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Dost ist nicht gleich Dost

Oben: Gemeiner Dost / Origanum vulgare Unten: Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Wie lange hat mich das verwirrt mit dem Dost! Meine erste bewusste Begegnung mit dem (Gemeinen) Dost hatte ich letztes Jahr im Wald. Die kleinwüchsige Pflanze lachte mich an und ich machte ein paar Bilder von ihr. Natürlich wollte ich gleich wissen, wie sie heißt. Das Internet spuckte mir Dost aus. Super dacht ich mir, man kann sie essen, sie hat Heilwirkungen und wenn man die Blätter zerreibt und kostet entfaltet sich ein göttlicher Oreganogeschmack und Duft. Doch dann ist da noch so ein (auf den ersten Blick) recht ähnliches Gewächs das zur selben Zeit in Massen blüht. Hmmm…. meine (damals noch sehr laienhaften) Recherchen ergaben Dost. Toll, was denn jetzt? Der große Bruder riecht gar nicht nach Oregano und irgendwie sieht er auch anders aus.

Rätsel gelöst: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Pflanzen die auch verschiedenen Familien angehören! Sie haben nur einen gemeinsamen Namen. Falls dich das auch schon mal verwirrt hat, möchte ich dir jetzt die beiden ein wenig näher vorstellen.

Der gewöhnliche Dost – Origanum vulgare

Du erkennst ihn an seinem wunderbaren Duft, wenn du die Blätter zerreibst. Er wird bis zu 50 cm hoch und die Blätter haben ein eher dunkleres, bläuliches Grün. Er gehört zu der Familie der Lippenblütler und hat somit reichlich Ätherische Öle. Wilder Oregano ist ein tolles Würzkraut für alle mediterranen Gerichte. Aber er kann noch mehr: Bei Husten und Erkältungen kann er dir helfen den festen Schleim zu lösen. Er wirkt auch antiviral und antibakteriell, was bei jeder Erkältung helfen kann. Außerdem wirkt er auch auf das Gemüt. Die Duftstoffe wirken beruhigend und ausgleichend. In stressigen Zeiten genau das richtige 🙂

Am besten sammelst du ihn wenn er in Blüte steht und trocknest ihn in einem Bündel kopfüber. Du kannst ihn dann als Würzkraut, oder als Tee verwenden.

Der Wasserdost / Eupatorium cannabinum

Der Wasserdost wird bis zu dreimal so groß wie der Gewöhnliche Dost. Andere Namen sind auch Wasserhanf (aufgrund der Blätter) oder Kunigundenkraut. Wenn du seine Blätter zerreibst bleiben sie fast geruchlos. Er gehört zur Familie der Korbblütler und enthält Bitterstoffe und Eupatorin. Letzteres ist verantwortlich für seine stark entzündungshemmende Wirkung. Wasserdost ist perfekt für Erkältungs- und Grippetropfen! Je nachdem was dir sympathischer ist bereitest du am besten einen Kaltauszug aus der Pflanze oder du setzt eine Tinktur an. Kaltauszüge werden in Wasser bereitet – dazu lässt du das frische oder getrocknete Kraut über Nacht in Wasser durchziehen. Danach seihst du es ab – fertig.

Wasserhanf enthält (das liebe Wort) Pyrrolizidinalkaloide. Das bedeutet bei längerer Anwendung kann die Pflanze die Leber schädigen. Generell solltest du keine Heilpflanze dauerhaft oder sehr lange einnehmen – es sind Helfer, Heiler und Medikamente.

Wichtig:

Nachtrag: In Rücksprache mit meiner Kräuterlehrerin sollte der Wasserdost nur homöopathisch eingenommen werden. Die Pyrrolizidinalkaloide sind sehr hoch vertreten in dieser Pflanze, sodass schon wenige Gaben zu einer Leberschädigung führen können!

So, nun genug zur Dostologie 😀 Ich wünsch dir viel Spass beim Sammeln und entdecken ❤