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Der Feinstrahl – Einjähriges Berufkraut / Erigeron annuus

Der Feinstrahl – Einjähriges Berufkraut / Erigeron annuus

Heute möchte ich dir gerne einen Neophyten vorstellen: Das Einjährige Berufkraut oder auch Feinstrahl genannt. Du kennst die hoch wachsende Pflanze sicher vom Wandern im Wald. Sie wird als invasiv beschrieben – das trifft allerdings nicht auf alle Gegenden zu. Mancherorts ist sie eher selten und bereichert mit ihren zauberhaften Blüten. Ich mag diese Pflanze sehr gerne. Ich finde sie bezaubernd, mit ihren zarten Blütenblättern und dem leicht bläulichen Schimmer der Blätter und Blüten, der vorallem beim Trocknen sichtbar wird.

Der bläulich, lilane Schimmer des getrockneten Krauts ist einfach zauberhaft.

Ich verwende den Korbblütler sehr gern. Ich finde es spannend mich einer Pflanze zu nähern, über die in unserer Kultur nicht viel beschrieben ist. Die Ureinwohner Nordamerikas nutzen sie bei Erkältungen, als Badekraut und gegen den „bösen Blick“. Daher kommt auch der Name Berufkraut: Es hat nichts mit dem Beruf zu tun sondern soll vorm berufen, beschrien oder verzaubert werden schützen. Kinder werden in dem Kraut gebadet um davon befreit zu werden.

Die zarten Blütenblätter des Feinstrahls.

Ich habe ein Bündel dieser Pflanze das ganze Jahr in der Wohnung hängen und es fühlt sich sehr gut an. Intuitiv hab ich es (bevor ich das von den Kindern wusste) zum Baden benutzt und bin total begeistert von dem zarten und wohligen Gefühl das es am und im Körper hinterlässt. Ein tolles Badekraut! Ich koche das ganze Kraut in Wasser auf und lasse es danach noch ca 10 Minuten ziehen. Den fertigen Absud geb ich dann ins Badewasser.

Doch auch als Tee getrunken wirkt es entspannend. Es soll bei Erkältungen helfen. Ich empfinde, dass es krampflösend und beruhigend wirkt. Es hat definitiv einen Bezug zur Haut und die Haut ist ja auch unser Schutz – der Schutz vor allem „Bösen“ und Einflüssen, die uns nicht guttun. Ich möchte heuer noch einen Ölansatz machen und es danach zur Salbe weiterverarbeiten. Eine richtige Schutzsalbe sozusagen 🙂 Auch verräuchert kann es werden um beschützend zu wirken und Böses zu vertreiben.

Viel Freude beim Kennenlernen dieser tollen, uns so reichlich beschenkenden Pflanze ❤

Die Engelwurz / Angelica

Die Wald Engelwurz / Angelica sylvestris

Zu ihr habe ich wohl das emotionalste Verhältnis. Ich liebe diese Pflanze – sie ist für mich heilig, wenn man das so nennen kann. Lange, bevor ich wusste dass sie die Engelwurz ist, hat sie mich schon verzaubert mit ihrer unglaublichen Ausstrahlung. Der Name ist wohlverdient, denn sie hat wirklich etwas Engelsgleiches an sich.

Dolden beim Ausrollen – wie eine Mutter die ihr Kind hält 🙂

Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und genaues Bestimmen ist hier das Um und Auf, wenn du etwas von ihr sammeln möchtest. Typisch ist der rötliche Stängel, die Blattform und der leichte Lilaton an dem Punkt, wo sich die Blätter teilen.

Der Stängel der Engelwurz ist bereift.
Die typische lila Färbung, an den Blattstielen.

In erster Linie wird ihre Wurzel für Heilzwecke verwendet. Sie wird im ersten Jahr im Herbst gegraben, bevor die Pflanze dann in ihrem zweiten Jahr blühen würde. Es ist also wichtig die Blätter gut zu kennen. Sie hat vieles an Inhaltsstoffen zu bieten: Gerbstoffe, Bitterstoffe und Ätherisches Öl. Die Wurzel wirkt magenstärkend, nervenstärkend, blutreinigend, schweißtreibend und aphrodisierend. Sie kann bei Rheuma, Gicht und grippalen Infekten Helfen.

Die Wurzel der Engelwurz

Am besten sammelst du die Wurzel im September oder Oktober. Säubere sie und trockne sie zum Kauen oder mach dir eine starke Tinktur mit 80% Ansatzkorn und lass sie 6 Wochen ziehen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sie hilft, wenn man große Umbrüche im Leben zu bewältigen hat. Sie hilft Übergänge besser zu beschreiten und gibt einem Halt, Kraft und Liebe (Selbstliebe stärkend).

Die Wald Engelwurz in voller Blüte

Sie bringt wieder Licht, wenn alles dunkel zu sein scheint. Ich hatte heuer in der Zeit des Corona Lockdowns wo wir komplett unter Quarantäne waren und nicht mal mehr in den Wald durften, einen Wachtraum, in dem sie mich begleitet hat. Früher glaubte man, sie kann vor der Pest schützen und sie beschützt Kinder ganz besonders.

Lerne sie kennen und mach dich selber vertraut mit ihr und ihrer unglaublich heilsamen Ausstrahlung ❤

Mit allen Sinnen sammeln

Eine Wiese voller Echtem Labkraut (Galium verum)

Was für ein schönes Wochenende das war! Ich hatte wieder eine Kräuterwanderung am Samstag mit ganz wundervollen Menschen und gestern war ich alleine im Wald unterwegs. Ich hatte eine Mission – echtes Labkraut sammeln. Nicht für mich, sondern für eine Frau die an Brustkrebs leidet und Unterstützung zur schulmedizinischen Therapie sucht. Hier kann das Labkraut zusätzlich zur konventionellen Therapie wirklich gute Dienste leisten, denn es wirkt stark auf die Lymphe. Doch auch für die Psyche wirkt es erneuernd, Lebensenergie spendend und aufhellend. Eine so tolle Pflanze!

Ich ging also los, an dem Ort wo ich schon eine Weile nicht mehr war. Es war von den ersten Schritten an ein großes Verbundenheitsgefühl und ich war tief erfüllt von Dankbarkeit, diesen wundervollen Platz nach längerer Zeit wieder zu besuchen. Ich äußerte mit dem Ritual der Wertschätzung meine Bitte und fühlte mich gleich sehr geborgen. Bewusst hatte ich die letzten Jahre hier noch nie das gelbe Labkraut entdeckt. Ich ließ mich treiben, ging ein wenig querfeldein und stand unmittelbar vor einem riesengroßem Fleck voller Labkraut.

Auch Heilziest war anzutreffen – einfach schön 🙂

Sammeln mit allen Sinnen – das trifft es wohl am besten. Das ist es auch, was ich in den Kursen und Wanderungen, neben dem Wissen über die Pflanzen, den Menschen mitzugeben versuche. Öffne dich ganz, äußere deine Bitte und lass dich treiben. Vertraue deiner Intuition und benütze all deine Sinne beim Sammeln: Spüren, riechen, hören, sehen, schmecken – all das gehört zur Kräuterkunde dazu, all das macht dich zum Kräuterkundigen.

Ich weiß, es ist nicht immer leicht, sich so tief fallen zu lassen, aber du wirst sehen, dass es von Mal zu Mal besser geht. Und je nach deiner Tagesverfassung wird es dann Momente geben, da bist du eins mit dem Wald, eins mit der Wiese auf der du stehst und die Pflanzen rufen dich an die richtigen Plätze.

Diese Erlebnisse erfüllen mich mit so unendlich tiefer Dankbarkeit. Und ich weiß, dass ich das Richtige mache, das ich meinem Seelenplan folge ❤ Ich möchte euch noch gern ein paar Bilder von der gestrigen Sammelrunde dalassen und wünsch euch einen superschönen Wochenstart 🙂

Die Witwenblume hat Besuch.
Die faszinierenden Blüten der Pastinake.
Der Augentrost blüht auch schon.
Haselnussliebe 🙂
Der Seerosenteich
Wacholderbeeren in unterschiedlichen Reifegraden.
Das Brillenschötchen

Über die MAgie von Plätzen und die Verbundenheit

Manche Plätze rufen einen. Manche Plätze bedeuten etwas Besonderes in deinem Leben. Manche Plätze sind so fremd und doch so vertraut.

Die letzten zwei Wochen waren sehr turbulent und zugleich wunderschön. Ich hielt die beiden ersten Kräuterwanderungen seit dem Coronalockdown und bin sehr glücklich darüber, dass wieder ein wenig Leben ins Seelenhaus kommt. Ich merke auch, dass ich mehr Zeit für die Dinge und Erledigungen brauche als noch vor ein paar Monaten. Der Lockdown und das Burnout haben mich gelehrt, langsamer zu gehen, gütiger zu mir selbst zu sein und ehrlicher, was meine Grenzen angeht. Das ist megaschön!

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Das Echte Labkraut / Galium verum und das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Das echte Labkraut / Galium verum
Das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Ich liebe Labkräuter! Der Duft der Cumarine ist so wunderbar. Beide Labkräuter gehören zu der Familie der Rötegewächse. Das besondere Erkennungsmerkmal an ihnen ist die in Quirlen angeordnete Blattstellung rund um den Stängel. Beide Labkräuter haben große Heilwirkung auf unsere Lymphe und Nieren.

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Die Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Matricaria discoidea

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,

verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt,

auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein,

glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist: Er schreit nach Pillen.

Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,

um Gottes Willen!

aus Karl heinrich Waggerl: Das heitere Herbarium
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Auf der Suche nach Verbündeten

Der Beifuss in Blüte

Ein Gedanke, der mich sehr beschäftigt ist der, der Pflanzenverbündeten. Immer mehr komme ich zu dem Schluss, dass ich nicht sehr viele Pflanzen brauche um mich gut zu fühlen und den Grundstock meiner Gesundheit zu erhalten. Interessant ist auch, dass der Gedanke bei vielen Kräuterkundigen in der Vergangenheit bereits präsent war. Ich merke oft sehr stark, dass es mich zu gewissen Pflanzen hinzieht. Diese Pflanzen lassen etwas in mir anklingen – sie lassen etwas ertönen.

Manche Pflanzen finde ich interessant und bin vom Verstand her fasziniert, was sie doch alles bewirken können. Bei anderen Pflanzen wiederum ist es anders: Ein tiefes Gefühl der Hingabe und Verbundenheit, der Faszination und Liebe erfüllt mich bei ihrem Anblick und ihrem Duft.

Für mich bedeutet das, mich auf den Weg einer langen und spannenden Reise zu begeben – eine Reise auf der Suche nach meinen Verbündeten. Sie begleiten mich ein Leben lang und rücken für mich vieles zurecht.

Wie ist das bei dir? Hast du dir schon einmal darüber Gedanken gemacht? Hast du auch das Gefühl, dass du gewisse Pflanzen hast die fast alles für dich wieder gut machen? Zu welchen Pflanzen fühlst du dich hingezogen?

Star of Bethlehem / der doldige Milchstern und meine Reise zu (mit) den Bachblüten

der doldige Milchstern / Ornithogalum umbellatum

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Schreiben soll. Ich teile hier mit dir zum Teil sehr persönliche Erlebnisse – und doch: es gibt Erfahrungen, die sind so tiefgreifend, dass man das Gefühl hat, wenn man das jetzt schreibt, macht man sich nackt. Doch ich möchte es schreiben, denn nur so kannst vielleicht auch du neue Schritte machen.

Diese wunderschöne Blume ist eine Bachblüte. Ich bin ehrlich, ich weiß nicht sonderlich viel über Bachblüten. Doch wie ich an sie gekommen bin bzw. was sie in mir auslösten, dass will ich dir gerne erzählen. Ich habe in den letzten zwei Jahren 3 Bachblüten genommen: Die erste war Larch (die Lärche), die zweite war Oak (die Eiche) und die dritte war Star of Bethlehem (doldiger Milchstern).

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Ein Zauberhafter Wald und Wiesen Vormittag

Es gibt Momente, wie dieser Vormittag heute, die sind einfach magisch. Wenn ich mit offenem Herzen und wachen Sinnen gehe, dann kann ich in die Magie der Natur eintauchen. Heute war ich an einem Platz, den ich schon lange nicht mehr besucht habe. Ich habe meine Lieblingsplätze, die sich ständig erweitern und ich lasse meistens mein Bauchgefühl entscheiden, wo es mich hinzieht.

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Blütenöle / Kräuteröle – neue Einsichten

Letzten Juli hab ich bereits einen Beitrag zum Thema Blütenöle geschrieben, es war einer der Ersten hier. Und heute möchte ich wieder über das Thema schreiben. Denn weisst du, was das Wunderbarste an der Kräuterkunde ist? Sie ist lebendig, sie ist ständig im Fluss und ich lerne nie nie nie aus. Und die größten Geschenke sind die Einsichten, die kommen, wenn die Seele lauscht und das Herz ruhig ist. Dafür bin ich so dankbar, darum liebe ich die Kräuterkunde so sehr!

So ist mir auch heute etwas bewusst geworden: Ich werde in Zukunft die Öle je nach deren Einsatz unterschiedlich zubereiten. Was ich damit meine, erklär ich dir gern. Zuerst möcht ich dir ein paar Bilder zeigen, von Ölen die ich über die letzten Jahre angesetzt habe.

Ich liebe Blüten- und Kräuteröle. Sie sind sanfte und starke Medizin zugleich. Einige sind wahre Klassiker: das Johanniskrautöl und das Ringelblumenöl zum Beispiel. Die Öle können innerlich (Anmerkung: Das Pestwurzöl enthält Pyrrolizidine und sollte nur äußerlich verwendet werden.) und äußerlich verwendet werden. Sie können auch als Salbengrundlage weiterverarbeitet werden, so kannst du mit etwas Bienenwachs ganz easy eine heilkräftige Salbe rühren.

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