Alle Beiträge von Nadine Bachler

Naturverliebt und wissensdurstig

Blütensalz selbermachen

Du möchtest heuer zu Weihnachten etwas Selbstgemachtes schenken? Dann sind Blütensalze genau das richtige für dich. 💚

Am Schönsten und Farbintensivsten werden Sie natürlich mit frischen Blüten, aber auch getrocknete Blüten geben einen zarten Farbton. Der Geschmack ist intensiv und je nach verwendeten Blüten echt exotisch!

Rosensalz, Kornblumensalz und Ringelblumensalz

Ich hab heute drei Blütensalze gemacht: Ringelblumensalz, Kornblumensalz und Rosensalz. Ich mische grobes Salz und Blüten 50:50 in einer großen Bambusschüssel. Dann beginne ich zu mörsern. Viel Zeit und Geduld braucht es da. 😀 Klar, du kannst auch alles in den Mixer geben. Ich finde allerdings, dass das verreiben mit der Hand eine wundervolle Tätigkeit ist, bei der ganz bestimmte Gedanken fließen, je nach verwendeter Pflanze.

Die verriebenen Salze lasse ich noch ein paar Tage im Schraubglas nachziehen, dann kannst du sie in Gläschen übereinander schichten. Fertig ist dein besonderes Geschenk. ❤️ Alles Liebe und viel Spaß!

Rosenwasser und Salbei Deo Spray

Rosen Hydrolat und Salbei Hydrolat als Deo

Heute hab ich Rosenwasser und Salbeiwasser hydroliert und möchte dich gern daran teilhaben lassen.

Das Rosenwasser hab ich aus getrockneten Blüten hergestellt. Das besondere daran ist, dass sie aus dem Wasser heraus hydroliert werden. Ich habe das fertige Hydrolat noch mit den ätherischen Ölen Cistrose und Jasmin verfeinert. Es ist wunderbar als Gesichts – und Körper Spray.

Das Salbeiwasser hab ich mit einem gehäuften Tl Natron auf 100ml Wasser und etwas ätherischem Öl der Bergamotte in ein Deo verwandelt.

Viel Freude beim Mischen und Experimentieren. 🌿

Hydrolate ~ Die Faszination der Pflanzenwässer

Kamillen Hydrolat in der Sprühflasche

Hast du schon Erfahrungen mit Pflanzenwässern gemacht? Hydrolate werden sie auch genannt und sie sind eigentlich ein Nebenprodukt der Herstellung ätherischen Öls. Vor ca. zwei Jahren packte mich die Lust mehr über Destillation von Pflanzen zu erfahren. Doch mir wurde schnell klar, dass eine Destille für mich nicht in Frage kommt. Fasziniert von dem Thema las ich mich ein in die Welt der ätherischen Öle. Das Nebenprodukt – die Hydrolate – nehmen schon lange eine wichtige Rolle in der Pflanzenkunde ein. Ein berühmtes Beispiel ist das Rosenwasser. Es wird in vielen Kosmetika verarbeitet und ist auch in der orientalischen Küche ein fixer Bestandteil. Man kann verschiedene Hydrolate also äußerlich und manche auch innerlich anwenden. Ihre Wirkung auf den Körper empfinde ich als sehr sanft und doch durchaus tiefgreifend. Sie sprechen Körper, Geist und Seele an, wobei vorallem die Sinne berührt werden.

Zu Beginn des Jahres hatte ich das große Glück, durch eine liebe Freundin auf das Herstellen von Hydrolaten aufmerksam zu werden. Die Methode ist denkbar einfach, kostengünstig und unkompliziert. So mag ich das! Das Hydrolieren im Topf möchte ich dir heute ein wenig vorstellen. Alles was du brauchst ist:

  • Ein großer Topf
  • Einen gefächerten Dämpfeinsatz
  • Ein Schälchen oder eine Tasse
  • Eine Rührschüssel
  • Wenn vorhanden ein paar Eiswürfel
  • Ein sauberes Geschirrtuch
  • Ein Fläschchen zum Abfüllen

Und dann kann’s schon losgehen 🙂

Das Pflanzengut wird am Rand des Dämpfeinsatzes verteilt.
Im Bild: Gundelrebenhydrolat

Zuerst füllst du ein wenig Wasser in den Topf. Ideal ist es, wenn noch etwas Platz zwischen dem Wasserspiegel und dem Dämpfeinsatz ist. Dann gibst du den Dämpfeinsatz in den Topf. Das Wasser darf keinesfalls über dem Einsatz sein – sonst kochst du deine Pflanzen und das soll (meistens, bis auf ein paar spezielle Ausnahmen) nicht sein. Dann breitest du deine Pflanzen etwas zerkleinert rund um den Einsatz aus.

In die Mitte kommt dann ein Schälchen oder eine Kaffeetasse.
Im Bild: Gundelrebenhydrolat

Als nächstes stellst du in die Mitte vom Einsatz eine Tasse oder ein Schälchen. Es dient zum Auffangen des Hydrolats.

Die Rührschüssel kommt auf den Topf. In die Schüssel muss eiskaltes Wasser, damit der Dampf kondensieren kann.

Dann platzierst du die Rührschüssel auf den Topf und füllst eiskaltes Wasser ein. Wenn möglich am besten noch ein paar Eiswürfel dazu. Der Sinn dahinter ist, dass der Dampf an der Unterseite der Schüssel kondensiert und in das Schälchen tropft. Nun kannst du die Herdplatte einschalten. Wenn das Wasser zu kochen beginnt, füllt sich das Schälchen recht zügig. Kontrolliere nach einer Weile deinen Füllstand und gieße in ein sauberes Fläschchen ab, wenn deine Schale fast voll ist. Pass bitte auf deine Hände auf – das ganze wird richtig heiß! Am besten nimmst du ein sauberes Geschirrtuch doppelt und greifst damit dein Schälchen zum Umfüllen. Achte darauf, dass dein Wasser in der Rührschüssel immer kalt bleibt. Du wirst es sicher ein bis zweimal erneuern müssen. Erfahrungsgemäß lassen sich bei dieser Füllmenge etwa zwei 100ml Fläschchen kräftiges Hydrolat herstellen. Je nach verwendetem Pflanzengut und Topf mehr oder weniger. Du wirst merken, dass sich der Geruch des Hydrolats mit der Dauer der Destillation verändert. Vom frisch, blumigen eher ins herb, krautige.

Gundelrebenwasser

Im Mai habe ich ein Gundelrebenhydrolat hergestellt. Es war himmlisch! Ich verwendete es zum Mundspülen und als Spray für das Gesicht. Für unterschiedliche Hydrolate sind die Anwendungsmöglichkeiten groß:

  • Body Spray
  • Deo
  • Insektenspray
  • Mundwasser
  • Gesichtswasser
  • Aura Spray
  • Raum Spray
  • Badezusatz
  • in der Duftlampe
  • zum Kochen und Backen
  • und vieles mehr…

Generell eignen sich Pflanzen sehr gut zum Hydrolieren, die reich an ätherischen Ölen sind. Lippenblütler, Nadelhölzer, usw… Experimentiere einfach. Teste immer erst eine kleine Hautstelle auf die Verträglichkeit. Bei bestehender Korbblütler Allergie ist zum Beispiel Ringelblume, Schafgarbe oder Kamille nichts! Viele Pflanzen kannst du auch im getrockneten Zustand hydrolieren – es ist also auch eine schöne Tätigkeit für die Wintertage 🙂

Ich wünsch dir viel Freude beim Experimentieren mit Pflanzenwässern ❤

Garten Eden ~ Sommer flashback

Paradies

Dieser Platz ist so wundervoll. Heute erinnerte ich mich plötzlich an den Tag im August, als ich Kräuter für den Winter sammeln wollte. Ich wanderte im Wald in Mils eine unbekannte Abzweigung entlang und kam an die wohl schönste Sackgasse der Welt ❤ .

Der Platz war voller Magie und Ruhe. Ich setzte mich auf die Bank und betrachtete die üppig sprießende Natur um mich herum. Johanniskraut, Schafgarbe, Goldrute, Dost …. es war wie im Paradies!

Heute bin ich gerade so dankbar für diesen wunderbaren Moment, für die Gabe mit Pflanzen in engen Kontakt zu treten und Kräuterkunde weitergeben zu dürfen ❤

Nerven Tee

Nerven Tee
Johanniskraut, Ringelblume, Ziest, Strahlenlose Kamille, Wiesenlabkraut, Melisse, Klatschmohn

Es gibt wohl kaum etwas das mich so aus der Balance bringt wie Stress. Die Ruhe bleiben, entspannen, durchatmen, Unwichtiges später erledigen etc… all die gut gemeinten Ratschläge helfen mir manchmal nichts wenn ich eben alles Mögliche stämmen muss. Was dann guttut ist ein Tässchen Tee. Ganz kitschig und altmodisch, mit beruhigenden Kräutern drinnen. Und Mutter Natur schaut auf uns – es gibt zum Glück so viele sedative Pflanzen. Ich möchte dir gern kurz die Kräuter in meinem Nerven Tee vorstellen:

Echtes Johanniskraut / Hypericum perforatum

Das „Seelenwiedergutmacher“ Kraut unter den Kräutern! Es ist ein, mittlerweile auch wissenschaftlich anerkanntes, Antidepressivum mit großer Kraft. Die Pflanze ist durch und durch lichtdurchflutet und so vermag sie auch Licht in die dunkelsten Gassen unserer Seele zu lassen. Sie wirkt außerdem antiviral und antibakteriell. Ihre stark entgiftende Wirkung vermag sogar Medikamente unwirksam zu machen. (Auch die Pille)

Ringelblume / Calendula

Die Ringelblume kennst du sicherlich im Zusammenhang mit dem Thema Haut. Du kannst sie auch innerlich anwenden. Sie wird deine Teemischungen nicht nur als Schmuckdroge verschönern! Die Ringelblume ist ein Korbblütler und wie alle Korbblütler hat sie als Thema die Wunden. Innerlich getrunken empfinde ich sie als Seelenwundheiler, der große Kraft besitzt. Sie stärkt und gibt neuen Mut und neue Kraft.

Wald Ziest / Stachys sylvatica

Eine vergessene Heilpflanze die du im Juli im Wald finden kannst. Ich hab diese Pflanze intuitiv in den Nerven Tee getan – ich wusste nur von ihren Wirkungen auf den Körper. Erst im Nachhinein hab ich festgestellt, dass sie gegen Nervenleiden und innere Unruhe gute Dienste leistet. In der Volksheilkunde war der Ziest eine hochgeschätzte Pflanze bei Darmbeschwerden, Zahnfleischbluten, Schwächezuständen und vielem mehr.

Strahlenlose Kamille / Matricaria discoidea

Ein unscheinbares Pflänzchen mit riesiger Kraft. Die strahlenlose Kamille hat ähnliche Heilwirkungen wie ihre Schwester die römische Kamille. Die entzündungshemmenden Eigenschaften sind bei der strahlenlosen Kamille weniger vorhanden. Sie ist ein Neophyt, das bedeutet sie war in Europa ursprünglich nicht heimisch. Was für eine Freude sie hier zu haben! Sie hat einen wunderbar feinen Duft der die Seele beflügelt. Ich empfinde sie als beruhigend, besänftigend und befreiend. Probier es einfach mal aus wie sie auf dich wirkt.

Wiesenlabkraut / Gallium mollugo

Die Labkräuter sind etwas ganz besonderes. Das Wiesenlabkraut findest du im Juni und Juli zuhauf in Wiesen und Waldrändern. Es blüht weiß und verströmt einen wundervollen Duft. Dafür sind die Cumarine zuständig. Es wirkt leicht antidepressiv, beruhigend und nervenstärkend. Maria Treben setzte es sogar in der Krebstherapie ein.

Melisse / Melissa

Ein Gartenkraut ist auch in meiner Teemischung gelandet – die Melisse. Sie wirkt beruhigend, schlaffördernd und krampflösend. Ein Segen bei angespannten Nerven!

Klatschmohn / Papaver rhoeas

Der Klatschmohn hat eine beruhigende, schmerzstillende und schlaffördernde Wirkung. Außerdem sehen die Blüten so wunderschön im Tee aus – auch das tut der Seele gut 🙂

Johanniskraut / Hypericum perforatum

Ich wünsch dir ganz viel Freude beim Entdecken der beruhigenden Kräuter und schick dir Entspannung, Ruhe und Zufriedenheit ❤

Der Wald weiß alles

Kennst du das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen? Du zerbrichst dir den Kopf, sorgst dich unendlich und fühlst dich, als ob du den Boden unter den Füßen verlierst?

Geh in den Wald. Gehe alleine, gehe ziellos und gehe mit der Bitte um Antwort und Hilfe.

Du glaubst gar nicht, wie oft mir der Wald schon geholfen hat. Denn er hat immer eine Antwort und Trost. Warum ich jetzt darauf komme? Klar, du hast es dir schon gedacht – natürlich betrifft es mich gerade selber sehr stark. Ich hatte unlängst ein wundervolles Erlebnis. Bei mir sortiert sich (wieder einmal) alles neu. Ich habe es selber so gewollt, bin endlich raus aus meiner Komfortzone und trotzdem – es fühlt sich an als würde jemand meine Glaskugelwelt kräftig durchschütteln. Neue Wege machen mir manchmal Angst und ich fühle mich dann wie ein Seiltänzer ohne Netz.

Ich ging also mit der Bitte um Sicherheit, Geborgenheit, Antworten und Hilfe in den Wald. Nach einer Weile, eines mir bekannten Weges, beschloss ich einen mir unbekannten Weg zu gehen. „Wie in meinem Leben „, dachte ich bei mir… Es war eiskalt und ich genoss die frische Luft. Ein wenig später kam ich zu einer Stelle die voll von Farn war. Seine kupferfarbenen Blätter waren mit Frost überzogen und sahen aus wie aus Zuckerguss. Ich zückte meine Kamera und machte ein paar Bilder, versunken in der Schönheit des Farns. Als ich aufblickte, kamen die ersten Sonnenstrahlen durch und erleuchteten den Weg vor mir. Wie wunderbar! Mir wurde sofort klar, dass wenn ich im Moment lebe, alles gut ist! Ich ging vertrauensvoll und behütet weiter. Plötzlich kam ich an eine markante Stelle: Eine Fichte die sich Halt an einem bemoosten Stein verschafft. Ich erschrak- mir wurde plötzlich klar, dass ich vor vielen Jahren schon an dieser Stelle im Wald war! Ich hatte es total vergessen… In diesem Moment wurde mir vieles bewusst, die Wege im Leben, die sich so fremd und neu anfühlen, bin ich auf irgendeine Art und Weise schon einmal gegangen. Ich habe es nur vergessen, verdrängt oder verloren. Ein warmer Schauer durchflutete mich und mit einem Mal waren all die Sorgen und Ängste weg.

Erlebnisse wie dieses hatte ich schon so viele und ich möchte dir wirklich ans Herz legen: Wenn du Sorgen hast, geh in den Wald. Du wirst dir selbst – deiner Seele – begegnen, nackt, ungeschminkt und wahrhaftig. Nichts ist glückseliger ❤

Die vergessene Seele – Teil 2

Ich möchte mit diesem Beitrag an Teil 1 anknüpfen, weil ich glaube, dass sich heutzutage immer mehr Menschen schwer tun, die Tore zur Seele zu öffnen. Im Wald geht es viel leichter, er lädt uns förmlich dazu ein uns fallen zu lassen und loszulassen. Doch es funktioniert nicht für Jeden auf Anhieb. Es gibt ein paar Dinge im Außen, die du tun kannst, um empfänglicher zu werden für die Klänge deiner Seele

  1. Das Räuchern – der Zugang zu unseren Wurzeln
Das Räuchern mit Kohle öffnet den Zugang zu unseren Wurzeln

Räuchern ist wundervoll. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Räucherstoffen zu arbeiten, ich lege dir ganz bewusst das Räuchern in einer Schale, mit Räuchersand und Kohle nahe. Warum? Einige arbeiten mit ätherischen Ölen und Diffusoren. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Auszug einer Pflanze – das heißt, es ist nicht die ganze Pflanze als solches. Da wir heutzutage schon in vielen Bereichen sehr beschnitten sind, ist es für die Seele hilfreich möglichst auf „Ganzes“ Wert zu legen. Diffusoren die ätherische Öle verdampfen, beduften und transformieren deinen Raum auch, aber es fehlt etwas. Das Feuer! Das Knistern und Zischen der Kohle und Räucherstoffe weckt tief in uns unsere Wurzeln. Im Gehirn werden Areale aktiviert die wir heutzutage nicht mehr sooft benötigen. Nichts gegen ätherische Öle – sie sind wundervoll, wenn es darum geht ganz gezielt Bereiche in uns zu heilen oder zu aktivieren. Aber hier geht es um unseren Urgrund – und der öffnet sich leichter mit der archaischen Kraft des Feuers und der ganzen Pflanze. Welche Räucherstoffe du wählst liegt ganz bei dir. Manche kannst du selber sammeln, wie Harze, Beifuß, Rainfarn oder Wacholder. Du kannst sie aber auch kaufen und dich durchschnüffeln, um so deine ersten Schritte mit Räucherwerk zu machen. Weihrauch und Beifuß zum Beispiel, öffnen unsere Sinne sehr stark.

2. Regional und saisonal Essen – verbinde dich dort, wo du bist

Regionales und saisonales Essen verwurzelt und verbindet dich mit dir selbst.

Avocados sind ja so hip! Und Chia Samen, Mango Lassi, Ananas im Smoothie, Kokosöl von Kopf bis Fuß und Algen als Supplemente… die Liste könnte ich lange fortsetzen. Doch macht das wirklich Sinn? Du bist, was du isst – ein vielbekannter Spruch – und ich glaube schon, dass er seine Berechtigung hat. Mag sein, dass diese Art der Kost gesund ist und deinen Geist sehr weit in alle Richtungen öffnet, doch wo willst du hin? Zu dir selbst – richtig. Und der einfachere Weg dorthin führt über eine größtenteils vegetarische, regionale und saisonale Kost. Ich habe schon viele Ernährungsformen probiert und bin felsenfest davon überzeugt, dass dies nicht nur die ökologisch sinnvollste, sondern auch die wohltuendste Form der Ernährung ist. Und sie lässt dich bei dir bleiben, so kannst du mühelos damit beginnen tiefer zu graben. Fleisch und Alkohol binden uns sehr stark an unseren Körper und an die Materie. Wenn du deine Seele erkunden willst, versuche möglichst oft auf Beides zu verzichten.

3. Esse ab und zu was „Wildes“

Geschenke aus dem Wald sind ein Genuss für den Gaumen und die Seele.

An dieser Stelle möchte ich gerne Wolf Dieter Storl zitieren: „Wer nie was Wildes isst, wird selbst zur Großstadtpflanze.“ Wie Recht er hat! Das Schöne dabei ist, dass du nicht gezwungener Maßen im Wald leben musst. Denn hier kommt es nicht auf die Menge an. So eine kleine Walderdbeere kann deine Sinne für lange Zeit öffnen. Ich liebe es ein wenig in der Natur zu naschen. Hier eine Beere, dort ein vertrautes Kraut, da ein kleines Harzkügelchen… Lass den Wald in deine Sinne 🙂

4. Lausche den Klängen der Natur

Das Plätschern des Wassers berührt tief und hilft Unwichtiges loszulassen.

Das Rauschen vom Bach, das zwitschern der Vögel, das Zischen der Bäume und Gräser im Wind… Die Klänge sind wichtig für unseren Körper und unsere Seele. Man hat herausgefunden, dass Pflanzen nicht so gut wachsen, wenn das Surren der Insekten fehlt. Wie geht es dann erst uns Menschen? Gehe sooft wie möglich in die Natur und hör zu. Deine Lieblingsmusik kannst du zu Hause hören, im Wald warten andere Klänge auf dich. Wenn du öfter mal lauscht, wirst du merken, dass viele Tiere im Wald mit dir Kontakt aufnehmen wollen. Ihre Laute machen dich aufmerksam auf eine Heilpflanze, einen besonderen Pilz, einen Strauch voller Beeren oder eine ganz besondere Lichtstimmung. Die Klänge beruhigen den Geist, sodass es leichter ist, wieder zu sich selbst finden zu können.

5. Sei verspielt!

Die Samen vom Springkraut verbreiten sich in einer kleinen Explosion.

Hast du dein „Spielen“ verloren? Mir gings fast so und ich glaube ich war damit nicht alleine. Unsere moderne Welt erlaubt keinen „Spielraum“ für solche Dinge. Und überhaupt, muss ja alles „Sinn“ machen. Bitte lass dir nie dein Spielen nehmen! Hüpfe durch die Wiese, tanze durch den Wald, bau dir Instrumente aus Stöcken und Luftschlösser in deinem Kopf, klemm dir Samen auf die Nase, lass das Springkraut explodieren! Hab einfach Spaß! Wir sind hier um zu lachen, zu lieben und uns zu erfreuen, an den Schönheiten und Verrücktheiten der Natur ❤

Ich wünsch dir alles Liebe auf deinem Seelenweg! Vielleicht möchtest du mir von deinen Erfahrungen berichten, oder du hast ein ganz spezielles Ritual um dich zu verbinden und deiner Seele Flügel zu geben? Erzähl es mir ❤

Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

Die vergessene Seele

Den Körper zu nähren ist selbstverständlich. Wenn du erkältet bist, trinkst du Tee. Wenn du Schmerzen hast, versuchst du dich zu schonen und die Schmerzen zu lindern. Wir leben in einer Zeit, in der es so stark um dieses Körperbewusstsein geht. Doch es ist kein Echtes. Fitnessstudios, Detox Diäten, Superfoods, Morgenroutinen und clean eating… all das soll uns dem Körperbewusstsein näher bringen. Aber da fehlt etwas, was Riesengroßes: die Seele. Ja auch sie will genährt sein und zwar voll und ganz. Sie will manchmal auf Reisen gehen, sie will träumen, sie will wachen und sie will schlafen. Sie braucht Süßes und Saures. Wieviel Zeit verbringst du mit deiner Seelenpflege? Wie oft gönnst du ihr auf Reisen zu gehen?

Früher war es normal, dass die Menschen zu Jahreskreisfesten und bestimmten Ritualen bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nahmen um die Seele auf Reisen zu schicken. Die Menschen waren mündig und sie wussten, was sie taten und in welchem Rahmen sie die Seele auf Reisen schickten. Wir sind komplett entmündigt, entwurzelt und enthoben. Heutzutage fällt es schwer, sich diese Pausen der Seelenreise auf welche Art auch immer zu gönnen. Wir sind in starren Strukturen gefangen, wider jeglicher Natur, entrissen von natürlichen Zyklen um unsere Seele zu nähren.

Die beste Möglichkeit um wieder Fuss zu fassen in wahren Zyklen und Begebenheiten ist für mich der Wald. Wir sind ein Teil von ihm und er wartet nur darauf es uns wieder spüren zu lassen. Ich liebe es alleine in den Wald zu gehen. Es gibt Momente, da zieht es mich hinein „in“ den Wald. Da gibt es dann nichts mehr im Außen oder im Innen was ablenkt, stört oder gehört werden will. Die Grenzen verschwimmen zwischen mir und der Natur. Ich bin Eins mit ihr und sie ist Eins mit mir. In diesen seltenen Momenten darf meine Seele auf Reisen gehen. Sie nimmt Kontakt auf zu den Seelen des Waldes und ich atme in seinem Rhytmus.

Tief berührt und dankbar, verlasse ich nach solchen Momenten den Wald und fühle mich erneuert, erleichtert und befreit. Diese Momente sind so kostbar. Wie ist das bei dir? Wie geht deine Seele auf Reisen? Wie nährst du sie und lässt sie träumen?

Die reizlindernde Malve und wie du einen Kaltauszug herstellst

Die wilde Malve / Malva sylvestris

Ich wünschte, ich hätte die mildernde Kraft der Malven schon früher für mich und meine Familie entdeckt. Sie ist ein Segen bei allen Zuständen die mit überreizten Schleimhäuten zu tun haben. Sei es der trockene Rachen zu Beginn einer Erkältung, die Schluckbeschwerden bei Rachenentzündungen, trockener Husten, aber auch Gastritis, Reizdarm und diverse andere Leiden im Magen – Darm Trakt die mit Reizungen einhergehen. Auch trockene Heizungsluft am Arbeitsplatz oder zu Hause macht den Schleimhäuten oft zu schaffen. Sind sie ausgetrocknet, können sich Bakterien und Viren leichter ausbreiten. Somit kann der Malven Kaltauszug eine gute Vorbeugungsmaßnahme gegen grippale Infekte in der kühlen Jahreszeit sein.

Die Malve – ihre Schleimstoffe wirken beruhigend auf Schleimhäute

Die Käsepappel, so heißt ein Malvengewächs, wurde mir schon vor Jahren ans Herz gelegt bei Rachenentzündungen. Doch ein sehr wichtiges Detail blieb mir verborgen: der Kaltauszug! Die richtige Zubereitung ist das Um und Auf bei jeder Pflanze. Um die Schleimstoffe, die für die mildernde Wirkung der Malve verantwortlich sind, zu lösen, musst du einen Kaltauszug der Pflanze herstellen. Beim gewöhnlichen Aufbrühen, gehen diese leider größtenteils verloren. Wenn du eine Hustenteemischung hast, wo Malve mit dabei ist, gieße den Tee heiß auf – hier musst du einfach den Kompromiss eingehen um die Wirkstoffe der anderen Kräuter zu bekommen. Bei der Käsepappel werden auch die Blätter verwendet, bei anderen Malvengewächsen in erster Linie die Blüten. Die Schleimstoffe bekommst bei allen Malven. Das getrocknete Kraut kannst du in der Apotheke oder bei deinem Lieblingskräuterhandel besorgen.

Einen Kaltauszug herstellen – das geht ganz einfach: Du nimmst einen Teelöffel vom getrockneten Kraut und gibst ihn in eine Teetasse. Danach gießt du mit kaltem Wasser auf und lässt das Ganze ca. eine viertel Stunde ziehen. Nach Ablauf der Zeit holst du dir ein Teesieb und gießt den Auszug durch das Sieb in einen kleinen Topf. Jetzt kannst du nach belieben etwas Süße dazu geben und den Kaltauszug langsam auf Körpertemperatur erwärmen. Nicht kochen! Nur so warm, dass es dir schmeckt und angenehm zu trinken ist. Fertig 🙂

So funktionieren übrigens alle Kaltauszüge, die du direkt warm trinken möchtest.

Ich wünsch dir viel Freude beim Zubereiten und rasche Linderung ❤