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Die vergessene Seele – Teil 2

Ich möchte mit diesem Beitrag an Teil 1 anknüpfen, weil ich glaube, dass sich heutzutage immer mehr Menschen schwer tun, die Tore zur Seele zu öffnen. Im Wald geht es viel leichter, er lädt uns förmlich dazu ein uns fallen zu lassen und loszulassen. Doch es funktioniert nicht für Jeden auf Anhieb. Es gibt ein paar Dinge im Außen, die du tun kannst, um empfänglicher zu werden für die Klänge deiner Seele

  1. Das Räuchern – der Zugang zu unseren Wurzeln
Das Räuchern mit Kohle öffnet den Zugang zu unseren Wurzeln

Räuchern ist wundervoll. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Räucherstoffen zu arbeiten, ich lege dir ganz bewusst das Räuchern in einer Schale, mit Räuchersand und Kohle nahe. Warum? Einige arbeiten mit ätherischen Ölen und Diffusoren. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Auszug einer Pflanze – das heißt, es ist nicht die ganze Pflanze als solches. Da wir heutzutage schon in vielen Bereichen sehr beschnitten sind, ist es für die Seele hilfreich möglichst auf „Ganzes“ Wert zu legen. Diffusoren die ätherische Öle verdampfen, beduften und transformieren deinen Raum auch, aber es fehlt etwas. Das Feuer! Das Knistern und Zischen der Kohle und Räucherstoffe weckt tief in uns unsere Wurzeln. Im Gehirn werden Areale aktiviert die wir heutzutage nicht mehr sooft benötigen. Nichts gegen ätherische Öle – sie sind wundervoll, wenn es darum geht ganz gezielt Bereiche in uns zu heilen oder zu aktivieren. Aber hier geht es um unseren Urgrund – und der öffnet sich leichter mit der archaischen Kraft des Feuers und der ganzen Pflanze. Welche Räucherstoffe du wählst liegt ganz bei dir. Manche kannst du selber sammeln, wie Harze, Beifuß, Rainfarn oder Wacholder. Du kannst sie aber auch kaufen und dich durchschnüffeln, um so deine ersten Schritte mit Räucherwerk zu machen. Weihrauch und Beifuß zum Beispiel, öffnen unsere Sinne sehr stark.

2. Regional und saisonal Essen – verbinde dich dort, wo du bist

Regionales und saisonales Essen verwurzelt und verbindet dich mit dir selbst.

Avocados sind ja so hip! Und Chia Samen, Mango Lassi, Ananas im Smoothie, Kokosöl von Kopf bis Fuß und Algen als Supplemente… die Liste könnte ich lange fortsetzen. Doch macht das wirklich Sinn? Du bist, was du isst – ein vielbekannter Spruch – und ich glaube schon, dass er seine Berechtigung hat. Mag sein, dass diese Art der Kost gesund ist und deinen Geist sehr weit in alle Richtungen öffnet, doch wo willst du hin? Zu dir selbst – richtig. Und der einfachere Weg dorthin führt über eine größtenteils vegetarische, regionale und saisonale Kost. Ich habe schon viele Ernährungsformen probiert und bin felsenfest davon überzeugt, dass dies nicht nur die ökologisch sinnvollste, sondern auch die wohltuendste Form der Ernährung ist. Und sie lässt dich bei dir bleiben, so kannst du mühelos damit beginnen tiefer zu graben. Fleisch und Alkohol binden uns sehr stark an unseren Körper und an die Materie. Wenn du deine Seele erkunden willst, versuche möglichst oft auf Beides zu verzichten.

3. Esse ab und zu was „Wildes“

Geschenke aus dem Wald sind ein Genuss für den Gaumen und die Seele.

An dieser Stelle möchte ich gerne Wolf Dieter Storl zitieren: „Wer nie was Wildes isst, wird selbst zur Großstadtpflanze.“ Wie Recht er hat! Das Schöne dabei ist, dass du nicht gezwungener Maßen im Wald leben musst. Denn hier kommt es nicht auf die Menge an. So eine kleine Walderdbeere kann deine Sinne für lange Zeit öffnen. Ich liebe es ein wenig in der Natur zu naschen. Hier eine Beere, dort ein vertrautes Kraut, da ein kleines Harzkügelchen… Lass den Wald in deine Sinne 🙂

4. Lausche den Klängen der Natur

Das Plätschern des Wassers berührt tief und hilft Unwichtiges loszulassen.

Das Rauschen vom Bach, das zwitschern der Vögel, das Zischen der Bäume und Gräser im Wind… Die Klänge sind wichtig für unseren Körper und unsere Seele. Man hat herausgefunden, dass Pflanzen nicht so gut wachsen, wenn das Surren der Insekten fehlt. Wie geht es dann erst uns Menschen? Gehe sooft wie möglich in die Natur und hör zu. Deine Lieblingsmusik kannst du zu Hause hören, im Wald warten andere Klänge auf dich. Wenn du öfter mal lauscht, wirst du merken, dass viele Tiere im Wald mit dir Kontakt aufnehmen wollen. Ihre Laute machen dich aufmerksam auf eine Heilpflanze, einen besonderen Pilz, einen Strauch voller Beeren oder eine ganz besondere Lichtstimmung. Die Klänge beruhigen den Geist, sodass es leichter ist, wieder zu sich selbst finden zu können.

5. Sei verspielt!

Die Samen vom Springkraut verbreiten sich in einer kleinen Explosion.

Hast du dein „Spielen“ verloren? Mir gings fast so und ich glaube ich war damit nicht alleine. Unsere moderne Welt erlaubt keinen „Spielraum“ für solche Dinge. Und überhaupt, muss ja alles „Sinn“ machen. Bitte lass dir nie dein Spielen nehmen! Hüpfe durch die Wiese, tanze durch den Wald, bau dir Instrumente aus Stöcken und Luftschlösser in deinem Kopf, klemm dir Samen auf die Nase, lass das Springkraut explodieren! Hab einfach Spaß! Wir sind hier um zu lachen, zu lieben und uns zu erfreuen, an den Schönheiten und Verrücktheiten der Natur ❤

Ich wünsch dir alles Liebe auf deinem Seelenweg! Vielleicht möchtest du mir von deinen Erfahrungen berichten, oder du hast ein ganz spezielles Ritual um dich zu verbinden und deiner Seele Flügel zu geben? Erzähl es mir ❤

Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

Die vergessene Seele

Den Körper zu nähren ist selbstverständlich. Wenn du erkältet bist, trinkst du Tee. Wenn du Schmerzen hast, versuchst du dich zu schonen und die Schmerzen zu lindern. Wir leben in einer Zeit, in der es so stark um dieses Körperbewusstsein geht. Doch es ist kein Echtes. Fitnessstudios, Detox Diäten, Superfoods, Morgenroutinen und clean eating… all das soll uns dem Körperbewusstsein näher bringen. Aber da fehlt etwas, was Riesengroßes: die Seele. Ja auch sie will genährt sein und zwar voll und ganz. Sie will manchmal auf Reisen gehen, sie will träumen, sie will wachen und sie will schlafen. Sie braucht Süßes und Saures. Wieviel Zeit verbringst du mit deiner Seelenpflege? Wie oft gönnst du ihr auf Reisen zu gehen?

Früher war es normal, dass die Menschen zu Jahreskreisfesten und bestimmten Ritualen bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nahmen um die Seele auf Reisen zu schicken. Die Menschen waren mündig und sie wussten, was sie taten und in welchem Rahmen sie die Seele auf Reisen schickten. Wir sind komplett entmündigt, entwurzelt und enthoben. Heutzutage fällt es schwer, sich diese Pausen der Seelenreise auf welche Art auch immer zu gönnen. Wir sind in starren Strukturen gefangen, wider jeglicher Natur, entrissen von natürlichen Zyklen um unsere Seele zu nähren.

Die beste Möglichkeit um wieder Fuss zu fassen in wahren Zyklen und Begebenheiten ist für mich der Wald. Wir sind ein Teil von ihm und er wartet nur darauf es uns wieder spüren zu lassen. Ich liebe es alleine in den Wald zu gehen. Es gibt Momente, da zieht es mich hinein „in“ den Wald. Da gibt es dann nichts mehr im Außen oder im Innen was ablenkt, stört oder gehört werden will. Die Grenzen verschwimmen zwischen mir und der Natur. Ich bin Eins mit ihr und sie ist Eins mit mir. In diesen seltenen Momenten darf meine Seele auf Reisen gehen. Sie nimmt Kontakt auf zu den Seelen des Waldes und ich atme in seinem Rhytmus.

Tief berührt und dankbar, verlasse ich nach solchen Momenten den Wald und fühle mich erneuert, erleichtert und befreit. Diese Momente sind so kostbar. Wie ist das bei dir? Wie geht deine Seele auf Reisen? Wie nährst du sie und lässt sie träumen?

Die Haselnuss und das Altern

Der Haselstrauch / Corylus avellana

Komischer Titel, oder nicht? Ich hatte keine Ahnung wie die Beiden zusammen gehören. Also das Altern und die Haselnuss. Als ich Kräutersammeln war fiel mir auf einmal dieser Haselstrauch (eigentlich schon ein Baum) besonders auf. Seine noch grünen Früchte leuchteten einladend raus und seine Blätter erzählten schon von vielen Tagen Arbeit. So kam es, dass ich stark über das Altern nachdenken musste. Dieser Strauch hat so viel Würde ausgestrahlt. Und es wird nicht lange dauern, da lässt er sein Blätterkleid komplett los.

Warum tun sich so viele Menschen so schwer mit dem Loslassen der Jugend? Wenn doch jede Phase in Würde so viele Schönheiten und Früchte mit sich bringt?

Die Haselnuss

Ich hab mich anschließend genauer mit der Haselnuss auseinandergesetzt. Jede Pflanze hat eine Botschaft, ein Thema das sie in dir ansprechen möchte. Für die Menschen in früheren Zeiten war es selbstverständlich mit Blumen etwas auszudrücken.

Sag es durch die Blume..

Den Spruch kennst du bestimmt, aber was bedeutet er eigentlich?

Zurück zur Haselnuss: Der Strauch wollte mir etwas zum Thema Altern mitteilen. Und das ist genau sein Bereich, denn in der Pflanzenmythologie steht er für Regeneration, Jugend und Erotik. Bei den Kelten waren Haselzweige eine Grabbeigabe, als Symbol der Unsterblichkeit.

Es ist ein riesengroßes Geschenk das die Natur macht. Sie lässt uns Menschen an ihrer unendlichen Weisheit teilhaben. Schau, spüre und hör mal ganz genau hin. Bestimmt hast auch du schonmal Kontakt mit einer Pflanzenseele gehabt, die dir etwas wichtiges sagen wollte ❤