sie erneut ein. Alles leuchtet, wie gehabt, das war im September auch noch so. Ich fokussiere und drücke auf den Auslöser – sie macht wieder Bilder ❤

Danke

Weihrauch
Kunterbunter Weihrauch

PS: Ich habe in den letzten Tagen sehr viel mit Harzen gearbeitet. Mit Weihrauch und Kiefernharz geräuchert, eine Harzsalbe aus Fichtenharz gemacht und ab und zu ein winziges Kügelchen von den Harzen eingenommen. Harze sind auf der seelischen Ebene dafür bekannt Klarheit zu schaffen. Ich denke das war ganz wichtig für mich um diese Vorgänge zu verstehen.

Ich wünsch dir alles Liebe in deinen eigenen Zyklen ❤

 

Blütenöle für Körper und Seele

Heute möchte ich dir zwei meiner liebsten Blütenöle vorstellen:

Johanniskrautöl und Mohnblütenöl

Die Öle sind sehr einfach herzustellen, du brauchst nur ein Schraubglas, Olivenöl und die frisch gesammelten Blüten. Beim Mohnblütenöl hab ich das Glas mit Öl schon dabei wenn ich die Blüten sammeln gehe. Sie sind so unglaublich zart, dass ich sie nicht erst in eine Stofftasche geben möchte. Beim Johanniskraut kannst du das hingegen problemlos so handhaben. Schüttle das Glas gut, sodass alle Blüten mit dem Öl durchtränkt sind. Dann suchst du dir das sonnigste Plätzchen in deiner Wohnung. Entweder direkt am Balkon oder am Fensterbrett. Der Ölansatz sollte ungefähr vier Wochen ziehen. Schüttle das Glas am besten täglich um alle Inhalsstoffe der Blüten an das Öl weiterzugeben. Nach vier Wochen kannst du das Öl filtern und in dunkle Fläschchen abfüllen. Zum Filtern verwende ich ein Wäschenetz, möchte es aber beim nächsten mal mit einem Stück alten Leintuch probieren. Schau drauf das alles sehr sauber ist, nur dann hast du auch lange Freude mit deinen Ölen. Sie halten sich mindestens sechs Monate – meine habe ich immer genau ein Jahr, bis zur nächsten Herstellung.

Wie wirken die Öle?

Johanniskraut – der Lichtbringer

Johanniskraut Hypericum perforatum

Das Johanniskrautöl (auch Rotöl genannt) ist ein wahres Geschenk der Natur. Äusserlich kann es bei der Wundheilung unterstützend wirken. Bei mir hilft es sehr gut bei offenem Nagelbett. Durch meine Arbeit habe ich sehr oft extrem trockene Hände und ein dementsprechend angeschlagenes Nagelbett. Ich massiere abends einen Tropfen vom Johanniskrautöl ein und am nächsten morgen ist die Stelle fast wieder geheilt. Auch bei Herpes wirkt es unterstützend, lindert den Juckreiz und beschleunigt die Wundheilung. Innerlich verwende ich es in sehr geringen Mengen (3 Tropfen täglich) in der Grippezeit. Das Johanniskraut hat eine antivirale Wirkung und stärkt das Immunsystem. Generell tut es gut in der dunklen Zeit, denn es ist ein gutes, pflanzliches Antidepressivum. Es bringt Licht in die Zellen und vertreibt die Dunkelheit. Pass aber auf im Sommer wenn du Johanniskraut eingenommen hast, dann solltest du nicht sonnenbaden da es die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Eine Massage mit dem Öl wirkt wärmend, lockernd und leicht schmerzlindernd.

Mohnblütenöl – der Auflöser

Klatschmohn Papaver rhoeas

Das Mohnblütenöl ist ein besonderer Schatz. Ganz subtil entfaltet sich die Wirkungsweise dieses Öls. Ich verwende es in erster Linie äusserlich. Eine Massage mit dem Öl durchflutet und entspannt den Körper. Es wirkt bei mir leicht schmerzlindernd und krampflösend. Bei Verspannungen im Nackenbereich oder überlasteten Beinen tut es richtig gut. Ab und zu nach einem heißen Bad gönne ich mir eine Ganzkörperölung mit dem Mohnblütenöl – ich fühle mich danach unendlich leicht und gelöst, so als würde jegliche Last von mir abfallen. Wie alle Blütenöle die an der Sonne gereift sind, ist auch das Mohnblütenöl voll von gespeichertem Sonnenlicht. Tu dir was Gutes und probier es selber aus 🙂

vom richtigen Zeitpunkt

..beim Sammeln der Wegrauke

Dass es beim Sammeln der Kräuter einen richtigen Zeitpunkt gibt, hast du sicher schon gehört. Ich glaube es gibt für alles im Leben einen richtigen Zeitpunkt.

Warum ich jetzt mit dem Blog starte..

..weil es sich richtig anfühlt. Es ist Juli, der Höhepunkt des Jahres ist da. Ich hab mich schon so manches Mal gefragt, warum mich um diese Zeit eine leichte Melancholie überfällt, freuen sich doch so viele Menschen über die schönste Zeit im Jahr, den Sommer und und und.. Heuer wurde mir klar warum sich die Zeit für mich so anfühlt – es ist die „Hoch Zeit“ des Jahres und somit auch unsere eigene „Hoch Zeit“. Eine Midlifecrisis im Kleinen sozusagen.

Zeit um zu reflektieren:

  • Wo stehe ich momentan?
  • Was waren meine Ziele für dieses Jahr?
  • Was will ich noch erledigen?
  • Was darf noch gehen heuer?
  • Wie (er)lebe ich meine eigene „HochZeit“, meinen Höhepunkt?

Und da wurde mir klar, dass es Zeit ist mit dem bloggen zu starten.

Gibt es Kräuter die bei der Klarwerdung unterstützen? Ja gibt es, bei mir war es letztes Jahr die Distel, heuer erfreue ich mich über die Geschenke der Baldrianwurzel.

Arznei Baldrian / Valeriana officinalis

Der Baldrian, auch Augenwurz oder Katzenwurz genannt, wächst gern an Bachläufen. Verwendet wird in erster Linie seine Wurzel, die du im Herbst graben solltest. (Generell sollte man Wurzeln im Herbst graben, da die Pflanze ihre volle Kraft wieder in die Wurzel zurückgezogen hat. Wenn du aber ganz dringend eine Wurzel brauchst, dann kannst du sie natürlich auch früher graben.) Ganz typisch für die Pflanze ist ihr eigentümlicher Geruch. Was fällt dir ein wenn du Baldrian hörst? Schlafstörungen, Unruhezustände..das sind die bekannten Wirkungsweisen dieser Pflanze. Hast du gewusst, das sie aber auch hellwach und sehr klar im Geiste machen kann? Hier geht’s (wie so oft) um die Dosis. Eine eher geringere Dosierung bringt Klarheit in die Gedanken und gibt neue Kraft.

Ich habe eine Tinktur aus der Wurzel angesetzt und nehme 2x täglich einen halben Teelöffel davon. Die Tinktur schmeckt und riecht entsetzlich, (nur so als Vorwarnung) doch sie klärt den Geist und stärkt den Körper. Wie man Tinkturen ansetzt zeige ich dir ein anderes Mal.

Hilft der Baldrian auch bei dir? Kann sein, muss aber nicht sein. Denn jeder Mensch spricht auf andere Pflanzen an und sogar ein und derselbe Mensch kann im Mai Linderung durch die Gundelrebe erfahren und für dasselbe Problem ist ein paar Monate später auf einmal der Wacholder zuständig. Alles fließt, alles bewegt sich.

Hast du schon Erfahrungen gemacht mit eigentümlichen Wirkweisen? Kennst du das, dass ein Mittel dir wunderbar hilft und einige Zeit später hast du das Gefühl, du nimmst es gegen dieselben Beschwerden komplett umsonst?

Nur Mut, geh raus und finde deine Pflanzen!

..und so beginnt’s

Die Natur. (..) Wer ihr zutraulich folgt, den drückt sie wie ein Kind an ihr Herz.

Johann Wolfgang von Goethe

Hey, schön dass du da bist! Du glaubst nicht, wie sehr es mich freut hier endlich zu schreiben. Manchmal brauche ich ein wenig länger, um neue Wege zu gehen.

Was wird dich (und mich) hier erwarten?

Es geht um die Natur in all ihrer Schönheit und Vielfalt. Mein Herz schlägt für die Kräuterkunde und die verborgenen Schwingungen der Pflanzen. Ich bin immer auf der Suche nach Antworten und fest davon überzeugt, dass die Natur auf alles eine Antwort hat auch wenn sie manchmal schwer zu entdecken ist. Ich werde dir Pflanzen vorstellen mit ihren bereits bekannten Wirkungen, Anwendungsmöglichkeiten und persönlichen Erfahrungen. Untermalt mit stimmungsvollen Bildern, ganz so wie die Pflanze mir begegnet.

Du siehst oben ein Bild der Kuhschelle (Küchenschelle, Pulsatilla). Ich hab es ausgesucht, weil ich den struppigen Samenstand so wundervoll finde. So fühle ich mich manchmal, wenn neue Wege sich auftun. Zerzaust, verwirrt und für die Umgebung nicht gerade sehr verträglich. Doch darin liegt große Kraft. Wie im Samenstand der Pflanze, liegt auch in neuen Wegen neues Leben in voller Energie.

Ich freu mich!