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Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

übers Wurzeln Graben

Zeit zum Wurzeln graben…

Die Zeit zum Wurzeln graben ist da. Bevor ich ein wenig zu den Pflanzen erzähle, möchte ich dir die Bedeutung dieser Zeit näher bringen.

Nüsse knacken, Wurzeln graben… der Herbst bringt uns eine der wertvollsten Zeitqualitäten des Jahres! Die Nüsse zu knacken bedeutet auch bei sich selbst unter die Schale zu schauen. Was ist in mir? Was will „ent-deckt“ werden? An welchen Problemen hänge ich schon länger? Das Aufbrechen geht leichter zu dieser Zeit. Brich auf in deine wahre Richtung und knacke deine Nüsse. Auch das Wurzeln graben, dass in der Pflanzenheilkunde traditionell zu dieser Zeit im Jahr stattfindet, hat einen tieferen Sinn. Suche nach deinen Wurzeln, steig hinab in deine Seele und finde heraus, wonach sie verlangt. Mögliche Fragestellungen zu dieser Zeit sind: Wo bin ich zu Hause? Was gibt mir Kraft und Halt? Wo will ich mich ausbreiten? Was saugt und schmarotzt an mir? Befreie und verwurzle dich an den richtigen Stellen.

Die Engelwurz / Angelica

Warum werden die Wurzeln im Herbst gegraben?

Im Herbst ziehen die Pflanzen ihre Energie vom oberirdischen Blattgrün zurück in die Erde. Daher gehen die Wirkstoffe der Pflanzen wieder in die Wurzel und sie kann so ihre Dienste am besten für uns tun. Wenn das Pflanzengrün beginnt sich leicht ins Gelbe zu färben, ist die optimale Zeit gekommen.

Das Salomonsiegel verfärbt Anfang Oktober – perfekte Zeit zum Graben der Wurzel!

Ich grabe die Wurzeln meistens mit den beiden abgeworfenen Geweihstangen die du im Bild ganz oben siehst. Sie haben für mich eine ganz persönliche Bedeutung: ich habe sie von einer Kräuterfrau geschenkt bekommen und sie sind mir stark ans Herz gewachsen. Du kannst Wurzeln natürlich auch mit einem Kräutermesser oder einer Schaufel graben. Oft liest man, man soll kein Eisen verwenden, denn das vertreibt die guten Pflanzengeister. Bilde dir einfach deine eigene Meinung 🙂 . Ich bin draufgekommen, wenn eine Pflanze ihre Wurzel nicht hergeben möchte, dann hab ich keine Chance sie auszugraben, ganz egal mit welchem Werkzeug. Ich empfinde das Graben generell total „aufwühlend“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der Moment des herausziehens der Wurzel ist wie eine kleine Geburt. Ich lege dann automatisch meine Hand für eine Weile auf die offene Stelle in der Erde, bedanke mich und verschließe die Stelle in Gedanken. Bitte grabe vorsichtig und nur die Menge die du benötigst, denn im Boden leben eine Menge Organismen, Würmer und viele Insekten! Am besten du machst dich vorher schlau wie die Wurzel verläuft. Eine Pfahlwurzel geht höchstwahrscheinlich gerade in die Erde rein und ein Rhizom wandert seitlich unter der Erde. So kannst du mit Hilfe deiner Hände den Verlauf der Wurzel am besten bestimmen und sie graben.

Ich habe heuer Engelwurz, Blutwurz und eine Bibernelle gegraben. Engelwurz und Bibernelle können bei Diabetes Typ 1, von dem ich ja seit 17 Jahren betroffen bin, unterstützend auf den Stoffwechsel wirken. Die Engelwurz wird im Herbst des ersten Jahres gegraben, bevor sie im zweiten Jahr blüht. Ich habe aus einem Teil der Wurzel eine Tinktur angesetzt und den anderen Teil getrocknet. Bei Bedarf kaue ich dann ein Stückchen 🙂 Es gibt so wundervolle Anwendungsbereiche für Wurzeln. Für eine Verletzungssalbe sind die Wurzeln vom Beinwell und vom Salomonsiegel die erste Wahl, der Wiesenbärenklau gilt als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel.

Ich wünsche dir eine schöne Wurzel und Nussknackerzeit ❤

Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter

Du bist sicher schon unzählige Mal an dem Strauch vorbeigelaufen. Die Herzbeere – der gewöhnliche Schneeball / Viburnum opulus – kommt sehr häufig vor. Typisch sind seine ahornähnlichen Blätter. Im Frühling bildet er eine ganz eigenwillige Blütenformation bei der am Rand die Blüten wie im Kranz stehen und die mittleren noch geschlossen scheinen. (Ich kann dir erst nächsten Frühling mit einem Bild dazu dienen 😀 )

Der Strauch ist in all seinen Teilen giftig, mit Ausnahme der gekochten Beeren. Sie sind super als Marmelade oder Sirup verwendbar, sofern dich der etwas eigentümliche Geruch nicht stört. Schmecken tun sie hervorragend. Etwas bitter und sehr frisch, ähnlich wie rote Ribisel.

Sie liefern reichlich Anthocyane, die gefäßschützend und immunstärkend wirken. Andere Namen sind Wasserholler, Leberbeere und Dampfbeere. Möglicherweise wirken die Beeren auch unterstützend bei Lungenleiden, was bei den ersten Erkältungen im Herbst richtig gut tut.

In der Homöopathie wird die giftige Rinde verwendet. Das Mittel Viburnum hat einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Ich erwähne öfter homöopathische Mittel und ihren Bezug zum Körper und möchte hier nochmal deutlich festhalten, dass die passende Mittelfindung immer von einem Homöopathen abgestimmt sein muss! Es reicht nicht sich anhand körperlicher Beschwerden ein Mittel auszusuchen, der ganze Mensch muss zur Betrachtung miteinbezogen werden.

Was ich mit den Herzbeeren mache?

Sirup aus Herzbeeren

Sirup ❤ Mmmmhh!

Viel Spass beim Sammeln der vitaminreichen Beeren 🙂

Die Zauberkräuter: Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz / Agaricus muscarius

Der Fliegenpilz

Es wächst bei uns ein schöner Pilz-
Der schenkt so bunte Träume.
Er steht im Sommer und im Herbst
Oft unter Birkenbäume.

Er leuchtet rot-ist weiß getupft
Und einfach wunderschön.
Im Licht der Sonne ist er dann
Fantastisch anzuseh `n.

Wenn man die dünne Haut entfernt,
Von seinem roten Hut
Und eine viertel Stunde kocht-
Dann schmort,schmeckt er sehr gut.

Wenn man ihn trocknet ,wie er ist,
Und später dann verzehrt,
Werden die Sinne im Gehirn
Geheimnisvoll verwirrt.

Man hat sich in vergang `ner Zeit
Von ihm sogar ernährt;
in vielen Ländern wird er noch
Geschätzt und ist begehrt.

Doch Vorsicht! er hat etwas Gift,
Das hat man längst entdeckt,
Doch wenn man ihn korrekt serviert,
Er ausgezeichnet schmeckt.

Gedicht von Ewald Patz

Was empfindest du, wenn du einen Fliegenpilz siehst? Spürst du auch seine unbändige, verspielte Magie? Kein anderes Waldwesen ist so stark mit Magie, Geschichten und der Anderswelt verbunden wie der Fliegenpilz. Ich glaube der Fliegenpilz war der wichtigste unbewusste Begleiter meiner Kindheit. Meine Lieblingsgeschichte war Alice im Wunderland und der Fliegenpilz hat mich dorthin getragen. Ob du es glaubst oder nicht, als Kind hab ich leider sehr wenig Zeit im Wald verbracht. Ein typisches Stadtkind, dessen Naturerlebnisse sich auf verwilderte Spielplatzbüsche und den „Hof“ reduzierten. Aber da war der Fliegenpilz und seine Faszination. Jetzt als Erwachsener, wird mir erst klar, dass er mich damals schon in den Wald getragen hat.

Die Magie der Fliegenpilze

Ich hab mich unlängst ein wenig genauer mit den bunten Waldgesellen beschäftigt. Es ist unglaublich wieviele Völker ihn genutzt haben, zum Teil als Nahrungsmittel und natürlich als bewusstseinserweiternde Quelle. Auch hier gilt wieder: keine Selbstversuche! Der Fliegenpilz enthält in seiner roten Haut stark wirksames Gift.

Seine vielen Namen sind Rabenbrot, Krötenpilz, Fliegenteufel, Krötenstuhl, Narrenschwamm, Krötenbrot,… Er heisst deshalb Fliegenpilz, weil man früher Fliegen mit ihm vergiftet hat. Interessant ist auch seine Verbindung zur Kröte. Du hast sicherlich schonmal die typischen Zeichnungen der Kröte unter oder auf dem Pilz gesehen. Die Kröte symbolisiert das Urweibliche, die Urmutter Erde – Gaia. Sie wird aber auch mit Hexen und der Anderswelt assoziiert und wartet nur darauf uns „vom Weg abzubringen“. So gesehen öffnet die Auseinandersetzung mit dem Fliegenpilz auf seelischer Ebene das Tor zu uns selbst, denn das „tief in den Wald gehen“ ist nichts anderes als seine eigene Seele wieder zu entdecken. Auch mit den Zwergen steht er stark in Verbindung, so wird auch das im Pilzhut gesammelte Regenwasser Zwergenwein genannt. Die Zwerge sind die Hüter der Schätze des Waldes. Sind wir klein wie sie, können wir in verborgene Bereiche vordringen.

Ein Männlein steht im Walde…

Heute wird der Fliegenpilz in der Homöopathie genutzt. Das Mittel Agaricus muscarius wird für Nervenleiden verwendet. Es hat einen großen Bezug zur spinalen Achse und kann bei gewissen Formen von Zuckungen, Krämpfen und unkrontrollierten Bewegungen erleichternd wirken.

Ich wünsche dir viel Spaß, beim Betrachten der wundervollen Waldwesen und beim Abtauchen in deine eigene Seelenwelt ❤

Berberitzen – Vitamine für den Winter

Gewöhnliche Berberitze / Berberis vulgaris

An meinem Lieblingsplatz im Wald wachsen viele Berberitzensträucher. Das erste Mal so richtig „Kontakt“ mit der Berberitze bekam ich letzten November. Der Strauch hatte kaum noch Beeren und die Blätter waren schon gelb verfärbt. Mit seinen Dornen gab er ein schaurig schönes Motiv ab – als würde er in eine andere Welt entführen wollen.

Zuckerbrot und Peitsche scheint sie in diesem Stadium zu vermitteln. Und tatsächlich ist der Vergleich nicht weit hergeholt: Die Berberitze ist zum einen Teil giftig und der andere Teil heilt und nährt.

Die Berberitze in Blüte im Frühling

Die Beeren der Berberitze findest du momentan sehr häufig an Waldwegen und lichten Stellen im Wald. Du kannst sie sammeln und Marmelade oder Essig daraus machen oder du trocknest sie als Vitaminquelle für den Winter. Im Orient wird Reis mit Berberitzen gekocht und Fleischgerichte werden mit der säuerlichen Note verfeinert. Die Beeren enthalten reichlich Vitamin C und wirken tonisierend und fiebersenkend. In der Volksheilkunde wurde die Wurzelrinde bei Leber und Gallenproblemen verwendet. Allerdings nur die Rinde der Wurzel – denn die Wurzel selber, die Rinde des Strauches und die Blätter enthalten das Alkaloid Berberin. Sie sind also giftig und können zu Atembeschwerden und starker Benommenheit führen.

In der Homöopathie wird das Mittel Berberis aus der Wurzelrinde gewonnen. Es kann bei ausstrahlenden Schmerzen in der Nieren- und Lumbalregion helfen. Das Mittel passt gut zu Menschen die zusätzlich eine gräuliche Gesichtsfarbe haben, stark erschöpft sind und Angst vorm Schlafengehen haben.

Berberitzen

Ich wünsch dir viel Freude beim Sammeln der Berberitzen für den Winter 🙂

Die Berberitze / Berberis vulgaris

Sonnentee

Sonnentee ~
Kanadische Goldrute / Solidago canadensis
Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Bei den Namen für meine Teemischungen geh ich, wie auch bei den Zutaten, oft nach meinem Bauchgefühl. So ist auch diese Mischung entstanden. Es ist mein Lieblingstee im Winter, denn er vertreibt ein wenig die Dunkelheit im Innen wie im Außen.

Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Das Johanniskraut ist unser stärkstes, wildwachsendes Antidepressivum. Das enthaltene Hypericin wirkt nachweislich gegen leichte bis mittelstarke Depressionen. Wunderbar gegen den Winterblues! Wenn du Johanniskraut über längere Zeit einnimmst, sei dir bitte bewusst, dass es eine so stark entgiftende Wirkung auf die Leber hat, dass es Medikamente unwirksam machen kann. (Auch die Pille!) Ausserdem wirkt es antiviral und antibakteriell.

Kanadische Goldrute / Solidago canadensis

Sie wächst Ende August über und über! Wie reichlich die Natur uns beschenkt. Für viele nur ein lästiges Unkraut, ist sie eine der stärksten Heilpflanzen für die Nieren. Sie spült die Harnwege auf sanfte Art und Weise durch und hilft gestressten Nieren sich wieder zu regenerieren. Als Tee hat sie einen blumigen Geschmack der an verträumte Sommertage erinnert. Schau mal vor deiner Haustür nach – im August und September wächst sie vielleicht auch bei dir 🙂

Ein „Goldrutenfeld“ über der Stadt.

Die Zauberkräuter: Das Bilsenkraut

Sie ist eine der ältesten Giftpflanzen Europas und sie hat viel zu erzählen. Die hoch giftige Pflanze war Zutat der Hexensalben, auch Flugsalben genannt, die zu bestimmten rituellen Anlässen von Kräuterkundigen Frauen verwendet wurden. Die Samen wurden zu berauschenden Zwecken verräuchert. Sie sind besonders giftig – bereits 15 Samen sind für Kinder tödlich. Man verwendete sie auch als Narkosemittel, zusammen mit Schlafmohn. Früher wurde Bier mit dem Bilsenkraut aromatisiert und man darf davon ausgehen, dass der Name Pilsener vom Bilsenkraut her abstammt. Das deutsche Reinheitsgebot war sozusagen das erste Antidrogengesetz Europas.

In der Homöopathie ist das Bilsenkraut unter dem lateinischen Namen Hyoscyamus niger bekannt und ein tolles Mittel bei Neuralgien und krampfartigen Beschwerden sofern auch das psychisch / seelische Bild des Patienten stimmig mit dem Mittel ist.

Die Begegnung mit solchen Pflanzen empfinde ich immer als etwas ganz Besonderes.

Da bei hoch giftigen Pflanzen das Kosten natürlich entfällt, versuche ich anders mit ihr in Kontakt zu treten. Das Fotografieren ist da eine gute Möglichkeit. Ich setze mich auch einfach gern neben die Pflanze und betrachte sie. Keine Fotos, nur blosses Betrachten. Sofern es mir möglich ist greife ich sie an und seh mir ihren Aufbau genauer an. (Das Angreifen ist nicht bei allen Pflanzen okay, der Fingerhut zum Beispiel ist so giftig, dass bereits über die Haut zu viele Alkaloide aufgenommen werden können.) So kann ich mit jeder Pflanze Kontakt aufnehmen, ganz egal wie giftig sie ist, ohne sie zu kosten oder sie zu verarbeiten. Generell finde ich, man muss nicht alles gleich mitnehmen und verarbeiten. Die Pflanzen können so viel Gutes für uns tun nur durch ihr Dasein an Ort und Stelle. Ich finde das wunderschön!

Vielleicht magst du mir von deinen Erfahrungen berichten mit, dir noch fremden oder giftigen Pflanzen, mit denen du auf diese oder eine andere Art und Weise in Kontakt getreten bist. Vielleicht träumst du von ihr. Das empfinde ich immer als eines der größten Geschenke, denn dann weiß ich, die Pflanze hat in mir etwas geheilt .

Viel Spaß beim Entdecken ❤

Harzsalbe selber machen

Fichtenharz
Fichtenharz

Mein Verhältnis zu Nadelbäumen war nicht immer das beste. Schroff, rau und unbunt – so hab ich sie lange Zeit empfunden. Letzten Winter sollte sich das ändern.

Fichten in meinem Lieblingswald
Fichten in meinem Lieblingswald

Ich bin fast jede Woche in meinem Lieblingswald spazieren gegangen. Ein Fleckchen Erde, das größtenteils von Fichten, Kiefern und ein paar Lärchen besiedelt ist. Im Sommer gehen sie fast unter, die nadeligen Giganten, so groß ist die (Heil)Pflanzenwelt und Blütenpracht an diesem Ort. Doch im Winter ist es anders. Nur sie sind da, mächtig und stolz begrüßen sie dich im Wald.

So kam es, dass ich das erste Mal so richtig Zugang zu den Nadelbäumen bekam. Sie trösteten mich über den verlorenen Sommer hinweg. Sie leuchten, wenn sonst nichts mehr leuchtet. Sie erzählen Geschichten von längst vergangenen Zeiten.

Wie geht es dir mit Nadelbäumen? Hast du einen Bezug zu ihnen?

frisch gesammeltes Fichtenharz
frisch gesammeltes Fichtenharz

Ihr Harz – ihr Blut – ist ein riesengroßes Geschenk an dich und mich. Räucherst du gerne? Der Duft der heimischen Harze ist wunderbar! Die Wirkung beim Räuchern von Fichtenharz würde ich als klärend, reinigend, erdend und beflügelnd zugleich beschreiben. Wenn du Harz sammelst, pass bitte auf, dem Baum nicht zuviel davon wegzunehmen. Er verschließt damit seine Wunden. Das Harz sollte möglichst hart sein, dann ist es nicht mehr frisch und der Baum kann es leichter entbehren. Sammle nur kleine Mengen – bereits ein daumennagelgroßes Stück reicht um eine Räucherung zu machen oder eine Salbe herzustellen.

Hast du schon einmal von Harzsalben gehört?

Kiefernharz, Fichtenharz, Zirbenharz, Weihrauch… Harzsalben lassen sich aus vielen Harzen herstellen. Die Salbe wirkt wie eine Zugsalbe, nur viel sanfter. Bei Neuralgien und rheumatischen Beschwerden – wenn Wärme als angenehm empfunden wird – kann sie Linderung verschaffen. Vielleicht probierst du bei der nächsten Erkältung die Harzsalbe auf der Brust aus – sie wird dir guttun 🙂

Für eine Dose Harzsalbe brauchst du:

  • 50ml Sonnenblumenöl (naturbelassen)
  • 1 daumennagelgroßes Stück Harz (ca 1g)
  • 5g Bienenwachs
  • 1 Trichter mit breiter und kurzer Öffnung nach unten*
  • 1 Dose
  • 1 Sieb

Bring in einem Topf etwas Wasser zum kochen. Gieße das Öl in eine Schüssel und gib das Harz dazu. (Am besten zerkleinerst du das Harz vorher im Mörser, dann löst es sich schneller auf.) Erwärme das Öl-Harz-Gemisch im Wasserbad, bis das Harz aufgelöst ist. Filtere dann durch ein Sieb in eine zweite Schüssel. Das gefilterte Öl-Harz-Gemisch wird zusammen mit dem Bienenwachs wieder erwärmt. Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, kannst du die Salbe mit einem Trichter in die Dose einfüllen.

Fertig! Hab viel Freude mit der Salbe ❤

*Anmerkung zum Trichter: Ich hab einen gängigen Plastiktrichter abgesägt, so ist er perfekt zum Abfüllen von Salben. Wenn der Weg zu lang ist stockt die Salbe sonst im Trichter.

Blütenöle für Körper und Seele

Heute möchte ich dir zwei meiner liebsten Blütenöle vorstellen:

Johanniskrautöl und Mohnblütenöl

Die Öle sind sehr einfach herzustellen, du brauchst nur ein Schraubglas, Olivenöl und die frisch gesammelten Blüten. Beim Mohnblütenöl hab ich das Glas mit Öl schon dabei wenn ich die Blüten sammeln gehe. Sie sind so unglaublich zart, dass ich sie nicht erst in eine Stofftasche geben möchte. Beim Johanniskraut kannst du das hingegen problemlos so handhaben. Schüttle das Glas gut, sodass alle Blüten mit dem Öl durchtränkt sind. Dann suchst du dir das sonnigste Plätzchen in deiner Wohnung. Entweder direkt am Balkon oder am Fensterbrett. Der Ölansatz sollte ungefähr vier Wochen ziehen. Schüttle das Glas am besten täglich um alle Inhalsstoffe der Blüten an das Öl weiterzugeben. Nach vier Wochen kannst du das Öl filtern und in dunkle Fläschchen abfüllen. Zum Filtern verwende ich ein Wäschenetz, möchte es aber beim nächsten mal mit einem Stück alten Leintuch probieren. Schau drauf das alles sehr sauber ist, nur dann hast du auch lange Freude mit deinen Ölen. Sie halten sich mindestens sechs Monate – meine habe ich immer genau ein Jahr, bis zur nächsten Herstellung.

Wie wirken die Öle?

Johanniskraut – der Lichtbringer

Johanniskraut Hypericum perforatum

Das Johanniskrautöl (auch Rotöl genannt) ist ein wahres Geschenk der Natur. Äusserlich kann es bei der Wundheilung unterstützend wirken. Bei mir hilft es sehr gut bei offenem Nagelbett. Durch meine Arbeit habe ich sehr oft extrem trockene Hände und ein dementsprechend angeschlagenes Nagelbett. Ich massiere abends einen Tropfen vom Johanniskrautöl ein und am nächsten morgen ist die Stelle fast wieder geheilt. Auch bei Herpes wirkt es unterstützend, lindert den Juckreiz und beschleunigt die Wundheilung. Innerlich verwende ich es in sehr geringen Mengen (3 Tropfen täglich) in der Grippezeit. Das Johanniskraut hat eine antivirale Wirkung und stärkt das Immunsystem. Generell tut es gut in der dunklen Zeit, denn es ist ein gutes, pflanzliches Antidepressivum. Es bringt Licht in die Zellen und vertreibt die Dunkelheit. Pass aber auf im Sommer wenn du Johanniskraut eingenommen hast, dann solltest du nicht sonnenbaden da es die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Eine Massage mit dem Öl wirkt wärmend, lockernd und leicht schmerzlindernd.

Mohnblütenöl – der Auflöser

Klatschmohn Papaver rhoeas

Das Mohnblütenöl ist ein besonderer Schatz. Ganz subtil entfaltet sich die Wirkungsweise dieses Öls. Ich verwende es in erster Linie äusserlich. Eine Massage mit dem Öl durchflutet und entspannt den Körper. Es wirkt bei mir leicht schmerzlindernd und krampflösend. Bei Verspannungen im Nackenbereich oder überlasteten Beinen tut es richtig gut. Ab und zu nach einem heißen Bad gönne ich mir eine Ganzkörperölung mit dem Mohnblütenöl – ich fühle mich danach unendlich leicht und gelöst, so als würde jegliche Last von mir abfallen. Wie alle Blütenöle die an der Sonne gereift sind, ist auch das Mohnblütenöl voll von gespeichertem Sonnenlicht. Tu dir was Gutes und probier es selber aus 🙂