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Knospen erkennen ~ Gemmotherapie anwenden

Gewöhnliche Traubenkirsche / Prunus padus

Bäume und Sträucher im Winter zu erkennen, ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach. Ohne ihr Blätterkleid sehen sich viele verdammt ähnlich. Doch wenn du einen näheren Blick auf einen Zweig wirfst, erkennst du sofort die Knospen darauf. Ein paar wichtige Fragen sind: Sind die Knospen gegenständig oder wechselständig? Wie sehen die Blattnarben unter den Knospen aus? Gibt es eine Endknospe?

Mit etwas Übung und einem guten Bestimmungsbuch, lassen sich die heimischen Gehölze dann doch ganz gut bestimmen 🙂 Ich freue mich immer so sehr über die Knospen im Winter. Sie kündigen den Frühling an und öffnen mir das Herz. Sie strahlen so eine unglaubliche Zuversicht aus, denn sie wissen, dass ihre Zeit zum Aufbrechen und Aufblühen kommen wird.

Echte Walnuss / Juglans regia

Eng verbunden mit den Knospen ist die Gemmotherapie. Basierend auf den Forschungen des belgischen Arztes Pol Henry, ist sie in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Frankreich von dem Homöopathen Max Tetau weiterentwickelt worden. Ursprünglich wurde sie Phytoembryotherapie genannt. Basierend auf der Annahme, dass die Kommunikation aller Zellen über Proteine verläuft, wird schnell klar, warum die Knospen so kraftvoll sind. Für ein Gemmomittel werden die sie in ein Glycerin – Alkoholgemisch eingelegt. (Es wird ein Mazerat hergestellt.) Die Knospen werden im frühen Frühling gesammelt, wenn sie noch die volle Power enthalten bevor sie aufbrechen. Die in ihnen enthaltenen Proteine sind kräftig und vermögen vieles in uns zu lindern und einiges zu heilen. Das bekannteste Gemmomazerat ist die schwarze Johannisbeere. Dieses Mittel wirkt cortisonähnlich also stark entzündungshemmend und fiebersenkend. Ein tolles Mittel bei allergischen Reaktionen, leichten Schmerzen und entzündlichen Vorgängen im Körper.

Das tolle an den Mazeraten ist auch die Art und Weise der Einnahme. Die in Sprühfläschchen abgefüllten Mazerate werden mit 1-3 Sprühstössen in den Mund gesprüht und eingespeichelt. Perfekt für unterwegs! Auch Kinder nehmen die Gemmomittel gerne ein.

1 Gramm Knospen reicht für 200ml Mazerat! So kraftvoll sind sie. Beim Sammeln gilt: Nur für den Eigenbedarf und nie alle Knospen von einem Zweig, damit der Baum / Strauch noch weiter wachsen kann. Sammle nur die Knospen, die du ganz sicher bestimmen kannst.

gemeine Esche / Fraxinus excelsior

Für die Herstellung von 4 kleinen Fläschchen Gemmomazerat brauchst du:

  • 100ml Glyzerin (Apotheke)
  • 100ml Ansatzkorn 80%
  • 1g Knospen
  • Marmeladeglas
  • 4 Sprühköpfe
  • 4x 50ml Braunglasfläschchen

1g Knospen ist sehr wenig, sei dir dessen beim Sammeln bitte bewusst. Bei der Rosskastanie zum Beispiel entspricht das gerade mal einer Knospe! In der Regel genügen 3-7 Knospen, je nach Größe der Art. Zerkleinere die frisch gesammelten Knospen mit einem scharfen Messer und gib sie in dein Marmeladeglas. Dann kannst du mit dem Glyzerin und dem Alkohol aufgießen. Stell dein Mazerat an einen warmen aber dunklen Ort für 3-4 Wochen und schüttle es jeden Tag. Nach Ablauf der Zeit, kannst du es filtern und in die Braunglasfläschchen abfüllen. Dein Mazerat hält sich etwa 2 Jahre.

Die Gemmomazerate Linde und Ahorn von 2019

Generell kann man sagen, dass die jeweiligen Mazerate der Pflanzenknospen ähnliche Wirkungen haben wie die Pflanze als solches in anderer Darreichungsform. Die Wirkung von Gemmos ist auf körperlicher Ebene jedoch tiefgreifender, reparierender und erneuender. Ich habe letztes Jahr ein Linden- und ein Ahorngemmomazerat gemacht. Die Linde hilft gegen Stress und der Ahorn leistet gute Dienste bei Diabetes 🙂

Viel Spass beim Entdecken ❤

Rotbuche / Fagus sylvatica

Rosenwasser und Salbei Deo Spray

Rosen Hydrolat und Salbei Hydrolat als Deo

Heute hab ich Rosenwasser und Salbeiwasser hydroliert und möchte dich gern daran teilhaben lassen.

Das Rosenwasser hab ich aus getrockneten Blüten hergestellt. Das besondere daran ist, dass sie aus dem Wasser heraus hydroliert werden. Ich habe das fertige Hydrolat noch mit den ätherischen Ölen Cistrose und Jasmin verfeinert. Es ist wunderbar als Gesichts – und Körper Spray.

Das Salbeiwasser hab ich mit einem gehäuften Tl Natron auf 100ml Wasser und etwas ätherischem Öl der Bergamotte in ein Deo verwandelt.

Viel Freude beim Mischen und Experimentieren. 🌿

Hydrolate ~ Die Faszination der Pflanzenwässer

Kamillen Hydrolat in der Sprühflasche

Hast du schon Erfahrungen mit Pflanzenwässern gemacht? Hydrolate werden sie auch genannt und sie sind eigentlich ein Nebenprodukt der Herstellung ätherischen Öls. Vor ca. zwei Jahren packte mich die Lust mehr über Destillation von Pflanzen zu erfahren. Doch mir wurde schnell klar, dass eine Destille für mich nicht in Frage kommt. Fasziniert von dem Thema las ich mich ein in die Welt der ätherischen Öle. Das Nebenprodukt – die Hydrolate – nehmen schon lange eine wichtige Rolle in der Pflanzenkunde ein. Ein berühmtes Beispiel ist das Rosenwasser. Es wird in vielen Kosmetika verarbeitet und ist auch in der orientalischen Küche ein fixer Bestandteil. Man kann verschiedene Hydrolate also äußerlich und manche auch innerlich anwenden. Ihre Wirkung auf den Körper empfinde ich als sehr sanft und doch durchaus tiefgreifend. Sie sprechen Körper, Geist und Seele an, wobei vorallem die Sinne berührt werden. Hydrolate ~ Die Faszination der Pflanzenwässer weiterlesen

Garten Eden ~ Sommer flashback

Paradies

Dieser Platz ist so wundervoll. Heute erinnerte ich mich plötzlich an den Tag im August, als ich Kräuter für den Winter sammeln wollte. Ich wanderte im Wald in Mils eine unbekannte Abzweigung entlang und kam an die wohl schönste Sackgasse der Welt ❤ .

Der Platz war voller Magie und Ruhe. Ich setzte mich auf die Bank und betrachtete die üppig sprießende Natur um mich herum. Johanniskraut, Schafgarbe, Goldrute, Dost …. es war wie im Paradies!

Heute bin ich gerade so dankbar für diesen wunderbaren Moment, für die Gabe mit Pflanzen in engen Kontakt zu treten und Kräuterkunde weitergeben zu dürfen ❤

Nerven Tee

Nerven Tee
Johanniskraut, Ringelblume, Ziest, Strahlenlose Kamille, Wiesenlabkraut, Melisse, Klatschmohn

Es gibt wohl kaum etwas das mich so aus der Balance bringt wie Stress. Die Ruhe bleiben, entspannen, durchatmen, Unwichtiges später erledigen etc… all die gut gemeinten Ratschläge helfen mir manchmal nichts wenn ich eben alles Mögliche stämmen muss. Was dann guttut ist ein Tässchen Tee. Ganz kitschig und altmodisch, mit beruhigenden Kräutern drinnen. Und Mutter Natur schaut auf uns – es gibt zum Glück so viele sedative Pflanzen. Ich möchte dir gern kurz die Kräuter in meinem Nerven Tee vorstellen:

Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Das „Seelenwiedergutmacher“ Kraut unter den Kräutern! Es ist ein, mittlerweile auch wissenschaftlich anerkanntes, Antidepressivum mit großer Kraft. Die Pflanze ist durch und durch lichtdurchflutet und so vermag sie auch Licht in die dunkelsten Gassen unserer Seele zu lassen. Sie wirkt außerdem antiviral und antibakteriell. Ihre stark entgiftende Wirkung vermag sogar Medikamente unwirksam zu machen. (Auch die Pille) Nerven Tee weiterlesen

Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

übers Wurzeln Graben

Zeit zum Wurzeln graben…

Die Zeit zum Wurzeln graben ist da. Bevor ich ein wenig zu den Pflanzen erzähle, möchte ich dir die Bedeutung dieser Zeit näher bringen.

Nüsse knacken, Wurzeln graben… der Herbst bringt uns eine der wertvollsten Zeitqualitäten des Jahres! Die Nüsse zu knacken bedeutet auch bei sich selbst unter die Schale zu schauen. Was ist in mir? Was will „ent-deckt“ werden? An welchen Problemen hänge ich schon länger? Das Aufbrechen geht leichter zu dieser Zeit. Brich auf in deine wahre Richtung und knacke deine Nüsse. Auch das Wurzeln graben, dass in der Pflanzenheilkunde traditionell zu dieser Zeit im Jahr stattfindet, hat einen tieferen Sinn. Suche nach deinen Wurzeln, steig hinab in deine Seele und finde heraus, wonach sie verlangt. Mögliche Fragestellungen zu dieser Zeit sind: Wo bin ich zu Hause? Was gibt mir Kraft und Halt? Wo will ich mich ausbreiten? Was saugt und schmarotzt an mir? Befreie und verwurzle dich an den richtigen Stellen.

Die Engelwurz / Angelica

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Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter

Du bist sicher schon unzählige Mal an dem Strauch vorbeigelaufen. Die Herzbeere – der gewöhnliche Schneeball / Viburnum opulus – kommt sehr häufig vor. Typisch sind seine ahornähnlichen Blätter. Im Frühling bildet er eine ganz eigenwillige Blütenformation bei der am Rand die Blüten wie im Kranz stehen und die mittleren noch geschlossen scheinen. (Ich kann dir erst nächsten Frühling mit einem Bild dazu dienen 😀 ) Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter weiterlesen

Die Zauberkräuter: Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz / Agaricus muscarius

Der Fliegenpilz

Es wächst bei uns ein schöner Pilz-
Der schenkt so bunte Träume.
Er steht im Sommer und im Herbst
Oft unter Birkenbäume.

Er leuchtet rot-ist weiß getupft
Und einfach wunderschön.
Im Licht der Sonne ist er dann
Fantastisch anzuseh `n.

Wenn man die dünne Haut entfernt,
Von seinem roten Hut
Und eine viertel Stunde kocht-
Dann schmort,schmeckt er sehr gut.

Wenn man ihn trocknet ,wie er ist,
Und später dann verzehrt,
Werden die Sinne im Gehirn
Geheimnisvoll verwirrt.

Man hat sich in vergang `ner Zeit
Von ihm sogar ernährt;
in vielen Ländern wird er noch
Geschätzt und ist begehrt.

Doch Vorsicht! er hat etwas Gift,
Das hat man längst entdeckt,
Doch wenn man ihn korrekt serviert,
Er ausgezeichnet schmeckt.

Gedicht von Ewald Patz

Was empfindest du, wenn du einen Fliegenpilz siehst? Die Zauberkräuter: Der Fliegenpilz weiterlesen

Berberitzen – Vitamine für den Winter

Gewöhnliche Berberitze / Berberis vulgaris

An meinem Lieblingsplatz im Wald wachsen viele Berberitzensträucher. Das erste Mal so richtig „Kontakt“ mit der Berberitze bekam ich letzten November. Der Strauch hatte kaum noch Beeren und die Blätter waren schon gelb verfärbt. Mit seinen Dornen gab er ein schaurig schönes Motiv ab – als würde er in eine andere Welt entführen wollen. Berberitzen – Vitamine für den Winter weiterlesen