Alle Beiträge von Nadine Bachler

Naturverliebt und wissensdurstig

Der Wald weiß alles

Kennst du das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen? Du zerbrichst dir den Kopf, sorgst dich unendlich und fühlst dich, als ob du den Boden unter den Füßen verlierst?

Geh in den Wald. Gehe alleine, gehe ziellos und gehe mit der Bitte um Antwort und Hilfe.

Du glaubst gar nicht, wie oft mir der Wald schon geholfen hat. Denn er hat immer eine Antwort und Trost. Warum ich jetzt darauf komme? Klar, du hast es dir schon gedacht – natürlich betrifft es mich gerade selber sehr stark. Ich hatte unlängst ein wundervolles Erlebnis. Bei mir sortiert sich (wieder einmal) alles neu. Ich habe es selber so gewollt, bin endlich raus aus meiner Komfortzone und trotzdem – es fühlt sich an als würde jemand meine Glaskugelwelt kräftig durchschütteln. Neue Wege machen mir manchmal Angst und ich fühle mich dann wie ein Seiltänzer ohne Netz.

Ich ging also mit der Bitte um Sicherheit, Geborgenheit, Antworten und Hilfe in den Wald. Nach einer Weile, eines mir bekannten Weges, beschloss ich einen mir unbekannten Weg zu gehen. „Wie in meinem Leben „, dachte ich bei mir… Es war eiskalt und ich genoss die frische Luft. Ein wenig später kam ich zu einer Stelle die voll von Farn war. Seine kupferfarbenen Blätter waren mit Frost überzogen und sahen aus wie aus Zuckerguss. Ich zückte meine Kamera und machte ein paar Bilder, versunken in der Schönheit des Farns. Als ich aufblickte, kamen die ersten Sonnenstrahlen durch und erleuchteten den Weg vor mir. Wie wunderbar! Mir wurde sofort klar, dass wenn ich im Moment lebe, alles gut ist! Ich ging vertrauensvoll und behütet weiter. Plötzlich kam ich an eine markante Stelle: Eine Fichte die sich Halt an einem bemoosten Stein verschafft. Ich erschrak- mir wurde plötzlich klar, dass ich vor vielen Jahren schon an dieser Stelle im Wald war! Ich hatte es total vergessen… In diesem Moment wurde mir vieles bewusst, die Wege im Leben, die sich so fremd und neu anfühlen, bin ich auf irgendeine Art und Weise schon einmal gegangen. Ich habe es nur vergessen, verdrängt oder verloren. Ein warmer Schauer durchflutete mich und mit einem Mal waren all die Sorgen und Ängste weg.

Erlebnisse wie dieses hatte ich schon so viele und ich möchte dir wirklich ans Herz legen: Wenn du Sorgen hast, geh in den Wald. Du wirst dir selbst – deiner Seele – begegnen, nackt, ungeschminkt und wahrhaftig. Nichts ist glückseliger ❤

Die vergessene Seele – Teil 2

Ich möchte mit diesem Beitrag an Teil 1 anknüpfen, weil ich glaube, dass sich heutzutage immer mehr Menschen schwer tun, die Tore zur Seele zu öffnen. Im Wald geht es viel leichter, er lädt uns förmlich dazu ein uns fallen zu lassen und loszulassen. Doch es funktioniert nicht für Jeden auf Anhieb. Es gibt ein paar Dinge im Außen, die du tun kannst, um empfänglicher zu werden für die Klänge deiner Seele

  1. Das Räuchern – der Zugang zu unseren Wurzeln
Das Räuchern mit Kohle öffnet den Zugang zu unseren Wurzeln

Räuchern ist wundervoll. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Räucherstoffen zu arbeiten, ich lege dir ganz bewusst das Räuchern in einer Schale, mit Räuchersand und Kohle nahe. Warum? Einige arbeiten mit ätherischen Ölen und Diffusoren. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter Auszug einer Pflanze – das heißt, es ist nicht die ganze Pflanze als solches. Da wir heutzutage schon in vielen Bereichen sehr beschnitten sind, ist es für die Seele hilfreich möglichst auf „Ganzes“ Wert zu legen. Diffusoren die ätherische Öle verdampfen, beduften und transformieren deinen Raum auch, aber es fehlt etwas. Das Feuer! Das Knistern und Zischen der Kohle und Räucherstoffe weckt tief in uns unsere Wurzeln. Im Gehirn werden Areale aktiviert die wir heutzutage nicht mehr sooft benötigen. Nichts gegen ätherische Öle – sie sind wundervoll, wenn es darum geht ganz gezielt Bereiche in uns zu heilen oder zu aktivieren. Aber hier geht es um unseren Urgrund – und der öffnet sich leichter mit der archaischen Kraft des Feuers und der ganzen Pflanze. Welche Räucherstoffe du wählst liegt ganz bei dir. Manche kannst du selber sammeln, wie Harze, Beifuß, Rainfarn oder Wacholder. Du kannst sie aber auch kaufen und dich durchschnüffeln, um so deine ersten Schritte mit Räucherwerk zu machen. Weihrauch und Beifuß zum Beispiel, öffnen unsere Sinne sehr stark.

2. Regional und saisonal Essen – verbinde dich dort, wo du bist

Regionales und saisonales Essen verwurzelt und verbindet dich mit dir selbst.

Avocados sind ja so hip! Und Chia Samen, Mango Lassi, Ananas im Smoothie, Kokosöl von Kopf bis Fuß und Algen als Supplemente… die Liste könnte ich lange fortsetzen. Doch macht das wirklich Sinn? Du bist, was du isst – ein vielbekannter Spruch – und ich glaube schon, dass er seine Berechtigung hat. Mag sein, dass diese Art der Kost gesund ist und deinen Geist sehr weit in alle Richtungen öffnet, doch wo willst du hin? Zu dir selbst – richtig. Und der einfachere Weg dorthin führt über eine größtenteils vegetarische, regionale und saisonale Kost. Ich habe schon viele Ernährungsformen probiert und bin felsenfest davon überzeugt, dass dies nicht nur die ökologisch sinnvollste, sondern auch die wohltuendste Form der Ernährung ist. Und sie lässt dich bei dir bleiben, so kannst du mühelos damit beginnen tiefer zu graben. Fleisch und Alkohol binden uns sehr stark an unseren Körper und an die Materie. Wenn du deine Seele erkunden willst, versuche möglichst oft auf Beides zu verzichten.

3. Esse ab und zu was „Wildes“

Geschenke aus dem Wald sind ein Genuss für den Gaumen und die Seele.

An dieser Stelle möchte ich gerne Wolf Dieter Storl zitieren: „Wer nie was Wildes isst, wird selbst zur Großstadtpflanze.“ Wie Recht er hat! Das Schöne dabei ist, dass du nicht gezwungener Maßen im Wald leben musst. Denn hier kommt es nicht auf die Menge an. So eine kleine Walderdbeere kann deine Sinne für lange Zeit öffnen. Ich liebe es ein wenig in der Natur zu naschen. Hier eine Beere, dort ein vertrautes Kraut, da ein kleines Harzkügelchen… Lass den Wald in deine Sinne 🙂

4. Lausche den Klängen der Natur

Das Plätschern des Wassers berührt tief und hilft Unwichtiges loszulassen.

Das Rauschen vom Bach, das zwitschern der Vögel, das Zischen der Bäume und Gräser im Wind… Die Klänge sind wichtig für unseren Körper und unsere Seele. Man hat herausgefunden, dass Pflanzen nicht so gut wachsen, wenn das Surren der Insekten fehlt. Wie geht es dann erst uns Menschen? Gehe sooft wie möglich in die Natur und hör zu. Deine Lieblingsmusik kannst du zu Hause hören, im Wald warten andere Klänge auf dich. Wenn du öfter mal lauscht, wirst du merken, dass viele Tiere im Wald mit dir Kontakt aufnehmen wollen. Ihre Laute machen dich aufmerksam auf eine Heilpflanze, einen besonderen Pilz, einen Strauch voller Beeren oder eine ganz besondere Lichtstimmung. Die Klänge beruhigen den Geist, sodass es leichter ist, wieder zu sich selbst finden zu können.

5. Sei verspielt!

Die Samen vom Springkraut verbreiten sich in einer kleinen Explosion.

Hast du dein „Spielen“ verloren? Mir gings fast so und ich glaube ich war damit nicht alleine. Unsere moderne Welt erlaubt keinen „Spielraum“ für solche Dinge. Und überhaupt, muss ja alles „Sinn“ machen. Bitte lass dir nie dein Spielen nehmen! Hüpfe durch die Wiese, tanze durch den Wald, bau dir Instrumente aus Stöcken und Luftschlösser in deinem Kopf, klemm dir Samen auf die Nase, lass das Springkraut explodieren! Hab einfach Spaß! Wir sind hier um zu lachen, zu lieben und uns zu erfreuen, an den Schönheiten und Verrücktheiten der Natur ❤

Ich wünsch dir alles Liebe auf deinem Seelenweg! Vielleicht möchtest du mir von deinen Erfahrungen berichten, oder du hast ein ganz spezielles Ritual um dich zu verbinden und deiner Seele Flügel zu geben? Erzähl es mir ❤

Danke an die Natur

Das war das Kräuterjahr 2019

Habt ein gesegnetes Samhain Fest. Das Kräuterjahr ist für mich nun zu Ende. Ich sammle erst Anfang Februar wieder, zu Maria Lichtmess (Imbolc). Ich bin so unendlich dankbar für die Geschenke die mir die Natur heuer wieder gemacht hat. Ich wünsch euch allen schöne Feiertage und einen guten Start in die dunkle Zeit. Feiert schön 🎃🧡

Die vergessene Seele

Den Körper zu nähren ist selbstverständlich. Wenn du erkältet bist, trinkst du Tee. Wenn du Schmerzen hast, versuchst du dich zu schonen und die Schmerzen zu lindern. Wir leben in einer Zeit, in der es so stark um dieses Körperbewusstsein geht. Doch es ist kein Echtes. Fitnessstudios, Detox Diäten, Superfoods, Morgenroutinen und clean eating… all das soll uns dem Körperbewusstsein näher bringen. Aber da fehlt etwas, was Riesengroßes: die Seele. Ja auch sie will genährt sein und zwar voll und ganz. Sie will manchmal auf Reisen gehen, sie will träumen, sie will wachen und sie will schlafen. Sie braucht Süßes und Saures. Wieviel Zeit verbringst du mit deiner Seelenpflege? Wie oft gönnst du ihr auf Reisen zu gehen?

Früher war es normal, dass die Menschen zu Jahreskreisfesten und bestimmten Ritualen bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nahmen um die Seele auf Reisen zu schicken. Die Menschen waren mündig und sie wussten, was sie taten und in welchem Rahmen sie die Seele auf Reisen schickten. Wir sind komplett entmündigt, entwurzelt und enthoben. Heutzutage fällt es schwer, sich diese Pausen der Seelenreise auf welche Art auch immer zu gönnen. Wir sind in starren Strukturen gefangen, wider jeglicher Natur, entrissen von natürlichen Zyklen um unsere Seele zu nähren.

Die beste Möglichkeit um wieder Fuss zu fassen in wahren Zyklen und Begebenheiten ist für mich der Wald. Wir sind ein Teil von ihm und er wartet nur darauf es uns wieder spüren zu lassen. Ich liebe es alleine in den Wald zu gehen. Es gibt Momente, da zieht es mich hinein „in“ den Wald. Da gibt es dann nichts mehr im Außen oder im Innen was ablenkt, stört oder gehört werden will. Die Grenzen verschwimmen zwischen mir und der Natur. Ich bin Eins mit ihr und sie ist Eins mit mir. In diesen seltenen Momenten darf meine Seele auf Reisen gehen. Sie nimmt Kontakt auf zu den Seelen des Waldes und ich atme in seinem Rhytmus.

Tief berührt und dankbar, verlasse ich nach solchen Momenten den Wald und fühle mich erneuert, erleichtert und befreit. Diese Momente sind so kostbar. Wie ist das bei dir? Wie geht deine Seele auf Reisen? Wie nährst du sie und lässt sie träumen?

Die reizlindernde Malve und wie du einen Kaltauszug herstellst

Die wilde Malve / Malva sylvestris

Ich wünschte, ich hätte die mildernde Kraft der Malven schon früher für mich und meine Familie entdeckt. Sie ist ein Segen bei allen Zuständen die mit überreizten Schleimhäuten zu tun haben. Sei es der trockene Rachen zu Beginn einer Erkältung, die Schluckbeschwerden bei Rachenentzündungen, trockener Husten, aber auch Gastritis, Reizdarm und diverse andere Leiden im Magen – Darm Trakt die mit Reizungen einhergehen. Auch trockene Heizungsluft am Arbeitsplatz oder zu Hause macht den Schleimhäuten oft zu schaffen. Sind sie ausgetrocknet, können sich Bakterien und Viren leichter ausbreiten. Somit kann der Malven Kaltauszug eine gute Vorbeugungsmaßnahme gegen grippale Infekte in der kühlen Jahreszeit sein.

Die Malve – ihre Schleimstoffe wirken beruhigend auf Schleimhäute

Die Käsepappel, so heißt ein Malvengewächs, wurde mir schon vor Jahren ans Herz gelegt bei Rachenentzündungen. Doch ein sehr wichtiges Detail blieb mir verborgen: der Kaltauszug! Die richtige Zubereitung ist das Um und Auf bei jeder Pflanze. Um die Schleimstoffe, die für die mildernde Wirkung der Malve verantwortlich sind, zu lösen, musst du einen Kaltauszug der Pflanze herstellen. Beim gewöhnlichen Aufbrühen, gehen diese leider größtenteils verloren. Wenn du eine Hustenteemischung hast, wo Malve mit dabei ist, gieße den Tee heiß auf – hier musst du einfach den Kompromiss eingehen um die Wirkstoffe der anderen Kräuter zu bekommen. Bei der Käsepappel werden auch die Blätter verwendet, bei anderen Malvengewächsen in erster Linie die Blüten. Die Schleimstoffe bekommst bei allen Malven. Das getrocknete Kraut kannst du in der Apotheke oder bei deinem Lieblingskräuterhandel besorgen.

Einen Kaltauszug herstellen – das geht ganz einfach: Du nimmst einen Teelöffel vom getrockneten Kraut und gibst ihn in eine Teetasse. Danach gießt du mit kaltem Wasser auf und lässt das Ganze ca. eine viertel Stunde ziehen. Nach Ablauf der Zeit holst du dir ein Teesieb und gießt den Auszug durch das Sieb in einen kleinen Topf. Jetzt kannst du nach belieben etwas Süße dazu geben und den Kaltauszug langsam auf Körpertemperatur erwärmen. Nicht kochen! Nur so warm, dass es dir schmeckt und angenehm zu trinken ist. Fertig 🙂

So funktionieren übrigens alle Kaltauszüge, die du direkt warm trinken möchtest.

Ich wünsch dir viel Freude beim Zubereiten und rasche Linderung ❤

übers Wurzeln Graben

Zeit zum Wurzeln graben…

Die Zeit zum Wurzeln graben ist da. Bevor ich ein wenig zu den Pflanzen erzähle, möchte ich dir die Bedeutung dieser Zeit näher bringen.

Nüsse knacken, Wurzeln graben… der Herbst bringt uns eine der wertvollsten Zeitqualitäten des Jahres! Die Nüsse zu knacken bedeutet auch bei sich selbst unter die Schale zu schauen. Was ist in mir? Was will „ent-deckt“ werden? An welchen Problemen hänge ich schon länger? Das Aufbrechen geht leichter zu dieser Zeit. Brich auf in deine wahre Richtung und knacke deine Nüsse. Auch das Wurzeln graben, dass in der Pflanzenheilkunde traditionell zu dieser Zeit im Jahr stattfindet, hat einen tieferen Sinn. Suche nach deinen Wurzeln, steig hinab in deine Seele und finde heraus, wonach sie verlangt. Mögliche Fragestellungen zu dieser Zeit sind: Wo bin ich zu Hause? Was gibt mir Kraft und Halt? Wo will ich mich ausbreiten? Was saugt und schmarotzt an mir? Befreie und verwurzle dich an den richtigen Stellen.

Die Engelwurz / Angelica

Warum werden die Wurzeln im Herbst gegraben?

Im Herbst ziehen die Pflanzen ihre Energie vom oberirdischen Blattgrün zurück in die Erde. Daher gehen die Wirkstoffe der Pflanzen wieder in die Wurzel und sie kann so ihre Dienste am besten für uns tun. Wenn das Pflanzengrün beginnt sich leicht ins Gelbe zu färben, ist die optimale Zeit gekommen.

Das Salomonsiegel verfärbt Anfang Oktober – perfekte Zeit zum Graben der Wurzel!

Ich grabe die Wurzeln meistens mit den beiden abgeworfenen Geweihstangen die du im Bild ganz oben siehst. Sie haben für mich eine ganz persönliche Bedeutung: ich habe sie von einer Kräuterfrau geschenkt bekommen und sie sind mir stark ans Herz gewachsen. Du kannst Wurzeln natürlich auch mit einem Kräutermesser oder einer Schaufel graben. Oft liest man, man soll kein Eisen verwenden, denn das vertreibt die guten Pflanzengeister. Bilde dir einfach deine eigene Meinung 🙂 . Ich bin draufgekommen, wenn eine Pflanze ihre Wurzel nicht hergeben möchte, dann hab ich keine Chance sie auszugraben, ganz egal mit welchem Werkzeug. Ich empfinde das Graben generell total „aufwühlend“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der Moment des herausziehens der Wurzel ist wie eine kleine Geburt. Ich lege dann automatisch meine Hand für eine Weile auf die offene Stelle in der Erde, bedanke mich und verschließe die Stelle in Gedanken. Bitte grabe vorsichtig und nur die Menge die du benötigst, denn im Boden leben eine Menge Organismen, Würmer und viele Insekten! Am besten du machst dich vorher schlau wie die Wurzel verläuft. Eine Pfahlwurzel geht höchstwahrscheinlich gerade in die Erde rein und ein Rhizom wandert seitlich unter der Erde. So kannst du mit Hilfe deiner Hände den Verlauf der Wurzel am besten bestimmen und sie graben.

Ich habe heuer Engelwurz, Blutwurz und eine Bibernelle gegraben. Engelwurz und Bibernelle können bei Diabetes Typ 1, von dem ich ja seit 17 Jahren betroffen bin, unterstützend auf den Stoffwechsel wirken. Die Engelwurz wird im Herbst des ersten Jahres gegraben, bevor sie im zweiten Jahr blüht. Ich habe aus einem Teil der Wurzel eine Tinktur angesetzt und den anderen Teil getrocknet. Bei Bedarf kaue ich dann ein Stückchen 🙂 Es gibt so wundervolle Anwendungsbereiche für Wurzeln. Für eine Verletzungssalbe sind die Wurzeln vom Beinwell und vom Salomonsiegel die erste Wahl, der Wiesenbärenklau gilt als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel.

Ich wünsche dir eine schöne Wurzel und Nussknackerzeit ❤

Die Herzbeeren – Vitamine für den Winter

Du bist sicher schon unzählige Mal an dem Strauch vorbeigelaufen. Die Herzbeere – der gewöhnliche Schneeball / Viburnum opulus – kommt sehr häufig vor. Typisch sind seine ahornähnlichen Blätter. Im Frühling bildet er eine ganz eigenwillige Blütenformation bei der am Rand die Blüten wie im Kranz stehen und die mittleren noch geschlossen scheinen. (Ich kann dir erst nächsten Frühling mit einem Bild dazu dienen 😀 )

Der Strauch ist in all seinen Teilen giftig, mit Ausnahme der gekochten Beeren. Sie sind super als Marmelade oder Sirup verwendbar, sofern dich der etwas eigentümliche Geruch nicht stört. Schmecken tun sie hervorragend. Etwas bitter und sehr frisch, ähnlich wie rote Ribisel.

Sie liefern reichlich Anthocyane, die gefäßschützend und immunstärkend wirken. Andere Namen sind Wasserholler, Leberbeere und Dampfbeere. Möglicherweise wirken die Beeren auch unterstützend bei Lungenleiden, was bei den ersten Erkältungen im Herbst richtig gut tut.

In der Homöopathie wird die giftige Rinde verwendet. Das Mittel Viburnum hat einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Ich erwähne öfter homöopathische Mittel und ihren Bezug zum Körper und möchte hier nochmal deutlich festhalten, dass die passende Mittelfindung immer von einem Homöopathen abgestimmt sein muss! Es reicht nicht sich anhand körperlicher Beschwerden ein Mittel auszusuchen, der ganze Mensch muss zur Betrachtung miteinbezogen werden.

Was ich mit den Herzbeeren mache?

Sirup aus Herzbeeren

Sirup ❤ Mmmmhh!

Viel Spass beim Sammeln der vitaminreichen Beeren 🙂

Die Zauberkräuter: Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz / Agaricus muscarius

Der Fliegenpilz

Es wächst bei uns ein schöner Pilz-
Der schenkt so bunte Träume.
Er steht im Sommer und im Herbst
Oft unter Birkenbäume.

Er leuchtet rot-ist weiß getupft
Und einfach wunderschön.
Im Licht der Sonne ist er dann
Fantastisch anzuseh `n.

Wenn man die dünne Haut entfernt,
Von seinem roten Hut
Und eine viertel Stunde kocht-
Dann schmort,schmeckt er sehr gut.

Wenn man ihn trocknet ,wie er ist,
Und später dann verzehrt,
Werden die Sinne im Gehirn
Geheimnisvoll verwirrt.

Man hat sich in vergang `ner Zeit
Von ihm sogar ernährt;
in vielen Ländern wird er noch
Geschätzt und ist begehrt.

Doch Vorsicht! er hat etwas Gift,
Das hat man längst entdeckt,
Doch wenn man ihn korrekt serviert,
Er ausgezeichnet schmeckt.

Gedicht von Ewald Patz

Was empfindest du, wenn du einen Fliegenpilz siehst? Spürst du auch seine unbändige, verspielte Magie? Kein anderes Waldwesen ist so stark mit Magie, Geschichten und der Anderswelt verbunden wie der Fliegenpilz. Ich glaube der Fliegenpilz war der wichtigste unbewusste Begleiter meiner Kindheit. Meine Lieblingsgeschichte war Alice im Wunderland und der Fliegenpilz hat mich dorthin getragen. Ob du es glaubst oder nicht, als Kind hab ich leider sehr wenig Zeit im Wald verbracht. Ein typisches Stadtkind, dessen Naturerlebnisse sich auf verwilderte Spielplatzbüsche und den „Hof“ reduzierten. Aber da war der Fliegenpilz und seine Faszination. Jetzt als Erwachsener, wird mir erst klar, dass er mich damals schon in den Wald getragen hat.

Die Magie der Fliegenpilze

Ich hab mich unlängst ein wenig genauer mit den bunten Waldgesellen beschäftigt. Es ist unglaublich wieviele Völker ihn genutzt haben, zum Teil als Nahrungsmittel und natürlich als bewusstseinserweiternde Quelle. Auch hier gilt wieder: keine Selbstversuche! Der Fliegenpilz enthält in seiner roten Haut stark wirksames Gift.

Seine vielen Namen sind Rabenbrot, Krötenpilz, Fliegenteufel, Krötenstuhl, Narrenschwamm, Krötenbrot,… Er heisst deshalb Fliegenpilz, weil man früher Fliegen mit ihm vergiftet hat. Interessant ist auch seine Verbindung zur Kröte. Du hast sicherlich schonmal die typischen Zeichnungen der Kröte unter oder auf dem Pilz gesehen. Die Kröte symbolisiert das Urweibliche, die Urmutter Erde – Gaia. Sie wird aber auch mit Hexen und der Anderswelt assoziiert und wartet nur darauf uns „vom Weg abzubringen“. So gesehen öffnet die Auseinandersetzung mit dem Fliegenpilz auf seelischer Ebene das Tor zu uns selbst, denn das „tief in den Wald gehen“ ist nichts anderes als seine eigene Seele wieder zu entdecken. Auch mit den Zwergen steht er stark in Verbindung, so wird auch das im Pilzhut gesammelte Regenwasser Zwergenwein genannt. Die Zwerge sind die Hüter der Schätze des Waldes. Sind wir klein wie sie, können wir in verborgene Bereiche vordringen.

Ein Männlein steht im Walde…

Heute wird der Fliegenpilz in der Homöopathie genutzt. Das Mittel Agaricus muscarius wird für Nervenleiden verwendet. Es hat einen großen Bezug zur spinalen Achse und kann bei gewissen Formen von Zuckungen, Krämpfen und unkrontrollierten Bewegungen erleichternd wirken.

Ich wünsche dir viel Spaß, beim Betrachten der wundervollen Waldwesen und beim Abtauchen in deine eigene Seelenwelt ❤

Komm gut durch den Winter Tee

11 Kräuter ~ Komm gut durch den Winter Tee
Huflattichblüten, Veilchen, Traubenkirschblüten, Wegrauke, Gundelrebe, Brennessel, Spitzwegerich, Brunelle, Quendel, Dost, Salbei

Was für ein Kraftpaket 🙂 Auf diese Mischungen bin ich zu Beginn des Herbstes immer ein wenig stolz, denn sie entstehen im Lauf eines ganzen Kräutersammeljahres! Begonnen mit den Blüten des Huflattichs, die sich im April öffnen bis hin zum Quendel und Dost, die beide im späteren Sommer voller ätherischer Öle strotzen. Ich bereite den Tee mit der Bitte all jene die ihn trinken, vor Krankheiten zu schützen, oder bereits vorhandene Leiden schnell wieder abklingen zu lassen. Ich möchte dir einen kurzen Einblick über die Kräuter in der Teemischung geben:

Huflattich / Tussilago farfara

Du hast ihn sicher schon bei deinen Waldspaziergängen im Frühling entdeckt. Seine blitzgelben Blüten sind wie kleine Sonnen die das Frühjahr einleiten. Der lateinische Name Tussilago sagt schon viel über seine Wirkung aus. (Pertussis / Keuchhusten) Er ist ein tolles Kraut für die Bronchien und die Atemwege und verschafft Erleichterung bei Husten. Du solltest ihn aber immer sehr sparsam verwenden und am Besten nur in Teemischungen, denn er enthält Pyrrolizidinalkaloide die Leberschädigend wirken. Die Menge der Alkaloide ist jedoch für nicht-Schwangere und Lebergesunde in Mischungen vertretbar. Generell sollte man Kräuterheiltees nicht über einen langen Zeitraum anwenden – schließlich sind sie Medizin. Ich verwende am liebsten die Blüten für die Tees, du kannst aber auch die Blätter nehmen.

Wilde Veilchen / Viola

Der nächste Frühblüher der mit seinen violetten Blüten aus dem Waldboden leuchtet. Vielleicht kennst du Veilchen in erster Linie als wirksam bei Hauterkrankungen, sie können jedoch noch viel mehr. Ihre schleimlösende Wirkung ist sehr wohltuend bei Erkältungen und sie erleichtern das Abhusten von zähem Schleim. Ausserdem sind sie eine wunderschöne Schmuckdroge im Tee.

Gewöhnliche Traubenkirsche / Prunus padus

Das Holz des Rosengewächses riecht nach Marzipan. Verantwortlich dafür sind die Blausäureglykoside, die in der Pflanze enthalten sind. Ich habe einige ihrer Blüten in die Teemischung gegeben. Bitte nur in Maßen verzehren, wegen der Blausäure. Die Blüten wirken schlaffördernd, was bei Erkältungen eine Wohltat ist.

Wegrauke / Sisymbrium officinale

Diese Pflanze ist auch unter dem Namen Sängerkraut bekannt weil sie eine wohltuende Wirkung auf gereizte Stimmbänder und den Kehlkopf hat. Sie hat außerdem ätherische Öle und ist leicht schwefelhaltig, somit fördert sie die Ausscheidung von Giftstoffen.

Gundelrebe / Glechoma hederacea

Über diese Pflanze schreib ich definitiv mal einen eigenen Beitrag! So wundervoll ist sie. Ihre Heilkraft ist auf allen Ebenen immens und sie ist sagenumwoben. Ein kurzer Einblick in ihre Heilkraft: Sie ist reich an ätherischen Ölen und beseitigt vieles im Körper was nicht reingehört. Früher sprach man von schlechten Säften: Eiter, Umweltgifte, Bakterien, Viren etc. Sie hat positive Wirkungen auf Leber, Lunge, Magen, Darm, Nieren und Blase und hilft speziell bei Husten wenn auch Bakterien im Spiel sind.

Brennessel / Urtica

Mein liebstes Unkraut! Wolf Dieter Storl erzählte mal, das sie, wenn sie nicht ihre Stacheln hätte, wohl schon längst ausgerottet wäre – so heilkräftig ist sie. Du kennst sie vielleicht zum Entschlacken und das ist wohl auch ihre größte Stärke. Sie befreit den Körper von Giftstoffen jeglicher Art. Vorallem der Darm wird regeneriert und dort sitzt auch unser Immunsystem.

Spitzwegerich / Plantago lanceolata

Das Hustenkraut schlechthin wirkt schleimlösend und wohltuend. Er hat eine stark antibakterielle Wirkung und ist bei bakteriell bedingtem Husten eine große Hilfe. Ausserdem enthält er Kiesesäure und Zink – beide Spurenelemente sind für unsere Zellen sehr wichtig.

Große Brunelle / Prunella grandiflora

Die Brunelle wirkt stark antiviral. Eine tolle Unterstüzung bei Schnupfenviren. Es ist ganz egal ob du die Große oder die Kleine Brunelle verwendest – beide haben die selbe Heilwirkung.

Quendel / Thymus serpyllum

Unser Thymian! Diese Pflanze ist so faszinierend, denn sie ist winzig klein. Bestimmt bist du schon unzählige Male an ihr vorbeigelaufen. Sie wächst gern an trockenen, sonnigen Stellen. Vollgepumpt mit ätherischen Ölen ist sie wohltuend für Lunge und Atemwege. Eine wahre Heilerin.

Gewöhnlicher Dost / Origanum vulgare

Der Dost ist unser Oregano. Du findest ihn im August an Waldwegen und erkennst ihn an seinen helllila Blüten und seinem typischen Oregano Geruch. Er ist wohltuend für die Lunge und regt die Verdauung an.

Salbei / Salvia

Nun kommt das einzige, nicht im Wald gesammelte, Kraut – der Salbei. Er ist voll von ätherischen Ölen und wirkt antiseptisch. Seine reizlindernde Wirkung ist besonders für Hals und Rachen eine Wohltat. Schwangere und Stillende sollten auf Salbei gänzlich verzichten.

Viel Freude beim Zusammenstellen deines Wintertees und komm gut durch die kalte Jahreszeit ❤

Der Huflattich / Tussilago farfara