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Tinkturen aus Wurzeln selber machen- eine Freude

Die unterschiedlichen Farben der Tinkturen sind so schön!

So sieht es momentan in meinem Kämmerchen aus. Die Tinkturen stehen nur für ein Foto am Fensterbrett – Wurzeltinkturen ziehen bei mir immer im Dunklen aus. Die Farben sind so wundervoll!

Auf dem Bild oben siehst du (von links nach rechts): Baldrian, Beinwell, Braunwurz (Wurzel und Blatt), Blutwurz, Engelwurz (Wurzel und Samen), Salomonsiegel;

Ein Tinktur aus Wurzeln verlangt starken Alkohol. Am besten verwendest du mindestens 60%igen Korn. Und sie braucht eine Weile, bis sich die Stoffe voll und ganz gelöst haben – meine Wurzelauszüge stehen 6 Wochen lang. Zuerst reinigst du die Wurzel, dann schneidest du sie in kleine Stückchen und gibst sie in ein Schraubglas. (1/3 -1/2 ist eine gute Füllmenge) Dann gießt du mit dem starken Alkohol auf und stellst sie an einen dunklen, warmen Platz. Schüttle sie jeden Tag mit guten Gedanken. Ich denke immer bei der jeweiligen Tinktur an ihre Heilwirkungen während des Schüttelns um sie zu aktivieren ❤

Die Beinwell Tinktur frisch angesetzt;

Nach ca. 6 Wochen kannst du sie filtern und in ein dunkles Fläschchen mit Tropfaufsatz abfüllen. Je nach Beschwerden kannst du dreimal täglich ein paar Tropfen im Wasser einnehmen.

Anmerkung: Salomonsiegel, Beinwell und Braunwurz werden nur äußerlich verwendet! Ich verarbeite sie zu Salben weiter.

Die wunderschöne Siegelwurz (Salomonsiegel).

Hast du momentan auch Tinkturen beim Ausziehen? Hast du schon einmal eine heilkräftige Wurzel gesammelt?

Viel Freude dabei und genieß die wunderbaren Herbsttage ❤

Die Blutwurz / Potentilla erecta

Die Blutwurz / Potentilla erecta

Endlich ist sie da – die Zeit zum Wurzeln graben! Diese besondere Zeit im Jahr liebe ich so sehr. Im September und Oktober ist die beste Zeit, um an die tiefen Schätze der Heilpflanzen zu gelangen. Der Grund dafür ist dieser: Wenn die Pflanze versamt und beginnt zu welken, dann zieht sie ihre Kräfte zurück in die Erde – zurück in ihre Wurzel. Darum ist es besser im Herbst zu graben als im Sommer, wenn die Pflanze ihre Säfte und Kräfte im oberen Teil sammelt. Es ist gut, die Plätze deiner Lieblingspflanzen schon im Sommer zu kennen, wenn die Pflanze noch blüht, dann fndest du sie im Herbst schneller um die Wurzel zu graben.

Die Blüte der Blutwurz hat 4 Blütenblätter.

Diese Zeitqualität ist so besonders, denn auch wir dürfen an unsere Wurzeln gehen und uns fragen: Was gibt mir Halt? Was hält mich fest? Was will ich loslassen? Wo will ich tiefer gehen? Wo will ich Wurzeln schlagen?

Wichtig ist beim Wurzelngraben, dass du dir bewusst bist der Pflanze jetzt alles zu nehmen. Das bedeutet: Grabe nur, was du kennst, was du brauchst und soviel wie du brauchst. Wurzeln sind Kraftpakete – man braucht nur sehr wenig um heilkräftige Pulver, Tees, Tinkturen, Öle und Salben herzustellen.

Ein Blutwurzteppich im Wald 🙂

Eine dieser Kraftpflanzen ist die Blutwurz. Sie scheint so zart, denn ihr oberirdisches Auftreten ist winzig und fein. Ihre kleinen gelben Blüten leuchten aus dem Waldboden hervor. Das Rosengewächs wächst gern an sonnigen und trockenen Stellen im Wald. Gräbst du die Wurzel, wirst du erstaunt sein, wie mächtig sie im Vergleich zu Blätter und Blüten der Pflanze ist.

Die Wurzel der Blutwurz – wie ein kleines Alien sieht sie aus 🙂

Der Name kommt vom Inneren der Wurzel, die eine blutrote Färbung aufweist, wenn man sie anschneidet und von ihrer blutstillenden Wirkung. Früher glaubte man, das Pulver der Wurzel hilft die Menstruation anzutreiben und ein Amulett der Wurzel um den Hals getragen, schützt vor allem Bösen. Die Wurzel wurde auch zum Färben von Stoffen und Wolle verwendet – die erzielte Farbe ist ein Gelbbrauner Ton.

Sie ist voll von Gerbstoffen die zuammenziehend wirken. Das kann helfen bei Durchfall, Zahnfleischbluten, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und schlecht heilenden Wunden. Du kannst die Wurzel nach dem Sammeln aufschneiden und trocknen für Tee oder Pulver. Wenn du Tee machen möchtest denk daran, Wurzeln auszukochen. Aufgießen alleine ist zu schwach um die Wirkstoffe zu bekommen. Einfacher ist eine Tinktur herzustellen. (Mit mindestens 60% Alkohol, denn Wurrzeln brauchen das um ihre Wirkstoffe herzugeben.) Lass die Tinktur ca 4-6 Wochen stehen, schüttle sie jeden Tag und seihe ab in dunkle Fläschchen. Ein paar Tropfen in einem Glas Wasser einnehmen oder bei Bedarf damit gurgeln.

Das Innere der Wurzel hat eine rote Färbung.

Die Tinktur wirkt auf mich Kraft gebend, vermittelt Stärke und Vitalität. Wenn ich mich sehr schwach fühle, geben mir ein paar Tropfen der Tinktur neue Kraft und Energie ❤

Ich wünsch dir viel Freude, beim Entdecken der heilkräftigen Wurzelpflanzen. Wie ist das bei dir? Nutzt du auch Wurzeln? Welche Wurzeln nutzt du? Was machst du daraus? Alles Liebe 🙂

Die Wilde Möhre / Daucus carota

Die Wilde Möhre / Daucus carota mit dem schwarzen Punkt in der Mitte

Ganz und gar wild ist sie – die Möhre ❤ Ich mag sie so gern! Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und du solltest sie vor dem Sammeln mit 100%iger Sicherheit erkennen. Es gibt ein paar Merkmale, die ich dir gern zu Beginn aufzählen möchte: Eines der Merkmale ist der dunkle Punkt in der Mitte. Das „Scheininsekt“ dient dazu andere Insekten anzulocken; was für eine schlaue Pflanze! Doch lass dich nicht irritieren, denn der Punkt kann durchaus fehlen. Typischer sind schon die Hüllblätter die wie ein Stern unter der Dolde thronen. (Siehe nächstes Bild.)

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Die Engelwurz / Angelica

Die Wald Engelwurz / Angelica sylvestris

Zu ihr habe ich wohl das emotionalste Verhältnis. Ich liebe diese Pflanze – sie ist für mich heilig, wenn man das so nennen kann. Lange, bevor ich wusste dass sie die Engelwurz ist, hat sie mich schon verzaubert mit ihrer unglaublichen Ausstrahlung. Der Name ist wohlverdient, denn sie hat wirklich etwas Engelsgleiches an sich.

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Der Alpensud und das Bauchgefühl

Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich im ständigen Widerspruch zwischen Verstand und Intuition lebe und handle. Schon immer. Viel Verantwortung braucht viel Verstand. Dachte ich zumindest immer… Alles muss planbar sein, alles kontrolliert. Seit Jahren müssen auch meine Kinder nach „Plan“ funktionieren, wieso sollte es anders sein, ich muss es doch auch. In der Früh ist jede Minute kostbar, alle müssen rechtzeitig los, die Jause und mein Essen müssen hergerichtet sein und auf geht’s in den Schul- und Arbeitstag. Wann wir uns wieder sehen? Am späten Nachmittag. Ob ich dann noch Nerven für irgendwas habe? Nein… Doch das ist das „richtige“ Leben, das „normale“ Leben, nachdem sich scheinbar manche in den letzten Wochen, wo alles Kopf steht, sehnen.

Was für eine Illusion.

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Die vergessene Seele – Teil 2

Ich möchte mit diesem Beitrag an Teil 1 anknüpfen, weil ich glaube, dass sich heutzutage immer mehr Menschen schwer tun, die Tore zur Seele zu öffnen. Im Wald geht es viel leichter, er lädt uns förmlich dazu ein uns fallen zu lassen und loszulassen. Doch es funktioniert nicht für Jeden auf Anhieb. Es gibt ein paar Dinge im Außen, die du tun kannst, um empfänglicher zu werden für die Klänge deiner Seele

  1. Das Räuchern – der Zugang zu unseren Wurzeln
Das Räuchern mit Kohle öffnet den Zugang zu unseren Wurzeln

Räuchern ist wundervoll. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Räucherstoffen zu arbeiten, ich lege dir ganz bewusst das Räuchern in einer Schale, mit Räuchersand und Kohle nahe. Warum? Einige arbeiten mit ätherischen Ölen und Diffusoren. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Auszug einer Pflanze – das heißt, es ist nicht die ganze Pflanze als solches. Da wir heutzutage schon in vielen Bereichen sehr beschnitten sind, ist es für die Seele hilfreich möglichst auf „Ganzes“ Wert zu legen. Diffusoren die ätherische Öle verdampfen, beduften und transformieren deinen Raum auch, aber es fehlt etwas. Das Feuer! Das Knistern und Zischen der Kohle und Räucherstoffe weckt tief in uns unsere Wurzeln. Im Gehirn werden Areale aktiviert die wir heutzutage nicht mehr sooft benötigen. Nichts gegen ätherische Öle – sie sind wundervoll, wenn es darum geht ganz gezielt Bereiche in uns zu heilen oder zu aktivieren. Aber hier geht es um unseren Urgrund – und der öffnet sich leichter mit der archaischen Kraft des Feuers und der ganzen Pflanze. Welche Räucherstoffe du wählst liegt ganz bei dir. Manche kannst du selber sammeln, wie Harze, Beifuß, Rainfarn oder Wacholder. Du kannst sie aber auch kaufen und dich durchschnüffeln, um so deine ersten Schritte mit Räucherwerk zu machen. Weihrauch und Beifuß zum Beispiel, öffnen unsere Sinne sehr stark. Die vergessene Seele – Teil 2 weiterlesen

übers Wurzeln Graben

Zeit zum Wurzeln graben…

Die Zeit zum Wurzeln graben ist da. Bevor ich ein wenig zu den Pflanzen erzähle, möchte ich dir die Bedeutung dieser Zeit näher bringen.

Nüsse knacken, Wurzeln graben… der Herbst bringt uns eine der wertvollsten Zeitqualitäten des Jahres! Die Nüsse zu knacken bedeutet auch bei sich selbst unter die Schale zu schauen. Was ist in mir? Was will „ent-deckt“ werden? An welchen Problemen hänge ich schon länger? Das Aufbrechen geht leichter zu dieser Zeit. Brich auf in deine wahre Richtung und knacke deine Nüsse. Auch das Wurzeln graben, dass in der Pflanzenheilkunde traditionell zu dieser Zeit im Jahr stattfindet, hat einen tieferen Sinn. Suche nach deinen Wurzeln, steig hinab in deine Seele und finde heraus, wonach sie verlangt. Mögliche Fragestellungen zu dieser Zeit sind: Wo bin ich zu Hause? Was gibt mir Kraft und Halt? Wo will ich mich ausbreiten? Was saugt und schmarotzt an mir? Befreie und verwurzle dich an den richtigen Stellen.

Die Engelwurz / Angelica

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