Die Mahonie / Mahonia und wie du Gelee aus ihren Beeren machst

Die Mahonie im Frühling

Ein wunderschöner Neophyt ist sie – die Mahonie. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika. Dort wurde sie auch als Heil – und Nahrungspflanze verwendet. Bei uns glauben viele sie sei durch und durch giftig. Das stimmt nicht ganz, denn die bereiften Beeren lassen sich zu einem Saft oder einem Gelee weiterverarbeiten und sind sehr gesund.

Die zarten Blüten der Mahonie

Sie gehört zur Familie der Berberitzengewächse und enthält auch das Alkaloid Berberin. Vorallem in der Rinde und in der Wurzel ist es vorhanden. (Das erinnert stark an unsere Berberitze.) In ihrer Heimat nutzten die Naturvölker sie als Leber und Gallemittel und auch Hildegard von Bingen erkannte die Signatur des gelben Holzes als leberbezogen an. Die Beeren sind reich an Anthocyanen und Vitaminen. Sie schützen unsere Zellen und stärken unser Immunsystem.

Die Mahonie verfärbt sich teils tiefrot im Winter.

Im Winter behält sie ihre Blätter – sie ist wintergrün. Sie verfärbt sie zum Teil bis ins rot – violette, das ist so schön ❤

Gestern war ich mit einer lieben Freundin im Wald spazieren und sie hat mich auf die Beeren aufmerksam gemacht. Ich hab ein paar mitgenommen und heute ein Gelee draus gekocht. Mmmhh! Die Inspiration dazu fand ich auf Kostbare Natur 🙂

Du brauchst:

  • Mahonienbeeren
  • Johannisbeersaft
  • Gelierzucker

Die Beeren von den Stielen befreien und mit ein bisschen Wasser zum Kochen bringen. Dann durch ein Sieb passieren, damit die Kerne entfernt sind.

Jetzt misst du die Menge an Beerensaft ab und fügst Johannisbeersaft hinzu, bis du entweder einen Liter oder einen halben Liter Flüssigkeit hast. (Je mehr Johannisbeersaft – desto süßer wird dein Gelee.)

Dann gibst du den Gelierzucker je nach Mengenverhältnis dazu. (Ich hatte Gelierzucker 2:1 und hab 150ml Mahonienbeerensaft mit 350ml Johannisbeersaft gemischt. Die 500ml Flüssigkeit hab ich mit 250g Gelierzucker gekocht.)

Das ganze lässt du dann kochen für mindestens 1 Minute. (Es muss richtig sprudeln.) Dann füllst du dein heißes Gelee in saubere Gläser, verschließt sie und stellst sie auf den Kopf zum Auskühlen.

Viel Freude beim Nachkochen ❤

Der Steinklee und die betörende Magie der Cumarine

Der betörende Duft des Steinklees kommt von den Cumarinen

Das Foto ist nicht ganz scharf, doch ich finde es so passend, wenn ich versuchen will zu beschreiben, was der Duft der Cumarine in mir auslöst. Wenn ich am Steinklee, am Labkraut oder am Waldmeister rieche, beamt es mich geradewegs kurz in den Himmel. Ich empfinde den Geruch als erfrischend, Lebensenergie spendend, betörend, beruhigend, schmerzlindernd und krampflösend. Er regt mich zum Träumen an und macht mich durch und durch glücklich.

Der echte Steinklee / Melilotus officinalis

Es gibt den echten (gelbblühenden) Steinklee und den weißen Steinklee. Beide sind heilkräftig, der gelbe allerdings etwas mehr. Sie gehören beide zur Familie der Schmetterlingsblütler und blühen zur selben Zeit. Du erkennst sie unter anderem an dem betörenden Geruch den sie verströmen, doch dieser ist nicht immer gleich stark – wenn das Wetter wechselt riecht er am kräftigsten. Für den Geruch sind die Cumarine verantwortlich. Sie wirken entzündungshemmend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Bitte dosiere mit Vorsicht, denn ein zuviel davon macht starke Kopfschmerzen. In geringen Dosen bewirkt die Pflanze das Gegenteil: Sie hilft bei leichten Schmerzen, wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und sorgt für einen ruhigen und tiefen Schlaf. In der Schwangerschaft solltest du auf Steinklee verzichten.

Der weiße Steinklee / Melilotus albus

Er wirkt stark blutverdünnend und sollte nicht zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten genommen werden. Diese Eigenschaft ist großartig bei Venenproblemen,(für die Venen machst du am besten eine Salbe aus ihm) Thromboseneigung und natürlich auch für Raucher und Diabetiker hilfreich. Ich mach mir eine feine Teemischung und gib ihn zu einem Drittel oder Fünftel dazu. Einen schönen Abendtee, mit Ziest, Melisse und Steinklee zum Beispiel 🙂 Besonders im Winter, wenn die Tage dunkel und kurz sind, gibt einem der Duft der Cumarine wieder Licht, Energie und Geborgenheit.

Du findest ihn gern am Rand von Äckern oder am Strassenrand. (Dort solltest du nur sammeln, wenn die Straße kaum befahren ist.) Du kannst ihn auch für Limonaden oder Desserts zum Aromatisieren verwenden. Eine gute Möglichkeit ist es, ihn zusammen mit Zucker anzusetzen – so hast du einen wunderbar aromatisierten Zucker, der traumhaft duftet.

Viel Freude beim Entdecken ❤

Die Schafgarbe / Achillea millefolium

Die Schafgarbe / Achillea millefolium kann auch rosa blühen

Sie ist heuer eine der wichtigsten Begleiterinnen für mich – die Schafgarbe. Es ist so schön zu lauschen, welche Pflanzen für einen wichtig sind. Letztes Jahr war es der Mohn, vorletztes Jahr die Disteln und heuer ist es die Schafgarbe, die meine Verbündete ist.

Die Blüten der Schafgarbe

„Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib.“

Ein altes Sprichwort erklärt viel über ihre Heilwirkungen. Sie ist eines der wichtigsten Frauenkräuter. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und wird vom ungeschulten Auge oft mit Doldenblütlern verwechselt. Das kann fatal sein – sammle sie daher nur, wenn du dir zu 100% sicher bist! (Wie alle anderen Pflanzen auch.) Ihre Blüten sind meist weiß, können aber auch rosa sein. Wenn du eine in rosa findest, dann freu dich – sie ist besonders gesättigt mit ätherischen Ölen und heilkräftig. Das Azulen – das ätherische Öl der Schafgarbe ist blau, wie das der Kamille. Es ist für viele ihrer Heilwirkungen verantwortlich. Aber auch die Gerbstoffe sind erwähnenswert. Sie kann bei Wunden, Durchfall und Blutungen helfen. Auf die Menstruation hat sie eine ausgleichende Wirkung und wirkt stark krampflösend. In der Schwangerschaft musst du aber auf sie verzichten. Auch bei Kopfschmerzen kann sie hilfreich sein.

Sie wirkt außerdem entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, blutreinigend, zusammenziehend und antiseptisch. Ich hatte heuer ein tolles Erlebnis: Ich fing an Schafgarbentee zu trinken, weil meine Nebenhöhlen seit Wochen nicht frei waren. Ich wollte mir ihre antibakterielle Wirkung zu Nutzen machen. Seit letztem Sommer hab ich starkes Zahnfleischbluten, dass sich nicht einmal durch die Blutwurz bändigen ließ. Nach ein paar Tagen war das Zahnfleischbluten komplett verschwunden! Die Nebenhöhlen besserten sich auch 🙂 Ihre blutstillende Wirkung ist großartig. Das Bluten kam auch nicht wieder, ich hatte wirklich Monate lang damit zu kämpfen.

Die Blätter der Schafgarbe sehen aus wie eine Augenbraue.

„Augenbraue der Venus“ wird sie auch genannt, weil ihr zart gefiederten Blätter an eine Augenbraue erinnern. Das ist auch ein gutes Sammelmerkmal. Wenn du sie kostest, wird dir ihr bitterer Geschmack sofort auffallen. Sie ist sehr gesund für den Magen – Darmtrakt und regt Leber und Galle an. Eine Bitterkur mit Schafgarbentee weckt die Lebensgeister! Am besten trocknest du sie für Tee im Ganzen.

Viel Freude mit ihr ❤

Die Blätter der Schafgarbe im Frühling vor der Blüte eignen sich auch als Salatbeigabe.

Die Königskerze / Verbascum

Die Königskerze / Verbascum – die wunderschönen Blüten

„Gehe aufrecht – bleib mutig.“ Das scheint sie zu sagen – die Königskerze. Sie gehört zur Familie der Braunwurzgewächse. Ihre majestätische Ausstrahlung ist wunderschön! Und sie weiß, dass sie etwas besonderes ist: Man erzählte sich, dass sie um ihre Heilkräfte gebeten werden will! Auch ich hatte ein Erlebnis, dass das bestätigt. Ich wollte unlängst ein paar Blüten einer wunderschönen Königskerze mitnehmen und rutschte unmittelbar vor ihr aus. Sofort dachte ich an die Überlieferungen. Ich bin generell der Meinung, man soll sich auf die Pflanzen vorher einstimmen. Wenn ich alleine bin beim Sammeln, liebe ich es ein kleines Lied zu summen oder ein spontan selbstgedichtetes „Gsatzl“ zu sprechen. Da kamen schon lustige Dinge raus: „Liebes Labkraut sei so fein, heile alle Leiden mein. Heile alle meine Lieben mit deinen frischen Trieben…“ usw.. 🙂 Die Blüten blühen immer nur kurz, dann öffnen sich die nächsten. Du brauchst also etwas Geduld beim Sammeln. Trockne die Blüten schnell, denn sie verderben leicht und bewahre sie in einem Schraubglas auf, denn sonst ziehen sie Feuchtigkeit an.

Die Königskerze / Verbascum in voller Pracht

Sie ist eine sehr wertvolle Pflanze für die Lunge und die Haut. Die Pflanze wirkt wohltuend bei trockenem Husten, der sehr schmerzhaft ist, oft auch wenn schon die Stimme fehlt. Auch die filzigen Blätter können verwendet werden. Es ist wichtig, den Tee gut zu filtern, wegen der feinen Härchen, die sonst reizen würden. Äußerlich hilft sie bei eitrigen Geschwüren und schlecht heilenden Wunden.

Die filzige Blattrosette im Frühling

Du erkennst sie schon im Frühling an ihren flauschig, filzigen Blättern. Die Pflanze wirkt schleimlösend, beruhigend, antibakteriell und entzündungshemmend. Durch die Saponine verstärkt sie in Teemischungen die Heilkräfte anderer Pflanzen. Früher wurde sie auch als Fackel benutzt und im Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt bildet sie traditionell die Mitte. Ich mach mir heuer eine Hustenteemischung aus Huflattich, Königskerze und Quendel.

Viel Freude beim Entdecken ❤

Über die MAgie von Plätzen und die Verbundenheit

Manche Plätze rufen einen. Manche Plätze bedeuten etwas Besonderes in deinem Leben. Manche Plätze sind so fremd und doch so vertraut.

Die letzten zwei Wochen waren sehr turbulent und zugleich wunderschön. Ich hielt die beiden ersten Kräuterwanderungen seit dem Coronalockdown und bin sehr glücklich darüber, dass wieder ein wenig Leben ins Seelenhaus kommt. Ich merke auch, dass ich mehr Zeit für die Dinge und Erledigungen brauche als noch vor ein paar Monaten. Der Lockdown und das Burnout haben mich gelehrt, langsamer zu gehen, gütiger zu mir selbst zu sein und ehrlicher, was meine Grenzen angeht. Das ist megaschön!

Die Sommersonnenwende war diesmal auch eine ganz besondere: Wie jedes Jahr reflektiere ich ganz automatisch über meinen persönlichen Stand der Dinge für das aktuelle Jahr. Wo bin ich, wo wollte ich hin, was darf noch kommen, was darf noch gehen.

Dieses Mal war es sehr tiefgreifend: Ich wurde an einen Platz gerufen, der mich vor 25 Jahren schon besonders berührt hatte.

Eine ehemalige Schulkollegin meldete sich bei mir und wir trafen uns an dem Ort, wo wir als Teenager gefeiert hatten und ich im Teich gebadet hatte, obwohl ich normalerweise sehr große Angst vor dem Wasser habe. Zur Sommersonnenwende durfte ich den Platz wieder sehen und fühlte gleich eine starke Verbundenheit.

Das Vergissmeinnicht begleitet meine Träume

Gestern trafen wir uns wieder und ich erkundete die Umgebung. So magisch – so schön! Eine Stelle im Wald hat es mir besonders angetan: Ein kleiner Bach fließt neben Erlen – umgeben von Vergissmeinnicht. Ich blieb stehen und war wie gebannt. Ich machte ein Foto vom Bach und entdeckte sofort eine Frau in den Steinen. Daneben die Vergissmeinnicht, von denen ich immer wieder träume und die Erle – ein so besonderer Baum.

Die Frau im Bach – siehst du sie auch?

Ich stand eine Weile da und mir kamen Tränen in die Augen. Eine Welle der Heilung und des inneren Friedens durchflutete mich. Dieser Platz hat etwas bewirkt in mir, etwas in die Gänge gebracht. Ich stieg noch runter zum Bach und wusch mein Gesicht mit dem sanften Wasser, bevor ich ein paar Erlenzapfen, ein paar Frauenmantelblüten und ein paar Vergissmeinnicht mitnahm. Eigentlich wollte ich die Blüten trocknen und die Zapfen als eine Art Talisman aufbewahren. Daheim angekommen, waren die Blüten mit den Zapfen komplett verwachsen – es war unmöglich sie voneinander zu trennen. Also setzte ich eine Tinktur an – sie soll mich begleiten.

ein ganz besonderer Platz

Ich las noch über die Bedeutung der Erle. Man sagt es gibt die Erlenfrau – eine Art Schwellenhüterin. Vielleicht war es die Frau die mir augenblicklich in dem Bach begegnete? Diese Tinktur soll mich noch tiefer mit dem Platz und mir selbst verbinden. Ich mache das oft mit neuen Plätzen oder unbekannten Pflanzen um tiefer in ihr Wesen (und meines) eindringen zu können.

die Tinktur 🙂

Was diesmal kommt? Ich bin offen. Ich bin dankbar. Und immer wieder glücklich und voller Ehrfurcht, was das Leben so bringt ❤

Das Echte Labkraut / Galium verum und das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Das echte Labkraut / Galium verum
Das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Ich liebe Labkräuter! Der Duft der Cumarine ist so wunderbar. Beide Labkräuter gehören zu der Familie der Rötegewächse. Das besondere Erkennungsmerkmal an ihnen ist die in Quirlen angeordnete Blattstellung rund um den Stängel. Beide Labkräuter haben große Heilwirkung auf unsere Lymphe und Nieren.

Man sagt ihnen sogar nach krebshemmend zu sein und sie sind eine gute Ergänzung in der Therapie. Sie reinigen die Lymphe und Nieren. Die enthaltenen Cumarine wirken beruhigend und stimmungsaufhellend, sodass sie auch bei leichten Depressionen unterstützend helfen können. Sie wirken entzündungshemmend und antibakteriell.

Am besten trocknet man sie für Tee. (Das Gelbe wird beim Trocknen dunkel – keine Sorge, das ist normal). Du kannst auch eine Tinktur herstellen: Die Pflanze zerkleinern, in ein Schraubglas füllen und mit Korn oder Wodka bedecken. An einem dunklen Ort für 3-6 Wochen ziehen lassen und jeden Tag schütteln. Danach in dunkle Fläschchen abfüllen und tropfenweise (oder 1Tl/Tag) einnehmen.

Das echte Labkraut wird auch Liebfrauenbettstroh genannt, das Wiesenlabkraut wurde von der Kräuterfrau Maria Treben oft und gerne verwendet. Das echte Labkraut ist auch eine tolle Räucherpflanze. Der Geruch beruhigt und stimuliert zugleich. Er gibt Schutz und öffnet für die Liebe. Viel Freude beim Entdecken dieser wundervollen Pflanzen und genieß‘ diese ganz besondere Sommersonnenwende ❤

Das Wiesenlabkraut / Galium mollugo

Die Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Matricaria discoidea

Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,

verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt,

auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein,

glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist: Er schreit nach Pillen.

Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,

um Gottes Willen!

aus Karl heinrich Waggerl: Das heitere Herbarium

Heute stell ich dir einen Neophyten vor. Beim Wort Neophyt schrecken viele zusammen: man denkt sofort an problematische Pflanzen, die schnellstmöglich vernichtet werden müssen. Doch sieht man genauer hin, stellt man fest, dass die meisten der Neophyten nicht invasiv sind, das heißt sie verdrängen unsere Pflanzen nicht sondern bereichern die unzählige Artenvielfalt mit ihren Heilwirkungen und ihrer Schönheit.

Matricaria discoidea

Ich fühle mich sehr hingezogen zu den Neophyten – es ist wohl das Gefühl ein wenig heimatlos zu sein, dass uns verbindet. Die strahlenlose Kamille ist eine wundervolle Pflanze, die ich dir heute ein wenig näher bringen möchte. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist somit auch ein tolles Wundkraut. Doch sie kann mehr, denn vorallem auf der Seelenebene leistet sie tolle Arbeit. Sie lindert alte Verletzungen und geht direkt in Kontakt mit dem inneren Kind. Die Kamille ist nicht umsonst eine der Kinderheilpflanzen! Die strahlenlose Kamille wächst gern an Wegen – sie wächst gut, wenn sie getreten wird, so wie auch der Breitwegerich zum Beispiel. Auch unsere getretene Seele, kann durch sie umarmt und gewiegt werden. Ihr Duft ist betörend: sie riecht tatsächlich nach Ananas!

Auf der körperlichen Ebene, wirkt sie leicht entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Sie ist toll als Abendtee, am besten leicht gesüßt und mit einem Schuss Milch, so kuschelt sie einen richtig ein.

Du kannst aus ihr ein Ölmazerat machen, Salbe für wunde Haut, ein toll duftendes Hydrolat, eine Tinktur und natürlich einen Tee. Ich hab es heuer geschafft, sie aus wild gesammelten Samen, in einem Balkonkästchen zu ziehen und freue mich so sehr darüber!

Matricaria discoidea

Viel Freude beim Entdecken dieser unscheinbaren, kraftvollen Pflanze ❤

Giersch Salbe bei Gicht

Der Giersch in voller Blüte

Der Giersch ist wohl das beste, pflanzliche Helferlein bei Gicht. Zur Pflanze hab ich dir hier im April schon einiges erzählt.

Gestern hab ich zum ersten Mal Gierschsalbe gemacht, weil sie momentan in unserer Familie gebraucht wird. Eine Kombination aus frisch gegessenem Giersch und der Salbe die örtlich auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird bringt nun hoffentlich Linderung.

Die Salbe ist flott gerührt – der Giersch wächst nahezu überall. Sei dir beim Sammeln bitte zu 100% sicher, denn der Doldenblütler kann leicht verwechselt werden und das kann fatal sein. Typisch ist die Dreizahl der Blätter und der gekerbte Blattstiel.

Für die Salbe brauchst du: (Ich hab gleich eine größere Menge gemacht – halbiere sonst einfach.)

  • 250ml Olivenöl (oder Sonnenblumenöl, Distelöl,…)
  • eine Handvoll frischen Giersch
  • 15g Lanolin
  • 25g Bienenwachs
  • Außerdem:
  • eventuell ätherisches Öl für den Duft (ich hab 10 Tropfen Lemongrass genommen)
  • Eine Schüssel
  • ein Tuch zum Filtern
  • Gläschchen zum Einfüllen
  • ca. 1 Stunde Zeit

Schüttle den gesammelten Giersch um Insekten zu entfernen. In einem kleinen Topf wird ein bisschen Wasser zum kochen gebracht für ein Wasserbad.

Zupfe den Giersch mit den Fingern in kleine Stückchen und gib sie in eine Schüssel. Fülle dann das Olivenöl (oder ein Öl deiner Wahl) ebenfalls in die Schüssel und stell sie in das Wasserbad. Schalte die Herdplatte zurück auf die geringste Stufe und lasse deine Giersch/Ölmischung eine halbe Stunde lang ziehen.

In der Zeit kannst du immer wieder umrühren (am besten mit Holz, Glas oder Plastik) um die Pflanze gut in das Öl zu transformieren. Die Temperatur sollte bei ca. 70 Grad liegen – doch keine Sorge – auch ohne Thermometer bekommst du das hin, wenn du das Wasser im Wasserbad auf kleinster Flamme simmern lässt.

Nach Ablauf der Zeit kannst du das Öl durch ein Tuch filtern. Presse es gut aus, pass aber auf, dass du dich nicht verbrennst. Der Ölauszug hat eine wunderschöne, grüne Farbe bekommen. Gratuliere: du hast eben einen Warmauszug hergestellt! Das kannst du mit allen Pflanzenteilen, auch mit Wurzeln so machen um das Öl dann weiter zu verarbeiten.

Das Öl kannst du dann in ein sauberes Schraubglas gießen und nun kommt das Bienenwachs und das Lanolin dazu. (Die Salbe lässt sich übrigens auch ohne Lanolin rühren, wird dann aber ein wenig „bockiger“.) Jetzt stellst du das Glas wieder ins Wasserbad und rührst solange, bis sich das Wachs und das Lanolin komplett aufgelöst haben.

Dann nimmst du das Glas raus und rührst die Salbe kalt. Wenn du es sehr eilig hast, kannst du das im kalten Wasserbad machen – dann geht das sehr schnell. Wenn du Zeit hast, dann rühre sie langsam kalt, es ist sehr meditativ 🙂 Wenn sie milchig wird und fester wird, kannst du etwas ätherisches Öl dazu geben und die Salbe in Döschen abfüllen. Verschließe sie erst, wenn die Salbe ausgekühlt ist. Am besten bewahrst du sie gekühlt auf, dann hast du lang Freude an ihr.

Gutes Gelingen ❤

Ich nimm dich mit ein paar Bildern mit beim Salbenrühren 🙂

Die Disteln und die Wut

Die Kratzdistel / Cirsium

Du fragst dich jetzt vielleicht, was Disteln mit Wut zutun haben? Ich erkläre es gleich und erzähl dir auch, wie ich darauf gekommen bin. Eines vorweg: Ich liebe Disteln! Sie gehören definitiv zu meinen Pflanzenverbündeten. Ihre Vielfalt ist atemberaubend und jede einzelne ist auf ihre ganz eigene Art wunderschön.

Die Silberdistel / Carlina acaulis

Die Distel, allen voran die Mariendistel ist ein bewährtes Lebermittel. Die Mariendistel vermag sogar Leberzellen zu regenerieren – das ist großartig. Auch als Gegengift bei Pflanzenvergiftungen kann sie in extrem hohen Dosen helfen. Leberprobleme sind weit verbreitet und dafür muss man keinen Alkohol trinken: Medikamente, Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Diabetes, das alles sind Faktoren, die die Leber belasten. Ich erinnere mich noch genau, als ich mit 21 Jahren Diabetes Typ1 bekam und mir gesagt wurde: Sie haben auch eine Fettleber. Ich dachte, wie? Ich hatte damals nur mehr 41 Kilo bei einer Größe von 170cm und ernährte mich normal. Die unglaublich hohen Zuckerwerte (an die 1000 mg/dl) hatten mich fast getötet und sie haben auch meine Leber geschädigt. Leider hatte ich zu dieser Zeit noch keinen Zugang zur Kräutermedizin und von den Ärzten kamen außer Anweisungen und Vorschriften nichts.

Die Mariendistel / Silybum marianum

Erst Jahre später entdeckte ich die Mariendistel. Ich mache alle zwei Jahre einen kurze Kur mit ihr, um meine Leber zu stärken und zu regenerieren, denn als Diabetiker, macht die Leber nach wie vor einiges mit mit mir. Auch der jahrzehntelange Schmerzmittelkonsum aufgrund der Migräne hinterlässt freilich seine Spuren. Nach ein paar Tagen mit der Distel, verringert sich bereits der Insulinbedarf. Es ist unglaublich, wie sehr die Leber bei Diabetes (Typ1+Typ2) mitbeteiligt ist. Darüber wird kaum gesprochen. In all den Jahren hat mir gegenüber kein Arzt jemals das Thema in Verbindung gebracht!

Die Gänsedistel / Sonchus

Disteln wirken entzündungshemmend, entwässernd, haben zahlreiche Vitamine und Spurenelemente. Ihr Hauptanwendungsgebiet ist jedoch die Leber. Das Organ steht in unserem Körper für das Thema Wut. Unterdrückte Wut macht die Leber krank. Auch die Galle hängt eng mit der Leber in Verbindung und auch hier kann die Distel helfen.

„Mir geht die Galle über!“ – ist ein bekannter Spruch, der aussagt, dass man sich unfassbar ärgert und wütend ist. Aufgestaute Wut und runtergeschluckter Ärger macht krank. Meist liegt die Ursache jedoch viel tiefer: Wut ist nicht gelebte Trauer. Verletzungen, die nicht gesehen und geheilt werden durften, verwandeln sich in Wut. Diese Wut zerfrisst einen innerlich und das tragische ist: man merkt meistens gar nichts davon. Weil man brav und angepasst sein muss, weil man stark sein muss, mein man ja nicht (schon gar nicht als Frau) wütend sein darf und seine Meinung äußern darf. Schluss damit!

Die jungen Blätter einer Kratzdistel

Rühr mich nicht an – ich bin wütend! Das scheint sie zu sagen, die wundervolle Distel. Letztes Wochenende, hatt ich stark mit Wut zu kämpfen. Ich wurde sehr respektlos behandelt. Ich ließ mir das nicht gefallen – das tue ich schon lange nicht mehr. Trotzdem rissen Wunden auf. Ich war Samstag und Sonntag im Wald unterwegs und mich haben die Disteln so sehr angesprochen, wie schon lange nicht mehr. Gestern hab ich sogar das erste Mal eine Mariendistel gefunden – sie ist eine so wunderschöne Pflanze und gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr alle Disteln mit dem Thema Wut in Verbindung stehen. Viele Menschen mögen keine Disteln – viele Menschen wollen sich auch nicht mit ihrer unterdrückten Wut (Trauer) auseinandersetzen.

Ich wünsche dir einen guten Wochenstart. Vielleicht spürst auch du Befreiung, wenn du dich mal näher mit Disteln beschäftigst. Falls du eine Kur mit der Mariendistel machen möchtest, greif bitte auf ein Apothekenpräparat zurück, denn sie sind sehr selten in der Natur und es wäre schade, sie zu pfücken ❤

Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Der schwarze Holunder / Sambucus nigra

Ich wollte schon vor ein paar Tagen über den Holunder schreiben, aber irgendetwas hielt mich noch ab. Gestern war ich mit einer lieben Freundin im Wald und wir hatten ein paar Holunderblüten gesammelt. Er begleitete uns auf dem gesamten Weg. Abends zu Hause machte ich dann ein Hydrolat aus ihm, weil meine Freundin den Duft soooo sehr liebt. Es ist wundervoll geworden und gehört definitiv erwähnt. Jetzt weiß ich, warum es noch gedauert hat mit dem Holunderpost. Denn eines ist klar: Alles hat seine Zeit ❤

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