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Zeitqualität September

Als ich heut am Vormittag durch den Wald ging, wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich mit der Natur, den Jahreszeiten und den Monaten verbunden bin.

Ein riesengroßes Geschenk, das ich lange Zeit gar nicht richtig annehmen konnte.

Verbundenheit

Was bedeutet für dich Verbundenheit?

Für mich ist der Einklang mit der Natur die größte Verbundenheit. Sehr bodenständig und greifbar und doch auch spirituell. Beim heutigen Wandern durch den nebligen Septemberwald, war ich so ergriffen. Ergriffen von der Schönheit, der Magie, den Gerüchen, der Intensität der Geräusche, der Präsenz der Tiere und der klaren Luft.

Dabei fiel mir auf, dass es für mich so nährend und wichtig ist, mich zu jeder Zeit im Jahreskreis aufgenommen und verbunden zu fühlen. Denn jede Zeit hat ihre Geschenke – jede Zeit hat ihre Qualität.

Und so dachte ich mir, ich lass dich an meinen Gedanken teilhaben, zur Zeitqualität im September. Denn vielleicht kannst auch du dich dadurch verbundener, geerdeter und geborgener fühlen.

Zeit der Ernte

Seit jeher wurden im September die Erntedankfeste gefeiert. Speziell die Zeit um die Tag Nacht Gleiche, den Herbstbeginn ist davon geprägt. Heutzutage fällt es uns Menschen immer schwerer, zu verstehen was das ErnteDANKfest bedeutet. Volle Supermarktregale und Warenverfügbarkeiten durch das Jahr, sind selbstverständlich geworden. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit, für die Fülle des Jahres und unsere Ernte.

Diese Ernte ist ein großes Thema im September und wir können sie auf den unterschiedlichsten Ebenen zelebrieren.

Im Außen:

  • Falls du keinen Garten hast, gehe in den Wald und betrachte die Fülle an Wildfrüchten und Pilzen. (Sammle natürlich nur dann, wenn du alles genau bestimmen kannst.) Doch auch ohne zu sammeln, nimm wahr, wieviel Fülle dich umgibt! Die letzten Kräuter stecken ihre goldgelben Blüten dem Licht entgegen, Harze duften aromatisch und dunkelrote Früchte blitzen aus dem letzten Grün hervor.
  • Sammle noch die letzten Kräuter des Jahres (Anfang September) und die ersten Wurzeln der heilkräftigen Pflanzen. (Ab Mitte des Monats bis Ende Oktober) Spüre durch das Wurzelgraben, wie die Kräfte in die Tiefe wandern.
  • Erfreue dich an eingekochten Marmeladen, angesetzten Likören und einer gefüllten Hausapotheke als Kräuterkammer. Das ist deine Ernte im Außen – das ist auch für uns „modernen“ Menschen im Außen spürbar.
Hagebutten, sind einfach zu Erkennen und auch für Anfänger gut zu Sammeln

Im Inneren:

  • Die Ernte ergreift uns auch im Inneren. Du kannst dir dazu folgende Fragen stellen:
  • Was kann ich jetzt ernten?
  • Was habe ich in diesem Jahr bereits erreicht?
  • Wofür kann ich mich Anerkennen und stolz auf mich sein?

Zeit der Dankbarkeit

Einhergehend mit der Ernte ist die Dankbarkeit eine wichtige und unterstützende Zeitqualität im September. Durch Dankbarkeit ziehst du mehr von dem, wofür du Dankbar bist in dein Leben. So machst du dich „anziehend“ für alles das, was du dir wünscht. Der September ist eine Schwellenzeit – diese ist perfekt zum Wünschen!

Die Dankbarkait kannst du ebenfalls für dich zelebrieren und dadurch deinen September magisch machen.

Im Außen:

  • Schreibe dir jeden Tag fünf Dinge auf, für die du dankbar bist.
  • Gehe in die Natur und mach ein Dankesritual. Nimm ein paar Samen und Nüsschen mit, für die Tiere des Waldes und übergib es ihnen in voller Dankbarkeit. Oder forme aus herumliegenden Zapfen, Steinen etc. ein schönes Mandala und danke deinem Platz in der Natur auf diese Weise.
  • Sammle etwas Wildes zum Essen, Trinken oder Räuchern (natürlich nur, was du kennst) und verarbeite es in voller Dankbarkeit.

Im Inneren:

  • Spüre in dich hinein – wofür bist du dankbar?
  • Wenn die Stimmung kippt: denke an Dinge, für die du dankbar bist.
  • Bei deinen Spaziergängen im Wald: Nimm die Stimmung wahr und fülle dein Herz mit der Energie des Moments.

Die Schwellenzeit

Der September lässt uns wieder sehr stark spüren, dass ein Übertritt ansteht. Solche Schwellen können ängstlich und traurig machen, wenn du deine Verbundenheit verloren hast. Je mehr du dich diesen Zeiten hingibst und aufhörst gegen aufkommende Gefühle und Stimmungen anzukämpfen, desto mehr werden sie dich verzaubern, tragen, umhüllen und du wirst vom Zuseher zum Schüler.

In den Schwellenzeiten liegen große Geschenke – du musst sie nur auspacken <3

Deine Nadine



Verbundenheit stärken und Schwellenzeiten intensiv wahrnehmen kannst du vorallem auch mit dem Räuchern. Ich habe einen wunderschönen Workshop für dich, der dich in die Kunst des Räucherns, die Verwendung heimischer Räucherpflanzen und Rauhnachtsritualen einführt. Du kannst den Kurs Vor Ort und auch ausschließlich Online besuchen.



Heilpflanzen Sammeln im September

Der September steht vor der Tür. Die Pflanzen ziehen sich langsam zurück in die Erde. Es gibt allerdings noch einige, die du jetzt noch sammeln kannst und so deine Hausapotheke für den Winter füllst 🙂 Meine 3 liebsten, möchte ich dir gerne kurz vorstellen:

Die Goldrute (Kanadische und Echte)

Die Echte Goldrute
Die Echte Goldrute
Die Kanadische Goldrute

Die Goldruten haben jetzt ihre Sammelzeit. Sie sind ein tolles Wildkraut bei Blasenentzündungen, unterstützen das Ausleiten von Giftstoffen, können entzündungshemmend, wundheilend und kühlend wirken. Die Kanadische Goldrute wuchert stellenweise richtig und du kannst dich reichlich an ihrer Kraft bedienen. Auch auf der seelischen Ebene hat das Kraut sein Geschenk an uns: Es bringt und die Sonnenenergie und hilft, die Beziehungen in unserem Leben zu verbessern.


Das Eisenkraut

Das Eisenkraut
Die Blätter des Eisenkrauts

Das Eisenkraut ist eine eher unscheinbare, zarte und doch so robuste und starke Pflanze. Du findest sie im Hochsommer und im September an Wegrändern im Wald. Früher wurde sie benutzt um Eisen zu härten und man sagte ihr nach, dass sie unverwundbar macht. Sie soll den Träger außerdem unwiderstehlich machen 🙂 Sie kann in Teemischungen und Räuchermischungen verwendet werden. Die Pflanze hat zahlreiche Gerbstoffe und kann wundheilend, tonisierend, leberreinigend, entzündungshemmend und blutreinigend wirken.


Das Einjährige Berufkraut (Feinstrahl)

Der Feinstrahl oder auch Einjähriges Berufkraut genannt
Der Feinstrahl

Der Feinstrahl ist, wie auch die Kanadische Goldrute, ein Neophyt und stellenweise sehr häufig anzutreffen. Du kannst die Pflanze also reichlich sammeln für die unterschiedlichsten Zwecke: Zum Baden oder als Ölansatz (gut für die Haut), für Tee (Erkältungen), oder zum Räuchern (Schutz). Sie sieht von den Blüten her dem Gänseblümchen sehr ähnlich, ist jedoch sehr viel größer! Du findest sie häufig an Wegrändern im Wald und in Wiesen.



Ich wünsche dir viel Freude und Sonnentage, um deinen Körper und deine Seele für den Winter zu stärken und aufzutanken. Auf einen goldenen Herbst 🙂



Wenn du Lust hast: Kommenden Sonntag starten wir in Mils zum Kräuter erkunden und du kannst die oben vorgestellten Schätze gleich hautnah kennenlernen und sammeln – ich freu mich auf dich!

Wurzeln sammeln – Wurzelzeit / Die Engelwurz

Jedes Jahr im Spätsommer wenn die Goldruten blühen, werde ich ein wenig andächtig. Gedanken rauschen mir durch den Kopf: Was hatte das Jahr bis jetzt gebracht? Was habe ich gelernt? Was wollte ich machen und steht noch an? Und: Hab ich genügend Kräuter gesammelt? Uiui… die letzte Frage muss ich heuer mit nein beantworten. Die vielen Regentage, machten es heuer wirklich schwer, sich einen schönen Heilpflanzenvorrat anzulegen.

Und jetzt? Jetzt steht der September in den Startlöchern. Ein paar wenige Pflanzen lassen sich oberirdisch noch sammeln: Schafgarbe, Franzosenkraut, Goldrute, Räucherpflanzen wie der Rainfarn, der Mauer- und Kompasslattich und der Beifuß, Blutweiderich, Brennnesselsamen und Gänsefingerkraut.

Doch man spürt schon sehr stark, dass die Kräfte in die Tiefe ziehen. Das Grün der Blätter hat sich verändert, blass silbrig oder gelblich, schimmert es im Licht der tiefer stehenden Sonne. Die Pflanzen ziehen sich zurück in die Wurzeln. Ab Mitte September ist es dann endgültig soweit: Die Wurzelsammelzeit hat für mich begonnen!

Bis Ende Oktober sammle ich die unterirdischen Pflanzenteile um sie in Tinkturen anzusetzen oder zu trocknen. Ich möchte dir gerne in nächster Zeit meine liebsten Wurzelpflanzen vorstellen und heute mit der Engelwurz beginnen 🙂

Die Engelwurz entfaltet sich spektakulär

Die (Wald) Engelwurz / Angelica sylvestris

Eine meiner allerliebsten Pflanzen zur Wurzelzeit ist die Engelwurz. Ihre beschützende Ausstrahlung und starke Heilkraft ist einfach zauberhaft! Die Wurzel der zweijährigen Pflanze wird im Herbst des ersten Jahres gegraben. Sie blüht erst im zweiten Jahr und gehört zur Familie der Doldenblütler (die auch stark giftige Pflanzen beeinhaltet) – es ist also sehr wichtig die Pflanze und ihre Blätter gut zu kennen.

Die Blätter der Engelwurz mit den typischen lila Stellen.

Typisch sind die lila Stellen am Blattstiel und die Anordnung und Erscheinung der Blätter. Der Stengel ist leicht rötlich, glatt und bereift.

Der Stengel und auch manchmal die Blüten haben eine rötliche Färbung.

Du kannst den Stengel, die Blüten, die Samen, die Blätter und die Wurzel der Pflanze verwenden. Ich verwende am liebsten die Samen und die Wurzel. Die Samen verwende ich getrocknet zum Räuchern oder im Kräutersalz, aus der Wurzel mach ich mir gern eine starke Tinktur.

Eine wunderschöne Engelwurz Wurzel

Diese Tinktur verwende ich entweder als Beigabe in Erkältungssalben oder innerlich bei verschiedenen Beschwerden. Sie kann antiviral, antibakteriell, verdauungsfördernd, magenstärkend, regenerierend, energetisch beschützend, kraftspendend und begleitend in schweren Zeiten wirken.

Sie war für mich eine der ersten Pflanzen, mit deren Wurzel ich mich näher beschäftigt habe. Du findest sie im Wald an Wegrändern stellenweise sehr häufig, dann wieder komplett fehlend. Bitte sammle generell nur das, was du auch wirklich brauchst – speziell bei Wurzeln, denn sie sind sehr ausgiebig.

Viel Freude beim Sammeln deiner ersten Wurzeln in diesem Spätsommer und Herbst 🙂

Die Wald Engelwurz


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